- 28.02.2012, 10:05:04
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Coface: Die Baubranche - anhaltendes Kreditrisiko in nahezu allen Ländern
Bisher verschont die Krise die österreichische Bauwirtschaft - dennoch mehr Insolvenzen als in anderen Branchen
Wien (OTS) - Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in der
Baubranche spiegelt die Wirtschaftsentwicklung auf weltweiter,
regionaler und nationaler Ebene ziemlich exakt wider. Da die
Weltwirtschaft derzeit von Abweichungen zwischen den Ländern
gekennzeichnet ist und sich die Eurozone mitten in einer Rezession
befindet, bestehen zwischen einzelnen Ländern und Teilbranchen
beträchtliche Unterschiede. Die Bauwirtschaft hatte unter der Krise
des Jahres 2009 schwer zu leiden, und auch im Jahr 2011 kam es noch
in großem Umfang zu Zahlungsausfällen.
Ausmaß des Einflusses der Wirtschaftslage je nach Markt und
Teilbranche unterschiedlich
Die Wirtschaftstätigkeit im Bausektor fällt unterschiedlich
intensiv aus, je nachdem, wie schwer die Wirtschaft des betreffenden
Landes von der Krise betroffen ist und je nachdem, wie stark sich die
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die jeweilige Teilbranche
auswirken. In den Schwellenländern, die in Bezug auf die
Wirtschaftsentwicklung in einem Aufholprozess begriffen sind, ist
eine starke Konjunktur zu verzeichnen. Das wirkt sich auf bestimmte
Teilbereiche, wie etwa auf öffentliche Bauvorhaben sowie auf den
privaten und institutionellen Nichtwohnbau, besonders positiv aus. In
den Industrieländern dagegen stagniert die Wirtschaft oder zeigt nur
eine flache Wachstumskurve. Im Wohnbaubereich sind die Ungleichheiten
besonders stark ausgeprägt, weil hier Unterschiede in der
demografischen Entwicklung, im Wirtschaftsumfeld, bei den
Kreditkonditionen, der Steuergesetzgebung, bei Wohnungsleerständen
sowie bei den Preisen zum Tragen kommen.
Dieses störungsanfällige und wechselhafte Wirtschaftsklima ist -
in Kombination mit einer Änderung der Auftragsvergabe durch die
öffentliche Hand und geltender Regelungen sowie mit Schwankungen
sowohl bei den Materialkosten als auch in der Nachfrage - dafür
verantwortlich, dass zu Beginn der Krise im Jahr 2008 und dann erneut
ab Oktober 2011 ein Anstieg bei den Zahlungsausfällen zu verzeichnen
war.
Bauwirtschaft in Europa abhängig von den Sparplänen für 2012
Nach einer drei Jahre andauernden Abwärtsentwicklung mit einem
insgesamt 17-prozentigen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit kam es im
Jahr 2011 endlich zu einer Beinahe-Stabilisierung der europäischen
Bauwirtschaft. Dies galt insbesondere für den Wohnbaubereich, und
zwar trotz der zwischen den europäischen Ländern bestehenden
Unterschiede, die sich wie folgt kategorisieren lassen:
- Die erste Gruppe umfasst Länder, in denen die Bauwirtschaft am
stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurde und eine Erholung noch
einige Zeit auf sich warten lassen wird. Irland, Island, Spanien,
Dänemark, die Niederlande, Griechenland und Zentraleuropa sind von
stark gestiegenen Preisen und einem Angebotsüberhang betroffen und
nach wie vor mit einer großen Anzahl von Zahlungsausfällen
konfrontiert.
- Die Länder der zweiten Gruppe - das Vereinigte Königreich,
Frankreich, Belgien und Italien - haben die Krise besser überstanden:
Hier kam es 2010 sogar zu einer Erholung. Dennoch hat auch hier
aufgrund der anhaltend überhöhten Preise ein erneuter Abschwung
eingesetzt. Zahlungsausfälle sind immer noch weit verbreitet,
besonders im Vereinigten Königreich, wo auch die Anzahl der
Firmenkonkurse am augenscheinlichsten ist.
- In Frankreich sehen sich die Unternehmen einem harten Wettbewerb
ausgesetzt. Beim Kampf um Aufträge sind sie daher manchmal gezwungen,
ihre Gewinnspannen zu verringern, obwohl sie gleichzeitig
Preissteigerungen bei Rohstoffen in Kauf nehmen müssen. Im ersten
Quartal 2011 waren weniger Konkurse zu verzeichnen als im ersten
Quartal 2010, obwohl die Gesamtanzahl immer noch höher liegt als vor
der Krise.
- Die dritte Gruppe setzt sich aus europäischen Ländern zusammen, in
denen sich die Krise nicht negativ auf die Bauwirtschaft ausgewirkt
hat: Deutschland, Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland und Polen.
Dennoch ist auch hier die Zahl der Insolvenzen höher als in anderen
Branchen; betroffen sind in erster Linie Unternehmen, die regional
und in nur einem einzigen Sektor tätig sind.
