BMUKK: Hohe staatliche Auszeichnungen an Karl Heinz Gruber, Felix Czeipek, Fritz Hörmann, Robert Kremlicka und Bernd E. Mader

Wien (OTS) - Im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur wird heute im Rahmen eines Festaktes Karl Heinz Gruber das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreicht. Felix Czeipek, Fritz Hörmann, Robert Kremlicka und Bernd E. Mader wird der Berufstitel Professor verliehen.

Univ.-Prof.i.R. Dr. Karl Heinz Gruber erhält das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Gruber hat mehr als 40 Jahre lang als Schulpädagoge und Erziehungswissenschaftler an der Universität Wien geforscht, gelehrt und publiziert. Er gilt als Wegbereiter der vergleichenden Erziehungswissenschaft in Österreich, war Vorkämpfer einer Gesamtschulreform und ist ein kritischer Beobachter der österreichischen Schulpolitik. Als Bildungsforscher bemühte sich Karl Heinz Gruber internationale Entwicklungen in den Schul- und Bildungssystemen der OECD-Länder für den österreichischen Diskurs fruchtbar zu machen und das österreichische Bildungssystem im Ausland darzustellen. Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität Oxford sowie Gastprofessuren und Sabbaticals an der Graduate School of Education der Harvard University, den japanischen Universitäten von Chiba, Kyoto und Hiroshima und an den Universitäten Graz und Salzburg belegen die internationale und nationale Wertschätzung seiner Tätigkeit. Als Gutachter und Berater des Unterrichts- und des Wissenschaftsministeriums verfasste er Expertisen zu Fragen der Schulorganisation, der LehrerInnenbildung und internationaler Schulentwicklungstrends. Gruber vertrat Österreich in mehreren internationalen Bildungsgremien: Er war Delegierter im Governing Board des Center for Educational Research and Innovation der OECD (CERI), gehörte als Vertreter Österreichs dem wissenschaftlichen Beirat des International Bureau of Education der UNESCO in Genf an und war Mitglied des OECD-Expertenteams zur Evaluierung der norwegischen Universitäten. Durch seine österreichweite Vortragstätigkeit und seine Kommentare zu Schul- und Bildungsfragen in der Tageszeitung "Der Standard" wurde er auch einem breiteren Publikum bekannt. Es gehört zu Karl Heinz Grubers Selbstverständnis als Erziehungswissenschaftler und "pädagogischer Aufklärer", dass Wissenschaft allgemein verständlich "unter die Leute gebracht werden muss".

Den Berufstitel "Professor" erhalten:

Regierungsrat Felix Czeipek ist seit 1997 ehrenamtlicher Leiter des Bezirksmuseums Wieden und maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Bezirksmuseum nach wissenschaftlichen, administrativen aber vor allem auch nach kulturellen Maßstäben eine hohe Reputation weit über die Grenzen Wiens hinaus genießt. Unter seiner Leitung wurden wichtige Objekte aus der Sammlung des Bezirksmuseums restauriert und zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen gestaltet, unter anderem "Heimat bist du großer Töchter", "100. Todestag von Johann Strauß Sohn", "Carl Millöcker und die Wieden", "Kirche auf der Wieden" oder "Die Wieden und ihre Maler". Seit 1995 zeichnet er auch für die Herausgabe der Wiedner Museumsblätter "Unsere Wieden" verantwortlich. Felix Czeipek ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.

Fritz Hörmann hat durch seine engagierte Museums- und Ausstellungstätigkeit Anerkennung verdient. Auf Initiative Hörmanns wurde 1984 der Museumsverein Werfen gegründet, der sich seither durch seine Sammeltätigkeit und Mithilfe bei der Restaurierung und musealen Revitalisierung kultureller Baudenkmäler, vor allem aber durch seine volksbildnerische Aktivitäten einen Namen gemacht hat. Die 2004 herausgegebene "Bestandsaufnahme" über 20 Jahre Ausstellungstätigkeit des Museumsvereins Werfen listet zu jedem Kalenderjahr eine oder mehrere kulturgeschichtliche Ausstellungen auf. Hörmann und sein Team haben vielfach aktuelle geschichtswissenschaftliche Trends aufgegriffen, die "Grabe wo Du stehst" - Bewegung gleichermaßen wie die Alltagsgeschichte, und zuletzt eine stärkere kulturgeschichtliche Ausrichtung. Unter Hörmanns Ägide sind neben Ausstellungskatalogen mehrere umfangreiche Arbeiten, etwa die Ortschroniken von Werfen und Bischofshofen sowie Bildbände zur Pongauer Regionalgeschichte erschienen. Mit Kunstausstellungen und dem über zehn Jahre veranstalteten "Werfner Malersymposium" wurde ein wichtiger Beitrag zur Heranführung eines breiten Publikums an die zeitgenössische Kunst geleistet.

Der Betriebswirt Ing. Mag. Dr. Robert Kremlicka hat sich seit 1991 durch zahlreiche Veröffentlichungen in Magazinen und Zeitungen einen Namen gemacht. Er setzt sich darin mit den wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, insbesondere dem Unternehmenskauf in Osteuropa und den damit im Zusammenhang stehenden Auswirkungen auf die Zentraleuropäische Wirtschaft auseinander. Im Besonderen werden die Auswirkungen der Ostöffnung auf den Standort Österreich in den verschiedenen Branchen beleuchtet. Das von ihm im Linde Verlag herausgebrachte Werk "Wohlstand sucht Wachstum. So hat Österreich Standort-Zukunft", beschäftigt sich nach einer ausführlichen Befundaufnahme mit den erforderlichen Veränderungen sowie den möglichen Zukunftschancen. Ein großes Anliegen ist Kremlicka die Verknüpfung einzelner Wirtschaftsaspekte zu einer Gesamtschau und deren Vermittlung an einen großen Interessentenkreis.

Der Pharmazeut und Volkskundler Mag. Dr. Bernd E. Mader nutzt seine natur- und kulturwissenschaftliche Doppelausbildung zu Forschungen in den Bereichen Pharmaziegeschichte und Volksmedizingeschichte. Er begann bereits in den 70er Jahren mit seiner erfolgreichen Publikationstätigkeit. Hervorzuheben ist seine ausgeprägte Fähigkeit, Themen nicht nur fundiert wissenschaftlich zu bearbeiten, sondern seine Forschungsergebnisse auch für eine breitere Leserschaft aufzubereiten. Mader versteht es, scheinbar marginale Kleinigkeiten in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung sichtbar zu machen, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer im Sinne von science goes public. Sein Werk umfasst neben über 50 Aufsätzen auch zwei bekannte Buchveröffentlichungen: "Der Höllerhansel" (1997) und "Naturheiler, Zahnreißer und Viehdoktoren. Bäuerliche Heiltraditionen" (1999).

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