- 29.02.2012, 08:42:54
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Drohende Hungersnot: Lage in Westafrika "extrem angespannt"
Caritas-Auslandshilfe-Chef Schweifer schildert aus Mali die dramatischen Auswirkungen der Dürrekatastrophe in der westlichen Sahelzone
Wien-Bamako-Niamey, 29.02.12 (KAP) In Afrika bahnt sich eine neue
Hungersnot an: Im Westen der Sahelzone sind nach Caritas-Angaben
mehr als zehn Millionen Menschen durch eine schwere Dürre vom
Hungertod bedroht. Die Lage sei "extrem angespannt", berichtet
Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer, der sich nach einem
Besuch in Mali derzeit im Niger aufhält. "Die letzten
Nahrungsreserven der Menschen werden in den nächsten Wochen zu Ende
gehen", warnte Schweifer am Mittwoch in einem "Radio
Stephansdom"-Interview. Wasserspeicher zur Versorgung von
Gemüsefeldern seien leer. Die Menschen hätten zudem angesichts
massiv steigender Preise zu wenig Geld, um sich Getreide zu kaufen.
Den Höhepunkt der Krise, von der Mali, Tschad, Niger, Mauretanien,
Burkina Faso und der Senegal am schlimmsten betroffen sind, erwartet
der Caritas-Experte im Juli und August, da die nächste Ernte
frühestens im September erfolgen kann. Hilfsorganisationen wie die
Caritas haben aber bereits jetzt mit Nothilfemaßnahmen begonnen. Am
vergangenen Wochenende fand dazu in der malischen Hauptstadt Bamako
eine internationale Caritas-Koordinierungs-Konferenz statt. "Je
früher wir mit der Hilfe beginnen, desto geringer wird das Ausmaß
der Katastrophe ausfallen", erklärte Schweifer.
Die Caritas konzentriert ihre Hilfe derzeit u.a. auf die Versorgung
von Kindern, Schwangeren, Stillende und alten Menschen mit
Zusatzernährung. Weiters sollen Maßnahmen wie von
Hilfsorganisationen finanzierte "Cash-for-Work-Programme" oder
Gutscheinsysteme dazu beitragen, dass sich die Betroffenen
wenigstens notdürftig selbst versorgen können. Parallel dazu läuft
der langfristige Aufbau von Infrastruktur wie Brunnen oder Wasser-
und Getreidespeichern weiter, sagte Schweifer: "Wir sind in einer
Region, wo Unterernährung auf der Tagesordnung steht und zur
chronischen Unterernährung kommt jetzt die akute Hungerkrise."
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