• 12.03.2012, 10:56:48
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Bures empfiehlt Einsatz von Alkolocks bei Schulbussen

100 geförderte Alkolocks für Lkws - Jetzt startet Pilotversuch mit Pkw-Lenkern

Wien (OTS/BMVIT) - Das Alkohol Interlock System, kurz Alkolock,
stellt sicher, dass der Lenker nur dann das Fahrzeug in Betrieb
nehmen kann, wenn er zuvor bei der Abgabe einer Atemluftprobe den
eingestellten Grenzwert von 0,0 Promille nicht überschreitet.
Verkehrsministerin Doris Bures und KFV-Direktor Othmar Thann haben am
Montag die Ergebnisse des ersten Alkolock-Pilotversuchs in Österreich
vorgestellt. Ein Jahr lang wurde die Handhabbarkeit dieser Geräte in
Lkws getestet. Das Ergebnis fällt durchwegs positiv aus: Sowohl die
Lkw-Lenker als auch die Frachtunternehmen halten Alkolocks für
alltagstauglich - und sie befürworten ihren Einsatz im Sinne der
Verkehrssicherheit. Bures will jetzt die Frächter dabei unterstützen,
auf freiwilliger Basis Alkolock in ihren Lkws einzubauen. Deshalb
fördert das Verkehrsministerium Alkolocks für 100 Lkws, die
Anschubfinanzierung deckt 50 Prozent der Kosten ab. ****

Neben Lkws hält die Ministerin Schulbusse für einen
Anwendungsbereich, wo man unmittelbar mit dem Einsatz von Alkolocks
beginnen könnte. Sie empfiehlt den Städten und Gemeinden, die für die
Bestellung von Schulbussen zuständig sind, dass sie Alkolocks zu
einem Vergabekriterium machen. "Die Sicherheit unserer Kinder sollte
uns das wert sein", so die Ministerin. Sie wird sich direkt an den
Städte- und Gemeindebund wenden und den Verantwortlichen ihren
Vorschlag im Detail erläutern.

KFV-Direktor Othmar Thann, dessen Institut das Pilotprojekt
evaluiert hat, unterstützt diesen Vorstoß: "Die Ergebnisse der
Pilotstudie haben uns gezeigt, dass es sowohl bei den Fahrern als
auch bei den Unternehmen eine hohe Akzeptanz gibt. Als nächsten
Schritt ist eine Umsetzung besonders in Bereichen mit höchster
Lenker-Verantwortung - wie bei Schülertransporten - erstrebenswert."

Beim Pilotprojekt haben 23 Transportunternehmen aus 8 Bundesländern
mit 31 Lkws mitgemacht. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat das
Pilotprojekt begleitet und nach einjähriger Laufzeit evaluiert. 60
Prozent der Fahrer bescheinigten eine gute Handhabbarkeit der Geräte,
70 Prozent befürworten Alkolocks als Maßnahme zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit.

Alkolocks für "Wiederholungstäter"

Außerdem kündigt die Verkehrsministerin den Start für ein neues
Pilotprojekt an. "Als nächstes wollen wir untersuchen, wie sich
Alkolocks bei der Rehabilitation bewähren." Das Projekt richtet sich
an Personen, deren Führerschein wegen eines Alkoholdeliktes auf
unbestimmte Zeit entzogen wurde. Wer bereit ist, sich ein Alkolock
einbauen zu lassen, bekommt seinen Führerschein zurück und wird
medizinisch und verkehrspsychologisch betreut. "Das Projekt nützt
also nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern hat auch einen
sozialpolitischen Aspekt", betont Bures. Denn für viele ist der
Führerschein für den Beruf unverzichtbar. Mit diesem Projekt könne
eine Negativspirale "Führerschein weg - Job weg verhindert" werden.

Hintergrund: In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der
Alkoholunfälle deutlich zurückgegangen. 2008 wurden 2.714 Unfälle mit
alkoholisierten Beteiligten verzeichnet, 2011 waren es um 763, das
sind knapp 30 Prozent, weniger. Verkehrministerin Bures ist
überzeugt, dass der Mix aus strengeren Gesetzen mit höheren
Geldstrafen und längerem Führerscheinentzug, Bewusstseinsbildung wie
die Kampagne gegen Alkohol am Steuer und strengen Kontrollen durch
die Polizei wirkt.

Aber immer noch ist Alkohol die Ursache für sechs bis acht Prozent
der tödlichen Unfälle. Die Dunkelziffer liegt nach Ansicht von
Experten um einiges höher. (Zur Erklärung: Bei tödlichen
Alleinunfällen wird nachträglich keine Messung des Blutalkoholgehalts
durchgeführt.) Deshalb will die Verkehrsministerin mit den Alkolocks
neue Wege in der Prävention und Rehabilitation erproben. In jüngerer
Zeit starteten auch andere europäische Staaten Pilotprojekte,
Vorreiter war Schweden, wo seit 2007 alle FahrerInnen von
öffentlichen Transportmitteln, Taxis eingeschlossen, nur noch mit
Alkolock fahren. In Finnland sind Alkolocks seit 2005 bei
Alkoholdelikten für Erst- und Wiederholungstäter gesetzlich
verankert.

Das EU-Projekt SUPREME kommt jedenfalls in beiden Bereichen zu einem
positiven Ergebnis. Die Alkohol-Wegfahrsperre verringert das Risiko
von Unfällen mit Verletzungsfolgen um etwa die Hälfte. Außerdem
mindern diese Sperren, so die Studie, die Rückfallquote bei
verurteilten Alkoholdelinquenten um 40 bis 95 Prozent. (Schluss)

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Mag.a Marianne Lackner, Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
mailto:[email protected]

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