Elite der internationalen Spielsuchtforschung traf sich bei 9. Responsible Gaming Academy in Wien.

Key Note Speaker Jeff Dervensky attestiert Casinos Austria und Österreichischen Lotterien "markante internationale Vorreiterrolle beim Spielerschutz".

Wien (OTS) - Das Anbieten von Glücksspiel mit Verantwortung ist für Casinos Austria und die Österreichischen Lotterien zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Zur Schulung von Mitarbeitern, vor allem aber auch zum Austausch mit nationalen und internationalen Experten lud die Unternehmensgruppe heuer bereits zum neunten Mal zur "Responsible Gaming Academy" (RGA) ins Studio 44.

Teilnehmer waren neben den Mitarbeitern der Unternehmensgruppe, auch Vertreter des Finanz- und Innenministeriums, des BM für Gesundheit und des BM für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz sowie Mitarbeiter universitärer Institute und von Spielsucht-Beratungs- und Therapieeinrichtungen. Auch internationale Teilnehmer waren zu Gast, wie etwa Holland Casino, die finnische RAY-Gruppe oder die Loterie Romande aus der Schweiz.

In seiner Eröffnungsansprache bekräftigte Generaldirektor Dr. Karl Stoss das Bekenntnis der Unternehmensgruppe zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Spielerschutz. "Für uns ist Responsible Gaming nicht nur jetzt ein Thema, weil es ein zentraler Punkt der Konzessionsverfahren ist. Wir nehmen seit jeher freiwillig Umsatzeinbußen im Sinne des Spielerschutzes in Kauf."

DI Friedrich Stickler, als Vorstand der Österreichischen Lotterien in der gesamten Unternehmensgruppe für den Bereich Responsible Gaming verantwortlich, ging auf die Wichtigkeit des gelebten Spielerschutz ein und betonte, dass dieser nur dann sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn die Regelungen für alle Teilnehmer am Markt gleich gelten und von Justiz und Exekutive entsprechend durchgesetzt werden. "Ohne konsequente Rechtsdurchsetzung gegenüber illegalen Anbietern werden Maßnahmen zum Spielerschutz schnell zu einem Wettbewerbsnachteil. Dies ist nicht akzeptabel und gefährdet auch den Ruf der gesamten Branche. Als Unternehmensgruppe, für die auch in Zukunft die Wahrnehmung der gesellschaftspolitischen Verantwortung an oberster Stelle steht, ist uns ein funktionierender umfassender Spielerschutz auf nationaler Ebene ein ganz besonderes Anliegen", so Stickler auch unter Verweis auf seine Erfahrung als Präsident der European Lotteries, dem Dachverband der europäischen Lotteriegesellschaften .

Auch heuer konnten wieder hochkarätige Referenten begrüßt werden, allen voran Dr. Jeff Derevensky von der McGill Universität in Montreal, Kanada. Er beschäftigt sich in seiner Forschung insbesondere mit der Problematik der Spielsucht bei Jugendlichen und präsentierte bei dieser RGA seine Arbeit über den Einfluss von traumatischen Kindheitserfahrungen und deren mögliche Auswirkungen auf die Entwicklung einer pathologischen Spielsucht im weiteren Lebensverlauf. Derevensky hat nachgewiesen, dass körperlicher und seelischer Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit ganz wesentlich für die spätere Entwicklung von Spielsuchtproblemen verantwortlich sind. Bei einer aktuellen Studie, für die 1.327 Jugendliche befragt wurden, hätten fast acht von zehn jungen Erwachsenen angegeben, im vergangenen Jahr an einem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Ein Fünftel zocke mindestens einmal in der Woche. Alarmierend ist dabei vor allem die Zahl der pathologischen Spieler: 2,1 Prozent sind spielsüchtig (4,1 Prozent der männlichen und 0,7 Prozent der weiblichen Befragten). In der erwachsenen Bevölkerung gelten gemeinhin 0,5 bis ein Prozent als "potenziell spielsüchtig".

