- 21.03.2012, 15:22:15
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Datenjournalismus: Von gesellschaftlicher Transparenz bis zu Lady Gaga
Achte Veranstaltung der Reihe twenty.twenty: Geschichten aus dem Datenwald

Wien (OTS) - Die achte Veranstaltung der Reihe twenty.twenty, die
von A1, The Gap und SmartWeb.Vienna organisiert wird, trug den Titel
"Geschichten aus dem Datenwald". Datenjournalismus beziehungsweise
Data Driven Journalism wird aktuell als die große Innovation im
Journalismus bezeichnet. Die interaktive Aufbereitung von Daten
bringt nicht nur neue Medien-Formate, sie stellt Journalisten und
Medienhäuser vor neue Herausforderungen. Nach der Keynote von Lorenz
Matzat, der mit seinem Unternehmen Open Data City einige der meist
beachteten Datenjournalismus-Projekte in Deutschland realisiert hat,
wurde im Wiener HUB leidenschaftlich darüber diskutiert, wie und
warum Datenjournalismus auch in Österreich stärker Fuß fassen kann
und soll.
In seinem Einführungs-Statement zeigte Lorenz Matzat, was er unter
dieser Kombination von Recherchemethode und Veröffentlichungsform
versteht. Mit seinem Unternehmen Open Data City hat er etwa das
Projekt "So pünktlich ist die Bahn"
http://zugmonitor.sueddeutsche.de/ für die Süddeutsche Zeitung
umgesetzt. Die Rohdaten werden hier in einer interaktiven Anwendung
aufbereitet, die ganz individuell genutzt werden kann.
"Wir sind umgeben von Datensammlern." Damit meinte Matzat die
Unmenge von Geräten und Sensoren, die Informationen bereitstellen
können. Die Aufgabe des Datenjournalismus besteht darin, sie
nutzbringend für die Gesellschaft und Einzelanwender aufzubereiten.
Datenjournalismus hat eine lange Tradition
Daniela Kraus, Geschäftsführerin des fjum_forum journalismus und
medien wien betonte, dass Datenjournalismus eine lange Tradition hat
und verwies auf ein Projekt aus dem Jahr 1967. Damals hat der
Journalist Phil Meyer mit seinem Team die Ursachen für Unruhen in
Detroit analysiert, in deren Verlauf 43 Menschen starben, indem er
Daten mit Computern analysierte. Die Grundlagen für Datenjournalismus
sind für Kraus gar nicht so neu. Neu sind die Möglichkeiten für die
interaktive Aufbereitung in Online-Anwendungen. Für den Umgang mit
diesen Daten braucht es aber auch sozialwissenschaftliche Kompetenz
und die Fähigkeit zur Quellenkritik.
Ein Baustein für eine transparentere Gesellschaft
Der Kommunikationswissenschaftler und Journalist Günter Hack
betrachtete das Thema aus einer kybernetischen Perspektive: "Wir
sehen aktuell eine große Asymmetrie: Staat und Unternehmen sammeln
immer mehr Daten über die Bürger und wissen in Teilbereichen mehr
über die Menschen als diese über sich selbst." Wenn zumindest einige
dieser Daten für die weitere Analyse und Aufbereitung durch
Zivilgesellschaft und Medien offenliegen würden, wie etwa im Bereich
Open Government Data, könnte sich diese Asymmetrie ansatzweise
ausgleichen lassen.
Datenjournalismus ist Teamwork
Mit dem Datenjournalismus ändert sich auch das Rollen-Verständnis
der Journalisten. Der Visualisierungsexperte, Mitbegründer und
Creative Director des Wiener Designstudios Strukt Andreas Koller
sieht solche Projekte immer als Teamwork. Journalisten, Programmierer
und Designer arbeiten eng zusammen, um die Daten verständlich und
grafisch ansprechend zu präsentieren. Und auch die Anwender werden
immer stärker in den Prozess miteinbezogen. Günter Hack formuliert es
so: "Die Schwarmintelligenz wird wichtiger als die klassischen
Leitartikler."
