• 01.03.2012, 13:00:31
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Tiefgreifende und vom Konsens getragene Diskussionen im heutigen Bildungsvolksbegehren-Ausschuss

VBBI fordert 1. die Verbundlichung und Straffung der Bildungsorganisation, 2. die Autonomisierung der Schulleitungen und 3. die Einsetzung eines Bildungsrats nach deutschem Vorbild

Wien (OTS) - Die erste inhaltliche Debatte des
Bildungsvolksbegehren-Ausschuss im Parlament führte heute zu einer
regen und tief gehenden Diskussion. "Dieser Ausschuss macht Mut, dass
der breit getragen Schulterschluss im Bildungsbereich, der mit der
einstimmigen Einsetzung dieses Ausschusses seinen bisherigen
Höhepunkt gefunden hat, auch in der inhaltlichen Umsetzung der
Forderungen des Bildungsvolksbegehren weitergehen kann", kommentiert
Hannes Androsch, Initiator des Bildungsvolksbegehrens, den Ausschuss.
Für die Umsetzung von Veränderungen bedarf es darüber hinaus auch
eine nationale Kraftanstrengung aller vom Bildungsbereich
Betroffenen.

Androsch stellt drei zentrale Forderungen des Volksbegehren in den
Vordergrund: "Die Verbundlichung und Straffung der
Bildungsorganisation bei gleichzeitig größtmöglicher Autonomie der
Leitung am Standort sind wesentliche Vorraussetzungen, um für die
PädagogInnen und Pädagogen jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die es
ihnen ermöglichen, ihre wertvolle Aufgabe bestmöglich zu erfüllen."
Um eine langfristige Bildungsplanung in dieser Richtung zu
ermöglichen, wünscht sich Androsch die Einsetzung eines Bildungsrats
nach deutschem Vorbild. Auch die Anregung Bildungsexperten Daniel
Landau, eine österreichische Bildungsstiftung ins Leben zu rufen,
wird von Seiten des Bildungsvolksbegehrens begrüßt. Diese
Bildungsstiftung soll ein flächendeckendes Netzwerk für Kinder,
Eltern und PädagogInnen sein sowie für konkrete soziale
Notsituationen und Projekte Mittel bereithalten.

Im zweiten Teil des Ausschuss, der sich mit der Elementarpädagogik
befasste, wurden die Forderungen des Bildungsvolksbegehren von Bernd
Schilcher, Mitinitiator der Bildungsvolksbegehren, vertreten. "Ein
Kind lernt nie wieder so leicht wie in seinen ersten Lebensjahren,"
zitiert Schilcher Frau Dr. Macedonia vom Marx Plank Institut für
Kognitions-und Neurowissenschaften in Leipzig. Schilcher meint
jedoch, dass dies nicht die österreichische Volksmeinung ist, denn
diese schaut anders aus: "Lasst doch die Kinder spielen, so lange wie
möglich, der Ernst des Lebens fängt früh genug an." Frühkindpädagogik
ist jedoch der Grundstein für jede weitere Bildung und Ausbildung,
denn "jeder in die Elementarpädagogik investierte Euro erspart später
sieben Euro an gesellschaftlichen Folge-Kosten," begründet Schilcher
die Notwendigkeit einer Aufwertung des elementarpädagogischen
Bereichs. Konkret fordert das Bildungsvolksbegehren:

Die Gleichstellung der Kindergärten mit den Schulen und der
KindergartenpädagogInnen mit den LehrerInnen. Das heißt:

- Kindergärten kommen in die Bundeszuständigkeit.

- KindergartenpädagogInnen erhalten dieselbe gemeinsame universitär-
   akademische Ausbildung wie alle anderen LehrerInnen.
 
 - Sämtliche PädagogInnen sollen grundsätzlich ein- und dasselbe 
   Bundesdienstrecht und Besoldungsrecht erhalten, bei dem die 
   Anfangsbezüge deutlich erhöht sind; zudem werden finanzielle 
   Leistungsanreize eingebaut.
   Ein flächendeckendes Angebot an elementarpädagogischen 
   Einrichtungen (Krabbelstuben, Kinderkrippen, Kindergärten), sowie
   bundesweite Ganztagsangebote. Das heißt:
 
 - Familien, in denen Eltern berufstätig sind, brauchen so früh wie 
   möglich pädagogische - individuelle Einrichtungen für ihre Kinder.

 - Da Kinder schon ab Geburt ganz natürlich lernen, sollen sie in 
   diesen Einrichtungen eine optimale, altersgemäße, pädagogische 
   Förderung erhalten. Die Schnittstelle zwischen Kindergarten und 
   Volksschule muss optimiert werden.

 - Überführung der Kindergärten in die Bundeskompetenz sowie ein 
   flächendeckendes Angebot an ganztägigen Einrichtungen bis zum 
   Jahr 2020.
 
 - Die Volksschule selbst ist organisatorisch, pädagogisch und 
   finanziell in die Lage zu versetzen, die Grundfertigkeiten Lesen,
   Schreiben, Rechnen und freie Rede wieder so zu vermitteln, dass 
   die gegenwärtigen Defizite abgebaut werden.
 
 - Jede Bildungsinvestition im frühkindlichen Alter macht sich 
   später um ein Vielfaches bezahlt.

Androsch betonte abschließend, dass neben der bildungspolitischen
Bedeutung sich auch noch ein weiterer, demokratiepolitischer Aspekt
in dem Ausschuss spiegelt: "Der Fortschritt im Ausschuss ist auch ein
Zeichen des Umgangs der Politik mit den Instrumenten der direkten
Demokratie und damit ein wichtiger Schritt für die
Demokratieentwicklung in Österreich. Auch in diesem Sinn ist der von
Konsens getragene Diskurs im Ausschuss positiv hervorzustreichen."

Rückfragehinweis:

Volksbegehren Bildungsinitiative 
   Mag. Georg Koenne, Pressereferent 
   Tel.: 01/3100740-24 
   Fax: 01/3100740-40 
   E: [email protected] 
   W: www.nichtsitzenbleiben.at

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