• 21.03.2012, 10:40:24
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Osterfestspiel-Skandal: Vorwürfe gegen Burgstaller

Kretschmer laut Anwalt suizidgefährdet und in stationärer Behandlung

Wien (OTS) - Harte Vorwürfe gegen Landeshauptfrau Gabi Burgstaller
im Salzburger Osterfestspiel-Skandal: "Wenn jemand als
Kuratoriumsvorsitzender 98 Prozent der Eigentümerinteressen vertritt,
hat er klare Verpflichtungen. Wer sonst als ein Kuratorium soll denn
kontrollieren?", argumentiert der Salzburger Jurist Helmut Hübel in
der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe. Hübel ortet beim soeben
stattfindenden Schadenersatzprozess "das Muster einer Kollision": Die
als Zeugin vorgeladene Burgstaller war zum Zeitpunkt der angeblichen
Malversationen Kuratoriumsvorsitzende ("geschäftsführende
Präsidentin") der Karajan-Stiftung, des damaligen
98-Prozent-Gesellschafters der Osterfestspiele - wird aber vom selben
Anwalt vertreten wie das geschädigte Festival.

Den laufenden Prozess vor dem Salzburger Zivilgericht haben die
Osterfestspiele angestrengt. Sie wollen von vier Personen - zwei
Anwälten, einer Steuerberatungskanzlei und dem ehemaligen Technischen
Direktor der Sommerfestspiele, Klaus Kretschmer - 1,5 Millionen Euro
Schadenersatz. Unter den Beklagten findet sich der pensionierte
Rechtsanwalt Christoph Aigner, seinerzeit Zweiprozentgesellschafter
der Osterfestspiele: Er habe seine Aufsichtspflicht verletzt. Nun
begreift Jurist Hübel nicht, weshalb man zwar den
Zweiprozentgesellschafter belangt, aber sogar denselben Anwalt
beschäftigt wie die Aufsichtsratsvorsitzende des
98-Prozent-Gesellschafters. Hübel vertritt seinerseits die
Buchhalterin Brigitte K., die von Burgstaller als Schlüsselfigur des
Skandals bezeichnet worden war und die Landeshauptfrau auf
Kreditschädigung geklagt hat. Burgstaller- und Festivalanwalt Alfred
Hammerer weist die Vorwürfe via NEWS zurück: Die Landeshauptfrau sei
bloß für die Karajan-Stiftung, nicht für die Osterfestspiele tätig
gewesen. "Da besteht keine Aufsichtspflicht."

Neues auch von Kretschmer, der sich nach dem Auffliegen des
Skandals von einer Brücke stürzte. Für ihn sind im Prozess am
Donnerstag und Freitag kurze Anhörungstermine anberaumt. Wie sein
Anwalt Leopold Hirsch in NEWS erklärt, könne Kretschmer zwar wieder
"ohne Stock gehen", befinde sich aber in stationärer psychiatrischer
Behandlung. Kretschmer sei wieder suizidgefährdet. Sein Zustand hat
sich laut NEWS-Information verschlechtert, da er kürzlich von seiner
Lebensgefährtin verlassen wurde.

Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

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