• 28.02.2012, 11:53:52
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Rückgang der Verpartnerungen im Jahr 2011 im erwarteten Rahmen

Wien (OTS) - "Die heute von der Statistik Austria veröffentlichten
Zahlen über die Verpartnerungen in Österreich liegen durchaus im
erwarteten Rahmen", erklärt Christian Högl, Obmann der Homosexuellen
Initiative (HOSI) Wien. "Eigentlich hatten wir sogar mit einem
stärkeren Rückgang als knapp 39 % für 2011 gerechnet, da 2010, im
ersten Jahr der gesetzlichen Möglichkeit, eine Eingetragene
Partnerschaft einzugehen, erwartungsgemäß sehr viele Paare davon
Gebrauch machten, die schon lange darauf gewartet hatten. Nach dem
Abbau dieses 'Rückstaus' wird die Zahl der jährlichen Verpartnerungen
in Österreich heuer wohl noch weiter sinken und sich dann bei rund
300 einpendeln."

Dass Österreich im Vergleich zu manchen anderen Ländern, in denen
es die gleichgeschlechtliche Ehe bzw. die Eingetragene Partnerschaft
gibt, weniger Verpartnerungen verzeichnet, liegt sicherlich daran,
dass das gesellschaftliche Klima insgesamt noch nicht so offen ist
bzw. von den Betroffenen nicht als so offen empfunden wird. Denn mit
der Verpartnerung ist natürlich ein "Statement" an das nähere und
weitere persönliche Umfeld verbunden, dass man seine Homosexualität
offen lebt. Und vor diesem "offiziellen" Coming-out als Lesbe bzw.
als Schwuler scheuen auch heute noch viele zurück. "Deswegen ist es
gerade heute wichtig, weiter gegen die verschiedenen Formen der
Diskriminierung anzukämpfen", meint Högl weiter. "Betroffene müssen
wissen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen und es auch
rechtliche Möglichkeiten gibt, sich zur Wehr zu setzen."

Verschiedene Ursachen

Aber natürlich gibt es neben der damit verbundenen Öffentlichkeit
auch andere Gründe, warum nur ein kleiner Teil der Lesben und
Schwulen die Möglichkeit der Verpartnerung nutzen. "Viele
gleichgeschlechtliche Paare lehnen - wie auch heterosexuelle - aus
grundsätzlichen Erwägungen einen staatlichen Sanktus in welcher Form
auch immer für ihre Beziehung ab", ist HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt
Krickler überzeugt. "Viele haben auch andere Lebensentwürfe und
wollen nicht die Hetero-Norm nachahmen. Außerdem hat man in
Österreich bereits sehr viele Rechte, wenn man in einer
Lebensgemeinschaft zusammenlebt. Vielen reichen diese Rechte.
Andererseits schrecken manche vielleicht auch die strengen
Scheidungsbestimmungen ab: Österreich ist ja eines der wenigen Länder
in Europa, wo es immer noch die Scheidung aus Verschulden gibt."

"Eines der wichtigsten Motive für die Verpartnerung ist daher
wohl, in den Genuss von bestimmten, in der konkreten Lebenssituation
essentiellen Rechten zu gelangen, die ausschließlich an die Ehe bzw.
Eingetragene Partnerschaft geknüpft sind", ergänzt Högl. "Das zeigt
sich beispielsweise an der hohen Zahl der bi-nationalen Paare. Bei
fast 28 % der eingetragenen Paare ist eine/r der PartnerInnen kein/e
österreichische/r Staatsbürger/in. Wie bei
verschiedengeschlechtlichen Paaren hängt in den allermeisten Fällen
das Niederlassungsrecht der nicht-österreichischen PartnerInnen an
der 'Formalisierung' der Partnerschaft."

Rückfragehinweis:
Christian Högl, Obmann, Tel. 0699-118 11 038
Kurt Krickler, Generalsekretär, Tel. 0664-5767466
[email protected], www.hosiwien.at

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