Derevensky verfolgt die Responsible Gaming Aktivitäten der Casinos Austria Gruppe seit Jahren mit großem Interesse und bestätigte dabei sowohl Casinos Austria als auch den Österreichischen Lotterien sowie deren Tochtergesellschaften wörtlich eine "markante internationale Vorreiterrolle beim Spielerschutz." Ausführliche Informationen zum Thema "Spielsucht bei Jugendlichen" gibt es auf der Website seines Universitätsinstituts unter www.youthgambling.com.

Peter R. Darke, gelernter Sozialpsychologe und Professor für Marketing an der York School of Business in Toronto, Kanada, referierte über ein Thema, das ihn bereits seit seiner Doktorarbeit beschäftigt - Inwieweit beeinflussen irrationale Überzeugungen Entscheidungen beim Glücksspiel und welche Konsequenzen ergeben sich daraus.

Dr. Jens Kalke vom Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg, präsentierte seine, mittlerweile in Buchform erschienene, Studie zum pathologischen Glücksspiel in Österreich. Mit dieser Arbeit liegen erstmals empirische Zahlen vor, die unter anderem belegen, dass Österreich mit einem Anteil von 1,1 % pathologischer Spieler in der Gesamtbevölkerung im europäischen Mittelfeld liegt und, dass z.B. das Glücksspielangebot mit dem höchsten Suchtpotential in Österreich Spielautomaten außerhalb der Casinos sind.

Mag. Doris Malischnig, Abteilungsleiterin für Prävention bei Casinos Austria und Österreichische Lotterien, zeigte anhand praktischer Beispiele, wie die in den vergangenen Jahren im Rahmen der Responsible Gaming Academy präsentierten Studien Eingang in die tägliche Arbeit mit Gästen und Kunden gefunden haben.

Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz stellte in seinem Vortrag den europaweit ersten Universitätslehrgang zum Thema vor. Seit Jänner bietet die Universitätsklinik für medizinische Psychiatrie in Graz einen aus insgesamt fünf Modulen bestehenden Lehrgang in Responsible Gaming an. Dies ist die erste Ausbildungsveranstaltung, bei der Suchtexperten aus dem medizinischen und dem psychologischen Bereich mit Sozialarbeitern und Responsible Gaming Verantwortlichen aus der Glücksspielindustrie zusammentreffen.

Herbert Beck, Bereichsleiter für Responsible Gaming bei Casinos Austria und den Österreichische Lotterien, referierte über die Entwicklung von Responsible Gaming Programmen als verifizierbaren und auditierbaren Tatbestand und die Entwicklung von Responsible Gaming Standards bei den European Lotteries. Die Österreichischen Lotterien haben den daraus entwickelten Zertifizierungsprozess bereits vor drei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Ein ähnliches "Certification Framework" wird derzeit auch von der Dachorganisation der Europäischen Casino-Industrie, der European Casino Association, unter Mitwirkung der Responsible Gaming Experten von Casinos Austria erarbeitet.

Michael Auer von der Firma a2mlab stellte die praktische Umsetzung eines Mentoringkonzept im Glücksspiel vor. Es handelt sich dabei um ein spielverlaufsorientiertes Softwareprogramm, welches Spielteilnehmern des Online-Angebotes von win2day Informationen zu ihrem Spielverhalten liefern kann. Dieses Konzept soll in etwa einem halben Jahr den Nutzern auf freiwilliger Basis zur Verfügung stehen.

Im nächsten Jahr feiert die Responsible Gaming Academy ihr 10-jähriges Jubiläum. Casinos Austria und Österreichische Lotterien planen wiederum Forscher und Experten aus aller Welt zum Thema Spielerschutz nach Wien zu holen, denn so wie sich die Glücksspielangebote ständig dynamisch verändern so ändern sich auch die sich daraus ergebenden Herausforderungen für den Spielerschutz. Als Plattform für die Diskussion dieser Veränderungen hat sich die Responsible Gaming Academy national wie international bereits einen Namen gemacht und ist fixer Bestandteil im Veranstaltungsprogramm von Casinos Austria und den Österreichische Lotterien.

Bilder steht unter
http://www.lotterien.at/olg/CS_Bildarchiv.htm?searchText=Responsible
zum Download zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Casinos Austria und Österreichische Lotterien
Martin Himmelbauer
Tel.: 01 53 440 / 22326
martin.himmelbauer@casinos.at

www.casinos.at
www.lotterien.at

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