- 07.03.2012, 11:07:07
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ÖAMTC: Daten und Fakten zur Mobilität von Frauen
Studien belegen: Frauen verhalten sich im Straßenverkehr anders als Männer
Wien (OTS) - Frauen in Österreich sind in ihrer Mobilität auf der
Überholspur. Sie fahren sicherer im Straßenverkehr, legen komplexe
Wegeketten zurück und setzen auf einen optimalen Mix der
Verkehrsmittel. Anlässlich des Internationalen Frauentags hat der
ÖAMTC Zahlen und Fakten rund um die Mobilität der Österreicherinnen
zusammengestellt.
* Im Sommer 2011 wurden für die ÖAMTC-Mobilitätsstudie 3.000
Österreicher und Österreicherinnen über 15 Jahre in einer
repräsentativen Umfrage zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. 1.550
der Befragten waren Frauen. Dieser Erhebung zufolge kombiniert jede
zweite Frau verschiedene Verkehrsmittel und Mobilitätsformen
miteinander. D.h. es ergibt sich ja nach Bedarf ein Mix aus Auto,
öffentlichen Verkehrsmittel, Rad- oder Fußweg. Frauen sind bereits
"multimodaler" als die männlichen Verkehrsteilnehmer. Der Pkw ist -
speziell in den ländlichen Regionen - nach wie vor wichtig: Fast jede
dritte Frau ist ausschließlich mit dem Auto unterwegs. Interessantes
Detail am Rande: Vier von zehn Frauen nutzen den Pkw oft als
Mitfahrerinnen, aber nur zwei von zehn Männern. Sechs von zehn Frauen
sitzen selbst am Steuer, bei den Männern sind es drei Viertel aller
Befragten.
* Schon das Mobilitätsverhalten von Frauen an sich unterscheidet
sich aufgrund unterschiedlicher Rollenzuschreibungen in der
Gesellschaft von dem der Männer. Zu dieser Erkenntnis kam eine
deutsche Studie (Chancengleichheit beim Zugang zu Mobilität, Region
Hannover, 2009): Frauen legen im Alltag eine größere Anzahl von Wegen
und - durch die Verknüpfung einer Vielzahl von Aktivitäten und Wegen
- komplexere Wegeketten zurück. Besonders große
Komplexitätsunterschiede zwischen den Geschlechtern ergeben sich in
Familienhaushalten mit Kindern. Die Gruppe mit den höchsten
Komplexitätsraten sind die erwerbstätigen alleinerziehenden Frauen.
Sie bewältigen viele Wege in kürzester Zeit. So erledigen sie
beispielsweise auf dem Weg von und zur Arbeit häufig Besorgungen,
begleiten Kinder oder begeben sich direkt zu Freizeitzielen. Bei
Personen, die alleine oder in Haushalten ohne Kinder leben, gibt es
zwischen Männern und Frauen nur einen minimalen Unterschied in der
Komplexität.
* "Aus der Unfallstatistik geht hervor, dass signifikant weniger
Frauen im Straßenverkehr verunglücken als Männer", weiß
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Im Jahr 2010 gab es in
Österreich insgesamt 65.462 Unfälle mit Personenschaden. Dabei waren
insgesamt 67 Prozent Männer und 33 Prozent Frauen beteiligt. Nur in
der Rubrik "Fußgänger" überwiegt der Frauenanteil: Im Jahr 2010
waren 53 Prozent aller an Unfällen Beteiligten Fußgängerinnen, 47
Prozent Fußgänger. (Quelle: Statistik Austria)
* Noch vor 50 Jahren war das Steuer fest in männlicher Hand. "Aber
im motorisierten Individualverkehr haben die Frauen aufgeholt", sagt
die ÖAMTC-Expertin. In der Gruppe der über 70-jährigen Männer haben
90 Prozent einen Führerschein. Bei den Frauen sind es nur 42 Prozent.
Inzwischen haben bei den 18- und 19-Jährigen 47 Prozent der Mädchen
und 60 Prozent der Burschen einen B-Führerschein. In der Gruppe der
30- bis 50-Jährigen sind es 87 Prozent der Frauen und 94 Prozent bei
den Männern (Quelle: Media-Analyse 2010/2011).
* Betrachtet man den Pkw-Bestand aus dem Jahr 2011, zeigt die
Statistik eine deutliche Sprache: Knapp 62 Prozent aller Pkw sind auf
Männer zugelassen, lediglich 38 Prozent auf Frauen. "Besonders
auffallend ist der Geschlechter-Unterschied bei der
Motorrad-Statistik", weiß die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Nur 9
Prozent aller zugelassenen Motorräder entfallen auf Frauen. Nicht
ganz so drastisch fällt die Aufteilung bei den Motorfahrrädern aus.
Knapp 29 Prozent aller Mofas sind auf Frauen zugelassen, etwa 71
Prozent auf Männer. Auch bei den Zulassungen für vierrädrige
Leichtkraftfahrzeuge - also beispielsweise Quads oder Microcars -
überwiegt der Anteil der Männer mit 68 Prozent gegenüber jenem der
Frauen mit 32 Prozent. (Quelle: Statistik Austria)
* Frauen im ÖAMTC. Übrigens zeigt auch die ÖAMTC-Clubgeschichte,
dass in den Anfängen der Motorisierung Frau erst einmal ihren Mann
stehen musste. Die Gründung des österreichischen Automobil-Club (ÖAC,
später ÖAMTC) 1896 war reine Männersache. Damen war das Fahren "nur
in Begleitung eines fahrkundigen Mitglieds oder Club-Maschinisten"
gestattet. Erst steigender Druck motorbegeisterter Frauen ermöglichte
1932 die Gründung einer Damensektion. Doch der Beitritt war nicht
einfach. Gattinnen und ledige Töchter der Ehren-, lebenslänglichen
und Stammmitglieder wurden auf ihr schriftliches Ansuchen hin vom
Präsidium aufgenommen. Ledige oder mit Nichtmitgliedern verheiratete
Frauen mussten sogar erst von drei Proponenten vorgeschlagen werden.
Heute sind beim ÖAMTC alle 1,8 Millionen Mitglieder - egal ob Frau
oder Mann - selbstverständlich gleich berechtigt.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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