- 21.03.2012, 13:53:53
- /
- OTS0193 OTW0193
Elite der internationalen Spielsuchtforschung traf sich bei 9. Responsible Gaming Academy in Wien.
Key Note Speaker Jeff Dervensky attestiert Casinos Austria und Österreichischen Lotterien "markante internationale Vorreiterrolle beim Spielerschutz".
Wien (OTS) - Das Anbieten von Glücksspiel mit Verantwortung ist
für Casinos Austria und die Österreichischen Lotterien zentraler
Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Zur Schulung von
Mitarbeitern, vor allem aber auch zum Austausch mit nationalen und
internationalen Experten lud die Unternehmensgruppe heuer bereits zum
neunten Mal zur "Responsible Gaming Academy" (RGA) ins Studio 44.
Teilnehmer waren neben den Mitarbeitern der Unternehmensgruppe, auch
Vertreter des Finanz- und Innenministeriums, des BM für Gesundheit
und des BM für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz sowie
Mitarbeiter universitärer Institute und von Spielsucht-Beratungs- und
Therapieeinrichtungen. Auch internationale Teilnehmer waren zu Gast,
wie etwa Holland Casino, die finnische RAY-Gruppe oder die Loterie
Romande aus der Schweiz.
In seiner Eröffnungsansprache bekräftigte Generaldirektor Dr. Karl
Stoss das Bekenntnis der Unternehmensgruppe zu einer aktiven
Auseinandersetzung mit dem Thema Spielerschutz. "Für uns ist
Responsible Gaming nicht nur jetzt ein Thema, weil es ein zentraler
Punkt der Konzessionsverfahren ist. Wir nehmen seit jeher freiwillig
Umsatzeinbußen im Sinne des Spielerschutzes in Kauf."
DI Friedrich Stickler, als Vorstand der Österreichischen Lotterien in
der gesamten Unternehmensgruppe für den Bereich Responsible Gaming
verantwortlich, ging auf die Wichtigkeit des gelebten Spielerschutz
ein und betonte, dass dieser nur dann sinnvoll eingesetzt werden
kann, wenn die Regelungen für alle Teilnehmer am Markt gleich gelten
und von Justiz und Exekutive entsprechend durchgesetzt werden. "Ohne
konsequente Rechtsdurchsetzung gegenüber illegalen Anbietern werden
Maßnahmen zum Spielerschutz schnell zu einem Wettbewerbsnachteil.
Dies ist nicht akzeptabel und gefährdet auch den Ruf der gesamten
Branche. Als Unternehmensgruppe, für die auch in Zukunft die
Wahrnehmung der gesellschaftspolitischen Verantwortung an oberster
Stelle steht, ist uns ein funktionierender umfassender Spielerschutz
auf nationaler Ebene ein ganz besonderes Anliegen", so Stickler auch
unter Verweis auf seine Erfahrung als Präsident der European
Lotteries, dem Dachverband der europäischen Lotteriegesellschaften .
Auch heuer konnten wieder hochkarätige Referenten begrüßt werden,
allen voran Dr. Jeff Derevensky von der McGill Universität in
Montreal, Kanada. Er beschäftigt sich in seiner Forschung
insbesondere mit der Problematik der Spielsucht bei Jugendlichen und
präsentierte bei dieser RGA seine Arbeit über den Einfluss von
traumatischen Kindheitserfahrungen und deren mögliche Auswirkungen
auf die Entwicklung einer pathologischen Spielsucht im weiteren
Lebensverlauf. Derevensky hat nachgewiesen, dass körperlicher und
seelischer Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit ganz
wesentlich für die spätere Entwicklung von Spielsuchtproblemen
verantwortlich sind. Bei einer aktuellen Studie, für die 1.327
Jugendliche befragt wurden, hätten fast acht von zehn jungen
Erwachsenen angegeben, im vergangenen Jahr an einem Glücksspiel
teilgenommen zu haben. Ein Fünftel zocke mindestens einmal in der
Woche. Alarmierend ist dabei vor allem die Zahl der pathologischen
Spieler: 2,1 Prozent sind spielsüchtig (4,1 Prozent der männlichen
und 0,7 Prozent der weiblichen Befragten). In der erwachsenen
Bevölkerung gelten gemeinhin 0,5 bis ein Prozent als "potenziell
spielsüchtig".
