• 15.03.2012, 14:26:34
  • /
  • OTS0214 OTW0214

Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustüre

Energiereferent Eisl und Umweltschutzreferent Blachfellner stellten Salzburgs Strategie zur Energieautonomie 2050 vor

Salzburg (OTS) - Kürzlich jährte sich der erste Jahrestag der
Reaktorkatastrophe von Fukushima. Unter den Eindrücken dieser
Atomkatastrophe hat die Salzburger Landesregierung vor knapp einem
Jahr einen Grundsatzbeschluss zum Wertewandel in der Energiepolitik
gefasst. Darin wurde unter anderem festgelegt, dass zur Erhöhung der
Energieeffizienz ein Maßnahmenplan gemeinsam von Energie- und
Umweltschutzressort ausgearbeitet werden soll. Die beiden zuständigen
Landesräte Sepp Eisl und Walter Blachfellner präsentierten heute,
Donnerstag, 15. März, ihre gemeinsamen Pläne zu "Salzburg 2050 -
klimaneutral.energieautonom.nachhaltig" im
Biomasse-Innovations-Zentrum in der Gemeinde Eugendorf.

Salzburg ist bereits heute Vorreiter unter den Regionen Europas,
wenn es um den Einsatz erneuerbarer Energie geht. Bereits jetzt
werden 42,5 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus erneuerbaren
Quellen gewonnen. "Österreichweit sind das 30,8 Prozent und im
europäischen Vergleich 8,5 Prozent. Kein Bundesland konnte den Anteil
der erneuerbaren Energie seit 2008 so stark steigern wie Salzburg",
so Energiereferent Sepp Eisl.

Gemeinsam haben sich Eisl und Blachfellner sowie die gesamte
Landesregierung ehrgeizige Ziele in der Klimaschutz- und
Energiepolitik gesetzt. "Bis zum Jahr 2020 sollen die
Treibhausgasemissionen um 30 Prozent reduziert, bis 2030 um 50
Prozent reduziert werden, 2050 soll das Land Salzburg dann
klimaneutral und energieautonom sein", erläuterten die beiden
Landespolitiker. "Diese Zielsetzung ergibt sich aus der
Notwendigkeit, die Erhöhung der globalen mittleren Temperatur auf
zwei Grad Celsius zu begrenzen, wenn wir nicht einen unbeherrschbaren
Klimawandel haben wollen. Das Einhalten dieses Zieles heißt nicht,
dass es nicht zu negativen Auswirkungen kommt, sondern es wird
erwartet, dass dieser Anstieg noch beherrschbar ist", erläuterten die
Landesräte.

Zur Erreichung dieser Ziele wurden in den vergangenen Monaten der
Strategiebeschluss "Salzburg 2050" samt Maßnahmenkatalog, das
Salzburger Energieeffizienz- und Klimaschutzgesetz und das
Erneuerbare-Energien-Ausbaugesetz erarbeitet. "Wir werden diese
Initiativen nun dem Landtag zur Beratung und Beschlussfassung
übermitteln", kündigten Eisl und Blachfellner weiters an.

Bei der Ausarbeitung des Programms waren Blachfellner folgende
Rahmenbedingungen wichtig: "Der Ausstoß an Treibhausgasen ist ein
großes Umweltproblem, aber nicht das einzige. Beim Ziel der
Schadstoffabsenkung muss neben dem treibhausrelevanten Kohlendioxid
auch die Feinstaubproblematik berücksichtigt werden, schließlich geht
es hier um den Gesundheitsschutz für die Menschen", hob
Umweltschutzreferent Blachfellner hervor. Darüber hinaus dürfen die
Maßnahmen keinen anderen umweltpolitischen Zielsetzungen, wie etwa
Feinstaub- und Stickstoffoxidreduktion, entgegenstehen.

Was bedeutet das für die Praxis?

Beispiel Raumwärme und Warmwasser: In diesem Bereich sind im
Maßnahmenpaket unter anderem der zeitlich begrenzte
Sanierungszuschuss für ineffiziente Wohngebäude und die Sanierung der
Heizungssysteme für alle im Einfluss des Landes befindlichen Gebäude
enthalten.

