• 21.03.2012, 15:42:46
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Mensdorff in NEWS: "Telekom zahlte nur zwei Jagden"

Alfons Mensdorff-Pouilly kritisiert im NEWS Interview: "U-Ausschuss ist eine Bühne für politische Selbstinszenierung"

Wien (OTS) - Der Jagdherr und Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly,
der am Mittwoch im parlamentarischen Untersuchungsausschuss befragt
wurde, erklärt gegenüber dem Nachrichtenmagazin NEWS, dass die
Telekom Austria insgesamt nur zwei Jagdveranstaltungen bei ihm
gebucht hatte. "Telekom-Vorstand Gernot Schieszler war als Gastgeber
bei beiden Jagden da, Rudolf Fischer nicht, weil der kein Jäger ist",
sagte Mensdorff-Pouilly in dem Interview, das in der morgen
erscheinenden Ausgabe von NEWS abgedruckt ist. Die bekannt gewordene
Jagd im Schottland habe die Telekom nicht bezahlt, weil "die gar
nicht bezahlt wurde", so Mensdorff-Pouilly.

Bestechungs- oder Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit
Jagdveranstaltungen weist Mensdorff-Pouilly "entschieden zurück". Er
sei Jagdunternehmer und verkaufe als Besitzer von Jagdgründen
Abschüsse samt gesellschaftlichem Rahmen. Die Funktion der Jagd
vergleicht er im NEWS-Interview mit einer Eventeinladung zu den
Salzburger Festspielen oder dem Beachvolleyball-Turnier. Eine Jagd
bei ihm koste "ungefähr so viel wie eine Opernballoge", wobei es eine
große Bandbreite gebe: "Sie können eine Rebhuhnjagd um pauschal 5.000
Euro buchen oder eine aufwendige Wildschweinjagd, die samt
Übernachtung und Essen auf 4.000 Euro pro Person komme", so Mensdorff
zu NEWS. Die Telekom habe sehr aufwendige Jagden gebucht.

Mensdorff-Pouilly bestätigte NEWS gegenüber eine
Beratungstätigkeit für die Telekom, für die er 1,1 Millionen Euro
erhalten habe. Den Vorwurf, das Geld für die Neuvergabe des
Blaufunkes erhalten teilweise wieder an Politiker verteilt zu haben
bestreitet der Lobbyist gegenüber NEWS: "Das Geld ist außerdem noch
immer am Konto. Ich habe es für die Kaution in England verwendet,
jetzt decke ich damit laufende Kosten", so Mensdorff zu NEWS. Das
Beratungsgeschäft sei "deutlich weniger" geworden. "Früher hatte ich
14 Kunden, jetzt sind es vier", so Mensdorff-Pouilly zu NEWS. Er
selbst lebe bescheiden: "Wenn ich alle Ausgaben mit Auto und Handy
nehme, brauche ich im Monat rund 3.000 Euro", erklärt der Lobbyist
gegenüber NEWS.

Auf die Frage, ob er schon auch für den Blaulichtfunk gearbeitet
habe, sagte er im NEWS-Gespräch: "Nie direkt. Ich habe für die
Telekom Austria, die nicht im Tetron-Konsortium von Motorola und
Alcatel Lucent war, unter anderem Interessen gegenüber dem Konsortium
wahrgenommen. Mit der Ausschreibung hatte ich nichts zu tun."

Den U-Ausschuss kritisiert Mensdorff-Pouill im NEWS-Interview als
"Ort, der nicht nur der Aufklärung und Wahrheitssuche diene". Diese
öffentlichen Befragungen "sind auch eine Bühne für Politiker, die
sich selbst inszenieren, indem sie alle möglichen Vorwürfe in den
Raum stellen. Das ist erlaubt. Ob solche Vorverurteilungen fair sind,
ist eine andere Sache", sagte Mensdorff-Pouilly im NEWS-Gespräch.

Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

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