ÖAMTC: Daten und Fakten zur Mobilität von Frauen

Studien belegen: Frauen verhalten sich im Straßenverkehr anders als Männer

Wien (OTS) - Frauen in Österreich sind in ihrer Mobilität auf der Überholspur. Sie fahren sicherer im Straßenverkehr, legen komplexe Wegeketten zurück und setzen auf einen optimalen Mix der Verkehrsmittel. Anlässlich des Internationalen Frauentags hat der ÖAMTC Zahlen und Fakten rund um die Mobilität der Österreicherinnen zusammengestellt.

* Im Sommer 2011 wurden für die ÖAMTC-Mobilitätsstudie 3.000 Österreicher und Österreicherinnen über 15 Jahre in einer repräsentativen Umfrage zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. 1.550 der Befragten waren Frauen. Dieser Erhebung zufolge kombiniert jede zweite Frau verschiedene Verkehrsmittel und Mobilitätsformen miteinander. D.h. es ergibt sich ja nach Bedarf ein Mix aus Auto, öffentlichen Verkehrsmittel, Rad- oder Fußweg. Frauen sind bereits "multimodaler" als die männlichen Verkehrsteilnehmer. Der Pkw ist -speziell in den ländlichen Regionen - nach wie vor wichtig: Fast jede dritte Frau ist ausschließlich mit dem Auto unterwegs. Interessantes Detail am Rande: Vier von zehn Frauen nutzen den Pkw oft als Mitfahrerinnen, aber nur zwei von zehn Männern. Sechs von zehn Frauen sitzen selbst am Steuer, bei den Männern sind es drei Viertel aller Befragten.

  • Schon das Mobilitätsverhalten von Frauen an sich unterscheidet sich aufgrund unterschiedlicher Rollenzuschreibungen in der Gesellschaft von dem der Männer. Zu dieser Erkenntnis kam eine deutsche Studie (Chancengleichheit beim Zugang zu Mobilität, Region Hannover, 2009): Frauen legen im Alltag eine größere Anzahl von Wegen und - durch die Verknüpfung einer Vielzahl von Aktivitäten und Wegen
  • komplexere Wegeketten zurück. Besonders große Komplexitätsunterschiede zwischen den Geschlechtern ergeben sich in Familienhaushalten mit Kindern. Die Gruppe mit den höchsten Komplexitätsraten sind die erwerbstätigen alleinerziehenden Frauen. Sie bewältigen viele Wege in kürzester Zeit. So erledigen sie beispielsweise auf dem Weg von und zur Arbeit häufig Besorgungen, begleiten Kinder oder begeben sich direkt zu Freizeitzielen. Bei Personen, die alleine oder in Haushalten ohne Kinder leben, gibt es zwischen Männern und Frauen nur einen minimalen Unterschied in der Komplexität.

* "Aus der Unfallstatistik geht hervor, dass signifikant weniger Frauen im Straßenverkehr verunglücken als Männer", weiß ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Im Jahr 2010 gab es in Österreich insgesamt 65.462 Unfälle mit Personenschaden. Dabei waren insgesamt 67 Prozent Männer und 33 Prozent Frauen beteiligt. Nur in der Rubrik "Fußgänger" überwiegt der Frauenanteil: Im Jahr 2010 waren 53 Prozent aller an Unfällen Beteiligten Fußgängerinnen, 47 Prozent Fußgänger. (Quelle: Statistik Austria)

* Noch vor 50 Jahren war das Steuer fest in männlicher Hand. "Aber im motorisierten Individualverkehr haben die Frauen aufgeholt", sagt die ÖAMTC-Expertin. In der Gruppe der über 70-jährigen Männer haben 90 Prozent einen Führerschein. Bei den Frauen sind es nur 42 Prozent. Inzwischen haben bei den 18- und 19-Jährigen 47 Prozent der Mädchen und 60 Prozent der Burschen einen B-Führerschein. In der Gruppe der 30- bis 50-Jährigen sind es 87 Prozent der Frauen und 94 Prozent bei den Männern (Quelle: Media-Analyse 2010/2011).

* Betrachtet man den Pkw-Bestand aus dem Jahr 2011, zeigt die Statistik eine deutliche Sprache: Knapp 62 Prozent aller Pkw sind auf Männer zugelassen, lediglich 38 Prozent auf Frauen. "Besonders auffallend ist der Geschlechter-Unterschied bei der Motorrad-Statistik", weiß die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Nur 9 Prozent aller zugelassenen Motorräder entfallen auf Frauen. Nicht ganz so drastisch fällt die Aufteilung bei den Motorfahrrädern aus. Knapp 29 Prozent aller Mofas sind auf Frauen zugelassen, etwa 71 Prozent auf Männer. Auch bei den Zulassungen für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge - also beispielsweise Quads oder Microcars -überwiegt der Anteil der Männer mit 68 Prozent gegenüber jenem der Frauen mit 32 Prozent. (Quelle: Statistik Austria)

* Frauen im ÖAMTC. Übrigens zeigt auch die ÖAMTC-Clubgeschichte, dass in den Anfängen der Motorisierung Frau erst einmal ihren Mann stehen musste. Die Gründung des österreichischen Automobil-Club (ÖAC, später ÖAMTC) 1896 war reine Männersache. Damen war das Fahren "nur in Begleitung eines fahrkundigen Mitglieds oder Club-Maschinisten" gestattet. Erst steigender Druck motorbegeisterter Frauen ermöglichte 1932 die Gründung einer Damensektion. Doch der Beitritt war nicht einfach. Gattinnen und ledige Töchter der Ehren-, lebenslänglichen und Stammmitglieder wurden auf ihr schriftliches Ansuchen hin vom Präsidium aufgenommen. Ledige oder mit Nichtmitgliedern verheiratete Frauen mussten sogar erst von drei Proponenten vorgeschlagen werden. Heute sind beim ÖAMTC alle 1,8 Millionen Mitglieder - egal ob Frau oder Mann - selbstverständlich gleich berechtigt.

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