Beispiel Energieaufbringung und -verteilung: Große Bedeutung im
Programm "Salzburg 2050" wird dem Bereich Energieaufbringung und
-verteilung eingeräumt. Dazu zählt beispielsweise die energetische
Optimierung von Wasserkraftwerken. Dabei sollen bestehende Anlagen
auf Ausbau- und Sanierungsmöglichkeiten mit dem Ziel einer höheren
Energieausbeute geprüft werden. Durch eine Solarkampagne soll es zu
einer Steigerung des Einsatzes von gebäudeintegrierten thermischen
Solaranlagen und Fotovoltaik einschließlich der Beispiele an Schulen
kommen.

Das Land will bei der Einsparung von Energie Vorbildwirkung
zeigen. Daher soll bei jedem umfassenden Bauprojekt geprüft werden,
ob öffentliche Gebäude für dezentrale Stromerzeugung durch
Fotovoltaik- und Kleinwindkraftanlagen auf Landesgebäuden Dritten zur
Verfügung gestellt werden können.

Weiters soll der Ausbau erneuerbarer Energien im Land Salzburg
durch den Abbau rechtlicher und administrativer Hindernisse im
Genehmigungsverfahren erleichtert werden. Dies gilt insbesondere für
die Errichtung von Windkraftanlagen. Was den Landesräten Eisl und
Blachfellner hier besonders wichtig ist: Nachbarschaftsrechte müssen
gewahrt bleiben und die Anliegen der Anrainer Gehör finden. Ein
weiterer Vorschlag betrifft die Erleichterung für die Errichtung von
gebäudeintegrierten Solaranlagen, hier soll die
Dachflächenbeschränkung bei integrierten
Solaranlagen entfallen.

Im Bereich Biomasse soll es zu einer Verstärkung der Maßnahmen zur
Holzmobilisierung in Wäldern, in denen die Biomassevorräte bzw. deren
Zuwachs derzeit kaum genutzt werden, kommen, also insbesondere im
Kleinwald. Vorgeschlagen werden auch der Aufbau und die Unterstützung
von "Biomassehöfen" durch die Schaffung von Logistikstellen zur
regionalen Aufbringung der Holzsortimente.

Beispiel Mobilität und Raumplanung: "Wenn man weiß, dass bereits
34 Prozent des CO2-Ausstoßes im Land Salzburg vom Straßenverkehr
verursacht werden und die Tendenz steigend ist, dann muss besonders
im Verkehrssektor angesetzt werden", sagten Eisl und Blachfellner.

Ein Herzstück im Maßnahmenplan und von Raumordnungsreferent
Blachfellner besonders vorangetrieben ist die Flächenwidmung im
Einzugsbereich von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs.
Blachfellner: "Ziel des Projektes ist es, die Wohnbautätigkeit wieder
verstärkt im Nahbereich von Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs
zu entwickeln. Hier wollen wir weiter den intensiven Kontakt mit den
Gemeinden suchen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen eine faire
Wahl zwischen Bahn, Bus und Pkw haben. Die Benützung der öffentlichen
Verkehrsmittel ist im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes ein Gebot
der Stunde."

Ziel ist es weiters auch, weitere Gemeinden für das erfolgreiche
e5-Programm unter Berücksichtigung aller energierelevanten Aspekte,
die die Gemeinde beeinflussen kann, wie Bauen, Wohnen, Raumordnung
und Mobilität, zu gewinnen.

Darüber hinaus soll es zu einer Infrastrukturverbesserung im
Salzburger Zentralraum mit Blick auf Alltagsfahrten
(Nahbereichspendler) kommen, z.B. durch Radschnellwege oder
Radlerbo-nus in Betrieben und Verbesserung der Verkehrssicherheit für
Radfahrer.

Auch das Angebot von Teleworking im Landesdienst soll in Zukunft,
so weit es möglich ist, noch mehr Platz greifen, um Pkw-Fahrten
einzusparen.

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg - Medien- und Marketingzentrum
Chefredakteurin Mag. Karin Gföllner
Tel.: (0662) 80 42 / 24 33
mailto:[email protected]
http://www.salzburg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SBG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel