"Kulturmontag" am 12. März: Gold im Belvedere, Österreich in Baku und schmutzige Geschäfte in den Haushalten

Weiters: ORF-Premiere für "Der Kameramörder" im "art.film"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler führt am Montag, dem 12. März 2012, ab 22.30 Uhr in ORF 2 durch einen "Kulturmontag", der sich diesmal unter anderem mit glänzenden Zeiten im Wiener Belvedere beschäftigt:
Ab Donnerstag findet dort eine spektakuläre Gold-Ausstellung statt. Der "Kulturmontag" berichtet außerdem über schmutzige Geschäfte mit der Sauberkeit, wenn die Journalistin Sibylle Hamann undercover in die Gesellschaft der Putz-, Pflege- und sonstigen Hilfskräfte eintaucht. Ein weiteres Thema ist der Eurovision Song Contest, der dieses Jahr in einer Stadt der Extreme ausgetragen wird: Baku - eine Stadt zwischen Ölmilliarden und Regimekritikern. André Heller und sein Biograf Christian Seiler sind zu Gast in "les.art". Anlass ist Hellers 65. Geburtstag. Ebenfalls zu Gast ist Schriftsteller und Literaturwissenschafter Raoul Schrott. Als "art.film" steht um 0.00 Uhr die ORF-Premiere von "Der Kameramörder" auf dem Programm von ORF 2. Der Film von Regisseur Robert Adrian Pejo, der nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic entstand, wurde vom ORF im Rahmen des Film-/Fernsehabkommens kofinanziert.

Gold-Rausch: Glänzende Zeiten im Wiener Belvedere - Eine kleine Kulturgeschichte des edlen Metalls

Gold! Allein der Klang des Wortes weckt Gier. Spitzensportler hecheln ihm hinterher, ebenso Hollywood- und Plattenstars. Spekulanten ohnehin. Kein anderes Metall ist mythisch und spirituell so aufgeladen, oft klebt Blut an ihm. Die Minenarbeiter in China, Südafrika oder Peru werden schamlos ausgebeutet, auf die Umwelt wird keine Rücksicht genommen. In Zeiten unsicherer Wirtschaftsprognosen ist das Edelmetall sicherer Anlagewert. Wie Recht hatte doch Goethes Gretchen: "Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles!" Das Belvedere in Wien zeigt ab Donnerstag eine spektakuläre Gold-Ausstellung - und macht deutlich, wie zeitgenössische Künstler das Edelmetall in ihren Werken einsetzen. 200 Werke von 120 internationalen Künstlern werden präsentiert, darunter Yves Klein, Gerhard Richter und Jan Fabre. Zu sehen sind auch Gold-Arbeiten österreichischer Künstler, etwa von Bruno Gironcoli, Erwin Wurm, Hermann Nitsch, Johannes Domenig und Rudolf Leitner-Gründberg. Der "Kulturmontag" schürft tief und bittet Künstler, Banker, Kuratoren und Experten zu Wort.

Geheim-Report: Aus dem Leben einer Putzfrau - Von schmutzigen Geschäften mit der Sauberkeit

Die Journalistin Sibylle Hamann ist als Buchautorin erfolgreich: Sie wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, ihr Konterfei ziert Kolumnen in mehreren Qualitätszeitungen. Doch mit einem geblümten Kopftuch, das sie überstreifte, machte sie sich gleichsam unsichtbar und mit einem kurzen Online-Inserat reduzierte sie ihren Marktwert auf sieben Euro die Stunde. Aus der Akademikerin wurde Putzfrau Franziska. Für ihren Report "Saubere Dienste" tauchte Hamann undercover in eine Geheimgesellschaft ein - in eine Schattenwirtschaft, die von Scham und Ausbeutung geprägt ist. 400.000 Menschen arbeiten als Putz-, Pflege- und sonstige Hilfskräfte in Österreichs Haushalten. Obwohl unsere Gesellschaft ohne diese Menschen nicht existieren könnte, haben sie kaum oder gar keine rechtliche Absicherung. Jene, die ihnen Intimstes preisgeben, kennen von ihren Hilfskräften meist nur einen Vornamen und eine Handynummer. Putzfrauen ein Gesicht zu geben, ihre Identitäten sichtbar zu machen, ist auch Anliegen der Künstlerin Anna Jermolaewa. Aus Russland emigriert, hat sie sich selbst die erste Zeit in Österreich putzend über Wasser gehalten. In ihrer aktuellen Ausstellung in der Wiener Arbeiterkammer zeigt sie Putzfrauen bei der Arbeit und in ihrem privaten Umfeld. Der "Kulturmontag" über schmutzige Geschäfte mit der Sauberkeit.

Gegen-Bild: Baku vor dem Song Contest - Von Korruption und behördlicher Willkür

Mit ein wenig Glück und dem richtigen Hüftschwung werden sich die "Trackshittaz" ins Finale wackeln. Der "Eurovision Song Contest", diesmal in Aserbaidschans Hauptstadt Baku ausgetragen, ist eine fröhliche Veranstaltung. Aber damit ist dann wohl auch schon wieder Schluss mit lustig in der Metropole am Kaspischen Meer. Wohl wird sich die Stadt den erwarteten 10.000 Touristen von ihrer glänzenden Fassade präsentieren: Finanziert durch Ölmilliarden, sind in den letzten Jahren 800 Wolkenkratzer in den Himmel gewachsen. Doch das Bauland ist nicht nur wegen astronomischer Immobilienpreise heiß umkämpft: was im Wege steht, wird von Baggern niedergewalzt - und nicht zufällig sind dies oft die Behausungen von Regimekritikern. So wurde auch das Haus der Menschenrechtskämpferin Leyla Yunus in einer Nacht- und Nebelaktion abgerissen. Entschädigung erhält sie dafür keine. Der Aliyev-Clan regiert autoritär, die Korruption im Land blüht, die Medien sind gleichgeschaltet. Aufmerksamkeit für die Zustände in ihrem Land zu bekommen, ist die größte Hoffnung, die eine junge Generation in den Song Contest setzt. Ein Bericht im "Kulturmontag" abseits von Schlagerseligkeit.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Servicewiederholung jeweils am Dienstag im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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