- 20.03.2012, 11:45:44
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Küng: Menschen mit Down-Syndrom uneingeschränkt annehmen
"Familienbischof" erinnert an den am 21.3. begangenen Welttag der Menschen mit Trisomie 21 - Bei Messe im Wiener Stephansdom am Sonntag wirken junge Menschen mit Down-Syndrom mit
Klagenfurt-Wien, 20.03.12 (KAP) Zu uneingeschränkter Annahme von
Menschen mit Behinderung hat Bischof Klaus Küng am Dienstag in
Tainach/Tinje anlässlich des bevorstehenden Welttages der Menschen
mit Down-Syndrom (21. März) aufgerufen. Österreichs
"Familienbischof" sprach zuerst allen Menschen mit Trisomie 21 und
ihren Angehörigen "Verbundenheit, Respekt und Liebe" aus. Das Datum
des 21.3. stehe symbolisch für das Chromosom 21, das bei
Down-Syndrom-Menschen dreimal gegeben ist.
Doch sei es fraglich, wie lange es diesen Welttag noch geben wird,
so Küng. Er wies darauf hin, dass sich etwa in der Schweiz nach
Studien 92 Prozent der Eltern bei einer möglichen (aber nicht immer
sicheren) Diagnose auf Trisomie 21 für einen Schwangerschaftsabbruch
entschieden.
Weltweit bewege sich der Prozentsatz um die 80 Prozent. Ein Großteil
der Kinder mit dieser Behinderung werde somit schon vor der Geburt
"ausgesiebt", beklagte der St. Pöltener Bischof am Rande der
Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz in
Tainach (Kärnten).
Küng sprach in seiner Stellungnahme zwei weitere Themen an, die in
unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Behinderung stehen: die
sogenannte "eugenische Indikation", die eine Abtreibung eines Kindes
bei Behinderung bis unmittelbar vor der Geburt ermöglicht, und die
Präimplantationsdiagnostik (PID). Küng: "PID dient nie der Heilung,
sondern immer nur der Auslese, nicht zuletzt auch der Kinder mit
Trisomie 21. PID ist auch durch Einschränkungen kaum zu begrenzen.
Wir müssen uns ernsthaft fragen, welche Botschaft wir unseren
Kindern und Mitmenschen senden, wenn wir sagen: Ich nehme dich an,
aber nur, wenn du so bist, wie es mir passt."
Das Leben jedes Menschen - auch eines behinderten und kranken -
stelle einen unendlichen Wert dar. Der Bischof appellierte daher
anlässlich des Tages der Menschen mit Trisomie 21 an alle Menschen
in Politik und Gesellschaft, diesem Wert des Lebens gerecht zu
werden.
Im Wiener Stephansdom wird der Welttag der Menschen mit Down-Syndrom
mit einem Gottesdienst am Sonntag, 25. März, 18 Uhr, begangen.
Dompfarrer Anton Faber lädt dazu ein. Junge Menschen mit
Down-Syndrom werden bei der Gestaltung der Messfeier als Lektoren
und Ministranten mitwirken.
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