GLOBAL 2000: Beben im Nordosten Japans warnt vor tickender Zeitbombe Fukushima

Wäre das heutige Beben vor Fukushima passiert, würde das Reaktor 4-Abklingbecken abstürzen.

Wien (OTS) - Die Pazifikküste der Insel Hokkaido im Nordosten Japans wurde heute von einem Erdbeben der Stärke 6.8 erschüttert, eine Tsunami-Warnung wurde ausgegeben. Bereits direkt nach dem folgenschweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 der Stärke 9.0 kam es zu einer ganzen Reihe von weiteren starken Nachbeben in der Fukushima-Region. Japanische und chinesische Seismologen unter der Leitung der Universität von Sendai stellten insgesamt 24.108 Beben fest, davon 23 über der Stärke von 5.0 auf der Richterskala. "Das stärkste dieser Nachbeben war am 11. April 2011 in Iwaki, sechzig Kilometer entfernt von den Reaktor-Ruinen von Fukushima", so Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000. "Das neuerliche starke Beben in Hokkaido zeigt, dass die Betreiberfirma TEPCO hier russisches Roulette mit der Menschheit spielt, da sie immer noch nicht die Reaktorruinen gegen ein Beben dieser Stärke abgesichert hat."

Reaktor 4 war zum Zeitpunkt des Erdbebens im Jahr 2011 nicht in Betrieb - das Problem lag im Abklingbecken, in dem die über 1300 Brennelemente des Reaktors zwischengelagert sind, das durch das Beben leck schlug, trocken fiel und zu brennen begann. Durch die Explosion des Reaktorgebäudes wurde das Reaktordach über dem Abklingbecken weggesprengt. "Erst durch das Besprühen mit Feuerwehrschläuchen konnte der Brand letztes Jahr gestoppt werden, noch immer werden große Mengen Wasser auf das unter freiem Himmel liegende Abklingbecken geleitet", so Uhrig. "Realistische Abschätzungen des amerikanischen Nuklearingenieurs Arnold Gundersen zeigen, dass bei einem Beben der Stärke 7.0 unter den Reaktorruinen der Zusammenbruch der Reaktorruine droht - und der Absturz des Abklingbeckens mit seiner radioaktiven Fracht." Die Folge wäre ein weiterer Brand der Brennelemente und eine riesige radioaktive Freisetzung, die sogar die Millionenmetropole Tokio bedrohen könnte. "Wir fordern die japanische Regierung dringend dazu auf, endlich den Warnschuss des neuen Erdbebens ernst zu nehmen und der Betreiberfirma TEPCO die Kontrolle über die Reaktorruinen zu entziehen - zum Schutz der ganzen Menschheit", so Uhrig abschließend.

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