- 06.03.2012, 10:18:12
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FSG-Frauen: Status Quo der Ungleichbehandlungen hält an
Vondrasek: Nur ein Drittel aller erwerbstätigen Frauen sind mit ihrem Gehalt und ihren Aufstiegsmöglichkeiten zufrieden
Wien (OTS/FSG) - "Unbezahlte Haushaltsarbeit und
Betreuungspflichten, fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen,
ungleiche Entlohnung bei gleichwertiger Arbeit, unternehmensinterne
Hürden beim Aufstieg in die Führungsebene - um nur einige Beispiele
zu nennen - die Liste der Ungleichbehandlungen zwischen Frauen und
Männern ist nach wie vor sehr lang", kritisiert die Frauenvorsitzende
der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG-Frauen),
Elisabeth Vondrasek, anlässlich des heurigen Internationalen
Frauentags.
All das hat laut Vondrasek dazu geführt, dass in den letzten Jahren
immer mehr Frauen Teilzeit statt Vollzeit arbeiten. "Dadurch erhöht
sich für teilzeitbeschäftigte Frauen und ihre Angehörigen das Risiko,
trotz Arbeit arm zu werden", sagt Vondrasek und warnt zudem
eindringlich vor dem Problem der später drohenden Altersarmut:
"Jahrelange unbezahlte Arbeit zeigt ihr wahres Gesicht erst im
Alter."
Frauen wollen ein eigenständiges Einkommen, und es muss ihnen auch
möglich sein, Vollzeit arbeiten zu können. "Dazu muss der Staat für
die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Das ist seine
Verantwortung", so Vondrasek und fordert ein ganztägiges,
flächendeckendes, leistbares und qualitativ hochwertiges
Kinderbetreuungsangebot bis zum Schuleintritt sowie eine
Ganztagesbetreuung vom Schuleintritt bis zum Ende der Schulpflicht.
Dadurch könnten auch mehr als 10.000 Arbeitsplätze in der
Kinderbetreuung geschaffen werden.
In der Führungsetage der heimischen Top-200-Unternehmen sieht
Vondrasek ebenso Handlungsbedarf: "Bei einer fast 95prozentigen
Männerquote droht Österreich bald das Schlusslicht in Europa zu
werden. Eine gesetzliche Frauenquote von 40 Prozent in
Vorstandsgremien und Aufsichtsräten ist daher unumgänglich, um die
Tyrannei des Status Quo endlich brechen zu können", fordert
Vondrasek. Die freiwillige Selbstverpflichtung erklärt Vondrasek für
gescheitert.
Die FSG-Frauen fordern unter anderem:
+ Bevorzugung von teilzeitbeschäftigten Frauen bei der Besetzung von
Vollzeitarbeitsstellen
+ Volle Anrechnung der gesetzlichen Karenzzeit auf alle arbeits- und
sozialrechtlichen Ansprüche
+ Ausgewogenes Verhältnis beider Geschlechter bei der Vergabe von
Führungspositionen
+ Verankerung von Frauenförderplänen als erzwingbare
Betriebsvereinbarungen im Arbeitsverfassungsgesetz
+ Nachgewiesene Frauenförderung in Betrieb, um Wirtschaftsförderung
erhalten zu können
Rückfragehinweis:
FSG-Presse
Christoph Höllriegl
Tel. 0664/814 63 13
E-Mail: [email protected]
www.fsg.at
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