Keine Angst vor dem Boulevard
In der Diskussion herrscht Einigkeit darüber, dass die
österreichische Medienlandschaft eher strukturkonservativ agiert. Die
Online-Redaktionen sind nach wie vor personell schwächer ausgestattet
als etwa die Printredaktionen. Und das obwohl Projekte im
Datenjournalismus meist sehr ressourcenintensiv sind. Daniela Kraus:
"In Österreich hätte man als Medienunternehmen durchaus die Chance,
Pionier zu sein, was Datenjournalismus betrifft." Vor allem das
wirtschaftliche Potenzial wird vielfach noch bezweifelt. "Lady
Gaga-Stories" sind in der Erstellung günstiger und bringen
vergleichsweise mehr Klicks. Um die Methoden und Tools des
Datenjournalismus zu etablieren, sollte man sich nicht "zu schade
sein" auch populäre Themen aufzugreifen, meinte ein Besucher der
Veranstaltung. Ein Beispiel dafür sind etwa Wetterdaten.
Businessmodelle für Datenjournalismus
Matzat nannte in seiner Keynote das Beispiel der Texas Tribune,
die hauptsächlich wegen ihres umfangreichen Datenangebotes besucht
wird und so auch signifikante Werbeerlöse generiert. In Zukunft
sollte es auch verstärkt möglich sein, hoch spezialisierte und
personalisierte Angebote zu vergebühren. Und schließlich können mit
den gesammelten Daten neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Ein
Prinzip des Datenjournalismus ist nämlich, die Rohdaten für die
weitere Verwendung zur Verfügung zu stellen.
Bis 2020 wird noch viel über das Thema diskutiert werden. Außer
Streit steht aber, dass Datenjournalismus einen Mehrwert für die
Gesellschaft und die Medien bieten kann.
Die Beiträge zur twenty.twenty Blogparade sind auf
http://www.twentytwenty.at zu finden und die Tweets mit dem Hashtag
#future2020 sind auch auf der Facebook-Page von twenty.twenty
nachzulesen: http://www.facebook.com/exploring2020
A1 - Festnetz, Mobilfunk, Internet, TV aus einer Hand
A1 ist mit über 5,2 Mio. Mobilfunkkunden und über 2,3 Mio.
Festnetzanschlüssen Österreichs führender Kommunikationsanbieter. Die
Kunden profitieren von einem umfassenden Gesamtangebot aus einer
Hand: Sprachtelefonie, Internetzugang, Daten- und IT-Lösungen,
Mehrwertdiensten, Wholesale-Services und mobile Business- und
Payment-Lösungen. Die Marken A1, bob und Red Bull MOBILE stehen für
Qualität und smarte Services.
A1 (Rechtspersönlichkeit: A1 Telekom Austria AG) ist Teil der
Telekom Austria Group - einem führenden Kommunikationsanbieter im CEE
Raum. Die Telekom Austria Group ist in acht CEE Ländern tätig.
A1 beschäftigt mehr als 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Generaldirektor ist Dr. Hannes Ametsreiter, zugleich auch
Generaldirektor der Telekom Austria Group und Member of the Board der
GSM Association (GSMA) - dem internationalen Interessenverband der
Mobilfunkindustrie.
The Gap
The Gap schreibt für die kreative Zielgruppe in all ihren
Ausprägungen und Spielarten über (Pop-) Kultur, Kunst, Medien,
Digitales, Mode, Lifestyle, Medien, Politik etc. - es diskutiert,
reflektiert, kritisiert und zelebriert. Dabei stehen nicht Produkte
im Vordergrund, sondern Zusammenhänge, Phänomene, Blickwinkel und
Zugänge. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei österreichischen
Kreativen, ihren Werken und Wirkungsumfeldern.
Gemäß dem offenen Weltbild der Heftmacher wie -leser steht The Gap
seit jeher auch für den inhaltlichen Leitsatz: Anything goes!
http://www.thegap.at
SmartWeb.Vienna
SmartWeb.Vienna bietet Smart-Technology Unternehmen aus Österreich
eine Plattform, bei der es darum geht, den Softwareprodukten und
Services dieser Unternehmen mehr Sichtbarkeit verschaffen und
konkrete Verwertungschancen aufzuzeigen.
Dreh- und Angelpunkt der SmartWeb.Vienna ist das gleichnamige
zweitägige Summit, das am 23. und 24. Mai 2012 stattfindet.
Dieser Hybrid aus Messe, Konferenz, Ideapool und Barcamp und
bringt die angesprochenen Unternehmen, deren Referenzkunden (Best and
Big Practise) und die nach Lösung suchende Industrie an einem Ort (im
Media Quarter Marx) zusammen. http://www.smartwebvienna.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Livia Dandrea-Böhm, A1 Pressesprecherin
Tel.: +43 664 66 31452
E-Mail: [email protected]
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