Für das Jahr 2012 rechnet Coface mit einem sehr gemäßigten Anstieg
der Bautätigkeit in Europa, vorausgesetzt, dass der Aufschwung im
Wohnbausegment anhält. Die Baubranche wird jedoch von den
Auswirkungen der Sparpläne nicht verschont bleiben. Angesichts von
Budgetkürzungen werden öffentliche Bauaufträge sowie Aufträge
institutioneller Bauherren voraussichtlich stagnieren. Die
Bautätigkeit im Bereich Geschäfts- und Gewerbeimmobilien wird
wahrscheinlich die Auswirkungen wirtschaftlicher Unsicherheiten zu
spüren bekommen.
Nordamerika: große Kluft zwischen den USA und Kanada
In den Vereinigten Staaten haben sinkende Preise zusammen mit
steigenden Kosten zu einer Schwächung des gesamten Sektors geführt.
Die Investitionen im Baubereich gingen in den ersten 11 Monaten des
Jahres 2011 um 2% zurück. Obwohl nahezu alle Teilbranchen davon
betroffen waren, sind die Auswirkungen auf die Neubauaktivitäten
besonders stark spürbar. Auch der Nichtwohnbau leidet weiterhin unter
den Budgetschwierigkeiten der amerikanischen Bundesstaaten und
Städte. In Kanada ist die geringe Anzahl an von Coface verzeichneten
Zahlungsausfällen vor allem auf die Wirtschaftserholung, die Anfang
2010 ihren Ausgang genommen hatte, zurückzuführen. Dennoch wird für
2012 im Gefolge der Einführung strengerer Kreditvergabebedingungen
eine merkliche Abschwächung im Wohnbaubereich erwartet.
Asien-Pazifik: Konjunkturbelebung
In der Region Asien-Pazifik ist die Baubranche von reger Aktivität
geprägt. Die Konjunktur in Japan und Neuseeland wird sich 2012
voraussichtlich gut erholen: Beide Länder waren Opfer von
Umweltkatastrophen, die jetzt entsprechenden Wiederaufbaubedarf nach
sich ziehen. In Australien werden wirtschaftliche Unsicherheiten die
dynamische Entwicklung der Branche wohl kurzfristig behindern, jedoch
ist dank der günstigen demografischen Lage mittelfristig eine
Wiederbelebung zu erwarten.
In China kommt es seit 2010 in Folge der staatlichen Maßnahmen zu
einer Abkühlung des Immobilienmarkts und, insbesondere durch die
Beschränkung der Bankkreditvergabe an den Bausektor, zu
Umsatzrückgängen. Im privaten Wohnbau werden Umsatzrückgänge,
Preisanpassungen und eine Bestandszunahme voraussichtlich zu einer
leichten Konjunkturabschwächung führen, die aber teilweise durch ein
neues Bauprogramm der öffentlichen Hand für soziales Wohnen
ausgeglichen werden wird.
Aus dem Bauboom in China sind nicht nur Baufirmen, sondern auch
Rohstofferzeuger und Maschinenbauunternehmen als Schlüsselakteure
internationalen Zuschnitts hervorgegangen. Diese neuen Kräfte in der
Branche spielen eine immer aktivere Rolle in den aufstrebenden
Volkswirtschaften, besonders in Afrika und im Nahen Osten.
Über Coface Austria & Coface Central Europe:
Coface Austria, mit Zentrale in Wien und Niederlassungen in Polen,
Ungarn, Litauen, Lettland, Slowakei, Tschechien, Rumänien und
Bulgarien ist seit Gründung 1954 der Partner am heimischen Markt für
Kreditversicherungen. Seit 1997 ist Coface Austria Tochter der
französischen Coface und damit Teil eines der drei Global Player am
Kreditversicherungsmarkt. Die Schwestergesellschaft Coface Central
Europe ist seit 20 Jahren Marktführer für Wirtschaftsinformationen in
12 zentraleuropäischen Ländern. Ergänzend bietet man in der gesamten
Region Inkassoservices an. Coface Central Europe ist ein
Gemeinschaftsunternehmen der Coface (75 Prozent) und des KSV1870 (25
Prozent). Seit 2002 ist Wien innerhalb des Coface Konzerns
Headquarter für Zentral- und Osteuropa, die gesamte Region zählt
bereits über 700 Mitarbeiter/innen.
Über Coface:
Die Coface-Gruppe, einer der weltweit führenden Kreditversicherer,
bietet Unternehmen globale Lösungen für ihr Forderungsmanagement.
2010 erwirtschaftete die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 1,6
Mrd. Euro. 6.400 Mitarbeiter/innen in 66 Ländern bieten weltweit
lokalen Service. Jedes Quartal veröffentlicht Coface ihre
Einschätzung des Risikos von 156 Ländern. Diese Bewertung basiert auf
den einzigartigen Kenntnissen über das Zahlungsverhalten von
Unternehmen und der Expertise der 250 Kreditprüfer. Coface ist die
Tochter der französischen Bank Natixis (Stammkapital 16,8 Mrd. Euro,
Ende Dezember 2010).
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Coface Austria Holding AG Susanne Krönes Head of Marketing and Communications 01/515 54 - 512 [email protected] http://www.coface.at
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