• 09.03.2012, 14:16:27
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"Kulturmontag" am 12. März: Gold im Belvedere, Österreich in Baku und schmutzige Geschäfte in den Haushalten

Weiters: ORF-Premiere für "Der Kameramörder" im "art.film"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler führt am Montag, dem 12. März 2012,
ab 22.30 Uhr in ORF 2 durch einen "Kulturmontag", der sich diesmal
unter anderem mit glänzenden Zeiten im Wiener Belvedere beschäftigt:
Ab Donnerstag findet dort eine spektakuläre Gold-Ausstellung statt.
Der "Kulturmontag" berichtet außerdem über schmutzige Geschäfte mit
der Sauberkeit, wenn die Journalistin Sibylle Hamann undercover in
die Gesellschaft der Putz-, Pflege- und sonstigen Hilfskräfte
eintaucht. Ein weiteres Thema ist der Eurovision Song Contest, der
dieses Jahr in einer Stadt der Extreme ausgetragen wird: Baku - eine
Stadt zwischen Ölmilliarden und Regimekritikern. André Heller und
sein Biograf Christian Seiler sind zu Gast in "les.art". Anlass ist
Hellers 65. Geburtstag. Ebenfalls zu Gast ist Schriftsteller und
Literaturwissenschafter Raoul Schrott. Als "art.film" steht um 0.00
Uhr die ORF-Premiere von "Der Kameramörder" auf dem Programm von ORF
2. Der Film von Regisseur Robert Adrian Pejo, der nach dem
gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic entstand, wurde vom ORF im
Rahmen des Film-/Fernsehabkommens kofinanziert.

Gold-Rausch: Glänzende Zeiten im Wiener Belvedere - Eine kleine
Kulturgeschichte des edlen Metalls

Gold! Allein der Klang des Wortes weckt Gier. Spitzensportler hecheln
ihm hinterher, ebenso Hollywood- und Plattenstars. Spekulanten
ohnehin. Kein anderes Metall ist mythisch und spirituell so
aufgeladen, oft klebt Blut an ihm. Die Minenarbeiter in China,
Südafrika oder Peru werden schamlos ausgebeutet, auf die Umwelt wird
keine Rücksicht genommen. In Zeiten unsicherer Wirtschaftsprognosen
ist das Edelmetall sicherer Anlagewert. Wie Recht hatte doch Goethes
Gretchen: "Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles!" Das
Belvedere in Wien zeigt ab Donnerstag eine spektakuläre
Gold-Ausstellung - und macht deutlich, wie zeitgenössische Künstler
das Edelmetall in ihren Werken einsetzen. 200 Werke von 120
internationalen Künstlern werden präsentiert, darunter Yves Klein,
Gerhard Richter und Jan Fabre. Zu sehen sind auch Gold-Arbeiten
österreichischer Künstler, etwa von Bruno Gironcoli, Erwin Wurm,
Hermann Nitsch, Johannes Domenig und Rudolf Leitner-Gründberg. Der
"Kulturmontag" schürft tief und bittet Künstler, Banker, Kuratoren
und Experten zu Wort.

Geheim-Report: Aus dem Leben einer Putzfrau - Von schmutzigen
Geschäften mit der Sauberkeit

Die Journalistin Sibylle Hamann ist als Buchautorin erfolgreich: Sie
wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, ihr Konterfei ziert
Kolumnen in mehreren Qualitätszeitungen. Doch mit einem geblümten
Kopftuch, das sie überstreifte, machte sie sich gleichsam unsichtbar
und mit einem kurzen Online-Inserat reduzierte sie ihren Marktwert
auf sieben Euro die Stunde. Aus der Akademikerin wurde Putzfrau
Franziska. Für ihren Report "Saubere Dienste" tauchte Hamann
undercover in eine Geheimgesellschaft ein - in eine
Schattenwirtschaft, die von Scham und Ausbeutung geprägt ist. 400.000
Menschen arbeiten als Putz-, Pflege- und sonstige Hilfskräfte in
Österreichs Haushalten. Obwohl unsere Gesellschaft ohne diese
Menschen nicht existieren könnte, haben sie kaum oder gar keine
rechtliche Absicherung. Jene, die ihnen Intimstes preisgeben, kennen
von ihren Hilfskräften meist nur einen Vornamen und eine Handynummer.
Putzfrauen ein Gesicht zu geben, ihre Identitäten sichtbar zu machen,
ist auch Anliegen der Künstlerin Anna Jermolaewa. Aus Russland
emigriert, hat sie sich selbst die erste Zeit in Österreich putzend
über Wasser gehalten. In ihrer aktuellen Ausstellung in der Wiener
Arbeiterkammer zeigt sie Putzfrauen bei der Arbeit und in ihrem
privaten Umfeld. Der "Kulturmontag" über schmutzige Geschäfte mit der
Sauberkeit.

Gegen-Bild: Baku vor dem Song Contest - Von Korruption und
behördlicher Willkür

Mit ein wenig Glück und dem richtigen Hüftschwung werden sich die
"Trackshittaz" ins Finale wackeln. Der "Eurovision Song Contest",
diesmal in Aserbaidschans Hauptstadt Baku ausgetragen, ist eine
fröhliche Veranstaltung. Aber damit ist dann wohl auch schon wieder
Schluss mit lustig in der Metropole am Kaspischen Meer. Wohl wird
sich die Stadt den erwarteten 10.000 Touristen von ihrer glänzenden
Fassade präsentieren: Finanziert durch Ölmilliarden, sind in den
letzten Jahren 800 Wolkenkratzer in den Himmel gewachsen. Doch das
Bauland ist nicht nur wegen astronomischer Immobilienpreise heiß
umkämpft: was im Wege steht, wird von Baggern niedergewalzt - und
nicht zufällig sind dies oft die Behausungen von Regimekritikern. So
wurde auch das Haus der Menschenrechtskämpferin Leyla Yunus in einer
Nacht- und Nebelaktion abgerissen. Entschädigung erhält sie dafür
keine. Der Aliyev-Clan regiert autoritär, die Korruption im Land
blüht, die Medien sind gleichgeschaltet. Aufmerksamkeit für die
Zustände in ihrem Land zu bekommen, ist die größte Hoffnung, die eine
junge Generation in den Song Contest setzt. Ein Bericht im
"Kulturmontag" abseits von Schlagerseligkeit.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Servicewiederholung jeweils am
Dienstag im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und
Information und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar.

Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Markus Wibmer
Tel.: (01) 87878 - DW 14076
http://presse.ORF.at

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