Mensdorff in NEWS: "Telekom zahlte nur zwei Jagden"

Alfons Mensdorff-Pouilly kritisiert im NEWS Interview: "U-Ausschuss ist eine Bühne für politische Selbstinszenierung"

Wien (OTS) - Der Jagdherr und Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly,
der am Mittwoch im parlamentarischen Untersuchungsausschuss befragt wurde, erklärt gegenüber dem Nachrichtenmagazin NEWS, dass die Telekom Austria insgesamt nur zwei Jagdveranstaltungen bei ihm gebucht hatte. "Telekom-Vorstand Gernot Schieszler war als Gastgeber bei beiden Jagden da, Rudolf Fischer nicht, weil der kein Jäger ist", sagte Mensdorff-Pouilly in dem Interview, das in der morgen erscheinenden Ausgabe von NEWS abgedruckt ist. Die bekannt gewordene Jagd im Schottland habe die Telekom nicht bezahlt, weil "die gar nicht bezahlt wurde", so Mensdorff-Pouilly.

Bestechungs- oder Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit Jagdveranstaltungen weist Mensdorff-Pouilly "entschieden zurück". Er sei Jagdunternehmer und verkaufe als Besitzer von Jagdgründen Abschüsse samt gesellschaftlichem Rahmen. Die Funktion der Jagd vergleicht er im NEWS-Interview mit einer Eventeinladung zu den Salzburger Festspielen oder dem Beachvolleyball-Turnier. Eine Jagd bei ihm koste "ungefähr so viel wie eine Opernballoge", wobei es eine große Bandbreite gebe: "Sie können eine Rebhuhnjagd um pauschal 5.000 Euro buchen oder eine aufwendige Wildschweinjagd, die samt Übernachtung und Essen auf 4.000 Euro pro Person komme", so Mensdorff zu NEWS. Die Telekom habe sehr aufwendige Jagden gebucht.

Mensdorff-Pouilly bestätigte NEWS gegenüber eine Beratungstätigkeit für die Telekom, für die er 1,1 Millionen Euro erhalten habe. Den Vorwurf, das Geld für die Neuvergabe des Blaufunkes erhalten teilweise wieder an Politiker verteilt zu haben bestreitet der Lobbyist gegenüber NEWS: "Das Geld ist außerdem noch immer am Konto. Ich habe es für die Kaution in England verwendet, jetzt decke ich damit laufende Kosten", so Mensdorff zu NEWS. Das Beratungsgeschäft sei "deutlich weniger" geworden. "Früher hatte ich 14 Kunden, jetzt sind es vier", so Mensdorff-Pouilly zu NEWS. Er selbst lebe bescheiden: "Wenn ich alle Ausgaben mit Auto und Handy nehme, brauche ich im Monat rund 3.000 Euro", erklärt der Lobbyist gegenüber NEWS.

Auf die Frage, ob er schon auch für den Blaulichtfunk gearbeitet habe, sagte er im NEWS-Gespräch: "Nie direkt. Ich habe für die Telekom Austria, die nicht im Tetron-Konsortium von Motorola und Alcatel Lucent war, unter anderem Interessen gegenüber dem Konsortium wahrgenommen. Mit der Ausschreibung hatte ich nichts zu tun."

Den U-Ausschuss kritisiert Mensdorff-Pouill im NEWS-Interview als "Ort, der nicht nur der Aufklärung und Wahrheitssuche diene". Diese öffentlichen Befragungen "sind auch eine Bühne für Politiker, die sich selbst inszenieren, indem sie alle möglichen Vorwürfe in den Raum stellen. Das ist erlaubt. Ob solche Vorverurteilungen fair sind, ist eine andere Sache", sagte Mensdorff-Pouilly im NEWS-Gespräch.

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