Derevensky verfolgt die Responsible Gaming Aktivitäten der Casinos
Austria Gruppe seit Jahren mit großem Interesse und bestätigte dabei
sowohl Casinos Austria als auch den Österreichischen Lotterien sowie
deren Tochtergesellschaften wörtlich eine "markante internationale
Vorreiterrolle beim Spielerschutz." Ausführliche Informationen zum
Thema "Spielsucht bei Jugendlichen" gibt es auf der Website seines
Universitätsinstituts unter www.youthgambling.com.
Peter R. Darke, gelernter Sozialpsychologe und Professor für
Marketing an der York School of Business in Toronto, Kanada,
referierte über ein Thema, das ihn bereits seit seiner Doktorarbeit
beschäftigt - Inwieweit beeinflussen irrationale Überzeugungen
Entscheidungen beim Glücksspiel und welche Konsequenzen ergeben sich
daraus.
Dr. Jens Kalke vom Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der
Universität Hamburg, präsentierte seine, mittlerweile in Buchform
erschienene, Studie zum pathologischen Glücksspiel in Österreich. Mit
dieser Arbeit liegen erstmals empirische Zahlen vor, die unter
anderem belegen, dass Österreich mit einem Anteil von 1,1 %
pathologischer Spieler in der Gesamtbevölkerung im europäischen
Mittelfeld liegt und, dass z.B. das Glücksspielangebot mit dem
höchsten Suchtpotential in Österreich Spielautomaten außerhalb der
Casinos sind.
Mag. Doris Malischnig, Abteilungsleiterin für Prävention bei Casinos
Austria und Österreichische Lotterien, zeigte anhand praktischer
Beispiele, wie die in den vergangenen Jahren im Rahmen der
Responsible Gaming Academy präsentierten Studien Eingang in die
tägliche Arbeit mit Gästen und Kunden gefunden haben.
Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz stellte in seinem Vortrag den
europaweit ersten Universitätslehrgang zum Thema vor. Seit Jänner
bietet die Universitätsklinik für medizinische Psychiatrie in Graz
einen aus insgesamt fünf Modulen bestehenden Lehrgang in Responsible
Gaming an. Dies ist die erste Ausbildungsveranstaltung, bei der
Suchtexperten aus dem medizinischen und dem psychologischen Bereich
mit Sozialarbeitern und Responsible Gaming Verantwortlichen aus der
Glücksspielindustrie zusammentreffen.
Herbert Beck, Bereichsleiter für Responsible Gaming bei Casinos
Austria und den Österreichische Lotterien, referierte über die
Entwicklung von Responsible Gaming Programmen als verifizierbaren und
auditierbaren Tatbestand und die Entwicklung von Responsible Gaming
Standards bei den European Lotteries. Die Österreichischen Lotterien
haben den daraus entwickelten Zertifizierungsprozess bereits vor drei
Jahren erfolgreich abgeschlossen. Ein ähnliches "Certification
Framework" wird derzeit auch von der Dachorganisation der
Europäischen Casino-Industrie, der European Casino Association, unter
Mitwirkung der Responsible Gaming Experten von Casinos Austria
erarbeitet.
Michael Auer von der Firma a2mlab stellte die praktische Umsetzung
eines Mentoringkonzept im Glücksspiel vor. Es handelt sich dabei um
ein spielverlaufsorientiertes Softwareprogramm, welches
Spielteilnehmern des Online-Angebotes von win2day Informationen zu
ihrem Spielverhalten liefern kann. Dieses Konzept soll in etwa einem
halben Jahr den Nutzern auf freiwilliger Basis zur Verfügung stehen.
Im nächsten Jahr feiert die Responsible Gaming Academy ihr
10-jähriges Jubiläum. Casinos Austria und Österreichische Lotterien
planen wiederum Forscher und Experten aus aller Welt zum Thema
Spielerschutz nach Wien zu holen, denn so wie sich die
Glücksspielangebote ständig dynamisch verändern so ändern sich auch
die sich daraus ergebenden Herausforderungen für den Spielerschutz.
Als Plattform für die Diskussion dieser Veränderungen hat sich die
Responsible Gaming Academy national wie international bereits einen
Namen gemacht und ist fixer Bestandteil im Veranstaltungsprogramm von
Casinos Austria und den Österreichische Lotterien.
Bilder steht unter
http://www.lotterien.at/olg/CS_Bildarchiv.htm?searchText=Responsible
zum Download zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Casinos Austria und Österreichische Lotterien Martin Himmelbauer Tel.: 01 53 440 / 22326 mailto:[email protected] www.casinos.at www.lotterien.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LMO






