Fukushima: Fallout in den Wurzeln - Abtragen von verseuchter Erde nicht ausreichend

GLOBAL 2000 veranstaltet am Fukushima-Jahrestag Flashmob vor der Japanischen Botschaft in Wien

Wien (OTS) - Bereits vor Monaten kündigte die japanische Regierung an, dass die Erde der am stärksten vom radioaktiven Fallout verseuchten Region abgetragen wird. Neue Erkenntnisse zeigen, dass selbst diese Verzweiflungstat nicht ausreicht, um die radioaktive Verstrahlung der Region unter Kontrolle zu bringen.

8000 Quadratkilometer rund um die vier zerstörten Atomreaktoren von Fukushima sind hochgradig mit radioaktiven Cäsium-Isotopen belastet. Die japanische Regierung hat im Herbst 2011 angekündigt, den Mutterboden in den besiedelten Gebieten fünf Zentimeter tief abtragen zu lassen. Ab Juni sollen Gebiete dekontaminiert werden, in denen die radioaktive Belastung der Böden und Gebäude die Menschen mit über einem Millisievert pro Jahr verstrahlen würde.

"Diese Pläne sind ein weiteres Puzzlestück im großen Beschwichtigungs-Theater der Regierung: Wir sprechen hier von Gebieten mit einer äußeren Belastung, die so hoch ist wie die maximal zulässige eines erwachsenen Atomkraftwerksarbeiters in Deutschland", warnt Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000: "Menschen in den verstrahlten Gebieten leben außerdem nicht in luftdichten Kapseln, nehmen also auch durch das Einatmen und Verschlucken radioaktiven Staub und Materialien auf - insbesondere Kinder, die spielen oder sich bücken und ihre Schuhbänder zubinden, haben dann die Radioisotope an den Händen und führen diese zum Mund."

Das Abtragen der oberen Erdschicht und die Dekontaminierung der bebauten Flächen senkt zunächst die Menge von radioaktivem Staub und Erdreich. "Neue Erkenntnisse des japanischen Umweltministeriums zeigen aber, dass Zeder-Pollen mit bis zu 250 000 radioaktiven Zerfällen pro Sekunde belastet sind", so Uhrig: "Wie nach dem Tschernobyl-Fallout wandert jetzt das radioaktive Cäsium in tiefere Bodenschichten, in die Baumwurzeln und auch in die Flüsse." Auch das Abtragen der Erde löst hier das Problem der verseuchten Erde nicht, die für hunderte Jahre radioaktiv bleiben wird. "Besonders Kinder müssen dringend von diesem radioaktiven Minenfeld fern gehalten werden, um nicht die Fehler von Tschernobyl zu wiederholen", fordert Uhrig.

Gedenk-Flashmob am 11. März

Anlässlich des ersten Jahrestag der Katastrophe in Fukushima veranstaltet GLOBAL 2000 am 11. März um 12 Uhr einen Flashmob vor der japanischen Botschaft: "Wir wollen zwar unsere Trauer über die Opfer des Erdbebens und des Tsunami zum Ausdruck bringen, aber auch darauf hinweisen, dass durch Fukushima das Sterben noch nicht zu Ende ist. Es wird zu einer massiven Häufung beispielsweise von Krebserkrankungen kommen, und schuld daran ist die ausgetretene Radioaktivität des havarierten Atomkraftwerks. Die japanische Kultur ist in Gefahr - dies bringen wir gemeinsam mit Anhängern dieser fernöstlichen Kultur zum Ausdruck", erklärt Reinhard Uhrig.

"Made in Japan" COSPLAY

Gedenkminute und Flashmob.

Vor einem Jahr rollte ein Tsunami über die Küste der Präfektur
Fukushima und löste in der Folge drei Kernschmelzen im Atomkraftwerk
Daiichi aus. Wir wollen uns am Sonntag, dem 11.3.2012 um 12 Uhr vor
der Japanischen Botschaft treffen, um ein Zeichen gegen Atomkraft zu
setzen und uns mit den japanischen Anti-Atom-Protesten zu
solidarisieren!

Der Name ist Programm! So wie die Atomkatastrophe"Made in Japan"
ist, gibt es auch vieles andere "Made in Japan". Anhänger der
japanischen Kultur (wie etwa der Manga-Kultur, Geishas usw) werden
ein Zeichen vor der japansichen Botschaft setzen

Datum: 11.3.2012, 12:00 - 13:00 Uhr

Ort:
Vor der Japanischen Botschaft
Heßgasse 6, 1010 Wien

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Pressesprecherin
+43 699 14 2000 20
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