- 06.03.2012, 09:31:23
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ANSCHOBER: Risiko-AKW Isar I: Abgeschaltet, aber noch immer akut gefährlich
Jahrzehntelanger Betrieb hinterlässt riskante Hypothek: Gefahr lauert im Abklingbecken - 800 Brennstäbe warten auf Abtransport
Linz (OTS) - Bayerns ältestes Kernkraftwerk, das Risiko-AKW Isar I
ist zwar seit acht Monaten abgeschaltet, aber noch immer
hochgefährlich. Denn Unmengen strahlender Atommüll kann nicht
abtransportiert werden. Der Grund: Castor-Behälter für den Transport
ins Zwischenlager stehen nicht zur Verfügung. Landesrat Rudi
Anschober: "Das Abklingbecken von Isar I ist eine der größten
Schwachstellen des Siedewasserreaktors. Es liegt außerhalb des
Sicherheitsbehälters und ist wegen der dünnen Wände eher schlecht
geschützt, z.B. vor einem Flugzeugabsturz oder einem Anschlag."
Nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums lagern 1734
abgebrannte Brennelemente in dem Abklingbecken. 800 davon wären schon
so abgekühlt, dass sie ins Zwischenlager transportiert werden
könnten. Doch erst 2014 stehen wieder ausreichend Castor-Behälter
dafür zur Verfügung. Für Umwelt-Landesrat Rudi Anschober ist klar:
"Das Abklingbecken im grenznahen Reaktor Isar I ist aus
oberösterreichischer Sicht der denkbar schlechteste und unsicherste
Standort für die Zwischenlagerung der abgebrannten Brennstäbe. Auch
unter dem Gesichtspunkt, dass deutsche Experten das AKW als genauso
unsicher ansehen wie die Anlage im japanischen Fukushima. Dort ist es
vor einem Jahr, am 11. März 2011, nach einem Erdbeben zur
Nuklearkatastrophe gekommen."
Anschober fordert: "Es kann nicht die Lösung sein, strahlenden
Atommüll einfach im unsicheren Abklingbecken liegen zu lassen, die
Räumung des Abklingbeckens muss aufgrund des dargestellten Risikos
Priorität haben. Der Atomausstieg in Deutschland ist durchgesetzt,
die ersten Reaktoren sind vom Netz - das ist ein riesengroßer Erfolg.
Aber der jahrzehntelange Betrieb hinterlässt eine hochriskante
Hypothek - im Abklingbecken, im Zwischenlager, beim Abbau und über
Hunderttausende Jahre im Endlager - das es bis heute nicht gibt.
Diese Tatsache zeigt, wie verantwortungslos der Beschluss der Manager
und Politiker war, in die Atomenergie einzusteigen und eine vom
Menschen nicht beherrschbare Technologie zu betreiben. Das
unkalkulierbare Risiko wird viele Generationen - von der 15 Jahre
dauernden Stilllegung über Zwischenlager bis ins noch nicht existente
Endlager - über Hunderttausende Jahre begleiten."
Rückfragehinweis:
Büro LR Anschober, Mag.a Petra Danhofer
Tel.: +436648299969
mailto:[email protected]
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