• 01.03.2012, 10:27:45
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VIER PFOTEN: Erste Streunerhilfe-Mission in den UNAMID-Lagern in Darfur

Schulung sudanesischer Tierärzte wird Situation auch nachhaltig verbessern

Sudan / Darfur (OTS) - Ein Team der VIER PFOTEN Streunerhilfe SAC
(Stray Animal Care) hat in Kooperation mit UNAMID, der gemeinsamen
Mission von UN und Afrikanischer Union in der sudanesischen Provinz
Darfur, in den sudanesischen Militärlagern Streunerhunde medizinisch
versorgt und kastriert. Das Projekt startete Anfang Februar 2012 auf
Anfrage der sudanesischen Regierung und der Vereinten Nationen. Ziel
von VIER PFOTEN ist die Implementierung eines Hilfsprogramms zur
Geburtenkontrolle, um die Ausbreitung der Streuner-Population und
damit eine Zunahme des Leidens der Tiere und Menschen in der
krisengeschüttelten Region zu verhindern. Als Teil des Programms
nahmen auch 40 sudanesische Veterinärmedizinern und Studenten in
Darfur und Khartum an einer intensiven Schulung zur Betreuung von
Tieren teil.

Anca Tomescu, die Leiterin des Streunerhilfe-Projektes von VIER
PFOTEN, erklärt: " Es ist dies die erste Operation dieser Art in der
Geschichte von VIER PFOTEN und auch eine weltweite Premiere in der
Geschichte der UN-Missionen. Die Streunerhilfe-Operation in Darfur
soll künftig auch als Modellprojekt für andere UN-Missionen mit
ähnlich vielen streunenden Tieren dienen. Sie hat das Schicksal
zahlreicher Hunde wesentlich verbessert. Zuvor waren Hunde oft
erschossen worden, weil man keine Alternative sah. In Zukunft werden
die Tiere kastriert, anstatt getötet zu werden."

Das Streunerhilfe-Programm wurde zwischen 4. und 28. Februar in
den Darfur-Provinzstädten El Fashir, Kutum, Zalingei, Nertiti, El
Geneina, Masteri, Nyala sowie in Khartum durchgeführt.
Das erste VIER PFOTEN Projekt im Sudan kam auf Anfrage der
sudanesischen Regierung in Khartum und mit Vermittlung von Andrea
Treso, Political Affairs Officer bei UNAMID, zustande. Die Operation
von VIER PFOTEN umfasste das Einfangen, Kastrieren und die
medizinische Versorgung von streunenden sowie nicht-streunenden
Hunden und Katzen innerhalb und in der Umgebung des Lagergebiets.

Darfur und seine Einwohner sind immer wieder von humanitären
Katastrophen heimgesucht worden und waren Opfer endloser
militärischer Konflikte. Die Bedingungen für Hunde sind ebenso
schlecht wie für Menschen: Die Tiere leiden an Wasser- und
Nahrungsmangel. Die Einwohner helfen den Streunerhunden in ihrer
Nachbarschaft so gut es geht, haben aber selbst zu wenig, um sie
nachhaltig zu versorgen.

Die Tiere einzufangen gestaltete sich für das VIER PFOTEN
Veterinärteam schwierig, da diese sich teilweise in extrem
verborgenen Winkeln versteckten. Sobald sie eingefangen waren, wurden
die Hunde zur Klinik des UN-Camps transportiert, wo sie entwurmt,
kastriert und bei Bedarf zusätzlich medizinisch versorgt wurden. Mit
Ausnahme eines Hundes mit einer dreifachen Fraktur stieß das VIER
PFOTEN Team allerdings auf keine wirklich ernsthaften Fälle.
Insgesamt wurden 150 Hunde und Katzen kastriert.

Im Hinblick auf die prekäre Sicherheitslage erfolgte ein Großteil
der Transporte per Hubschrauber oder in Begleitung von LKW, wobei
rund 200 kg an medizinischer Ausrüstung jedes Mal ausgeladen und
schließlich wieder verstaut wurden. Die Nachricht über die Ankunft
des SAC Teams hatte sich innerhalb der UN-Lager sehr schnell
verbreitet, und die rumänischen Tierärzte wurden stets sehr
freundlich begrüßt. Einige der Soldaten begleiteten sie bei ihren
Einfang-Aktionen und halfen mit. Andere engagierten sich sogar so
weit, dass sie sich in ihrer Freizeit als Freiwillige in der Klinik
meldeten.

Zusätzlich zur Kastration und zur medizinischen Versorgung führten
die VIER PFOTEN Spezialisten auch ein intensives Schulungsprogramm
für sudanesische Veterinärmediziner, Veterinärtechniker und Studenten
durch. Die meisten dieser Schulungsteilnehmer hatten keinerlei
Erfahrung in der Behandlung von Katzen, Hunden und anderen
Kleintieren. Die Schulungen sollten Tierärzte vor Ort dazu bringen,
das Geburtenkontrolle-Programm weiterzuführen und zu bewerben, um
künftig die Tötungen von Streunerhunden zu verhindern.

"Ich möchte VIER PFOTEN INTERNATIONAL einen großen Dank
aussprechen dafür, dass sie kostenlos ein Team von Veterinär-Experten
in den Sudan geschickt haben, um UNAMID bei der Implementierung eines
Pilotprojekts zur Verringerung der Anzahl der Streunerhunde und
-katzen zu helfen, und so das Leiden der Tiere zu verringern. Es ist
das erste Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen, dass ein
solches Projekt zur Streunerhilfe durchgeführt wird, was eine
Vorbildwirkung für andere Friedensmissionen haben wird, die vor
ähnlichen Herausforderungen stehen. Das Projekt wird auch positive
Auswirkungen auf Darfur und seine Einwohner haben, da es auch eine
Schulung von mehr als 40 regionalen Tierärzten zur nachhaltigen
Lösung des Problems inkludiert", so Andrea Treso, Political Affairs
Officer von UNAMID.

Anca Tomescu ergänzt: "Diese Mission war eine außergewöhnliche
Erfahrung für uns. Unsere Arbeit mit UNAMID hat die Situation der
Tiere vor Ort grundlegend verändert. Trotz der schwierigen
Lebensbedingungen haben uns sowohl die Behörden als auch die
Einwohner herzlich willkommen geheißen. Sehr viele Menschen haben uns
ihre Hilfe angeboten. Wir möchten unserem Gastgeber UNAMID und allen
Helfern herzlich danken. Wir werden unsere Kooperation mit den
sudanesischen Behörden und UNAMID auch weiterführen, um eine
nachhaltige Wirkung zu garantieren. Wir sind auch optimistisch, dass
künftige UN-Missionen sowie weitere Regionen in Afrika im Hinblick
auf Streunerhilfe inspiriert werden. Sowohl die sudanesischen
Regierungsvertreter als auch Vertreter der UNO haben uns bereits
gebeten, in den Sudan zurückzukehren. Wir haben nun bei unserer
Abschlussbesprechung in Khartum auf informeller Basis vereinbart, im
September wiederzukommen, hauptsächlich um unser
Train-the-trainer-Programm für sudanesische Tierärzte zu vertiefen."

Fotos können honorarfrei unter Angabe von "(C) VIER PFOTEN |
George Nedelcu" von unserem FTP-Server mit folgenden Zugangsdaten
geladen werden:

ftp.vier-pfoten.org

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Password: Ztars231H

Rückfragehinweis:

Elisabeth Penz
   Press Office Austria
   Tel: + 43 (0)1 895 02 02 - 66
   Fax: + 43 (0)1 895 02 02 - 99
   Mobil: + 43 (0)664 3086303
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