Drohende Hungersnot: Lage in Westafrika "extrem angespannt"

Caritas-Auslandshilfe-Chef Schweifer schildert aus Mali die dramatischen Auswirkungen der Dürrekatastrophe in der westlichen Sahelzone

Wien-Bamako-Niamey, 29.02.12 (KAP) In Afrika bahnt sich eine neue Hungersnot an: Im Westen der Sahelzone sind nach Caritas-Angaben mehr als zehn Millionen Menschen durch eine schwere Dürre vom Hungertod bedroht. Die Lage sei "extrem angespannt", berichtet Caritas-Auslandshilfechef Christoph Schweifer, der sich nach einem Besuch in Mali derzeit im Niger aufhält. "Die letzten Nahrungsreserven der Menschen werden in den nächsten Wochen zu Ende gehen", warnte Schweifer am Mittwoch in einem "Radio Stephansdom"-Interview. Wasserspeicher zur Versorgung von Gemüsefeldern seien leer. Die Menschen hätten zudem angesichts massiv steigender Preise zu wenig Geld, um sich Getreide zu kaufen.

Den Höhepunkt der Krise, von der Mali, Tschad, Niger, Mauretanien, Burkina Faso und der Senegal am schlimmsten betroffen sind, erwartet der Caritas-Experte im Juli und August, da die nächste Ernte frühestens im September erfolgen kann. Hilfsorganisationen wie die Caritas haben aber bereits jetzt mit Nothilfemaßnahmen begonnen. Am vergangenen Wochenende fand dazu in der malischen Hauptstadt Bamako eine internationale Caritas-Koordinierungs-Konferenz statt. "Je früher wir mit der Hilfe beginnen, desto geringer wird das Ausmaß der Katastrophe ausfallen", erklärte Schweifer.

Die Caritas konzentriert ihre Hilfe derzeit u.a. auf die Versorgung von Kindern, Schwangeren, Stillende und alten Menschen mit Zusatzernährung. Weiters sollen Maßnahmen wie von Hilfsorganisationen finanzierte "Cash-for-Work-Programme" oder Gutscheinsysteme dazu beitragen, dass sich die Betroffenen wenigstens notdürftig selbst versorgen können. Parallel dazu läuft der langfristige Aufbau von Infrastruktur wie Brunnen oder Wasser-und Getreidespeichern weiter, sagte Schweifer: "Wir sind in einer Region, wo Unterernährung auf der Tagesordnung steht und zur chronischen Unterernährung kommt jetzt die akute Hungerkrise."

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