• 26.02.2012, 08:00:31
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"trend": Katholische Kirche wird "Preistreiberei" bezichtigt

Ein niederösterreichische Bauer wirft Erzbistum Wien vor, zu hohe Preise für landwirtschaftliche Flächen zu zahlen.

Wien (OTS) - Der Niederösterreicher Alois Leidwein, früher
leitender Funktionär im Bauernbund und Agrarexperte im
Verhandlungsteam für den EU-Beitritt, geht gegen die Stiftung
"Erzbistum Wien" vor, also gegen Kardinal Christoph Schönborn. Bei
der Grundverkehrskommission St. Pölten bezichtigt er die Kirche der
"Preistreiberei", berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner
am Montag erscheinenden Ausgabe. Das Erzbistum habe demnach für 17,4
Hektar landwirtschaftliche Fläche nahe Leidweins Heimat Dürnkrut
500.000 statt der "ortsüblichen" 300.000 Euro bezahlt. Der jetzige
Bauer sieht darin ein System: Das Erzbistum kaufe laufend größere
Flächen und zahle immer rund drei Euro pro Quadratmeter anstatt 1,70
Euro, angeblich zur Inflationsabsicherung ihrer Geldmittel. Damit
dränge die Kirche aber die Bauern aus dem Markt, weil die zu diesen
Preisen nicht mehr mithalten können.
Die politische Komponente: In der aktuellen Diskussion rund um die
geplante Anhebung der Einheitswerte für landwirtschaftliche Flächen
ist es für SP-Staatssekretär Andreas Schieder etwa ausgemacht, dass
man zu einer "realen Bewertung der Grundflächen" kommen muss. Das
würde automatisch zu einer höheren Grundsteuer für Bauern führen,
wogegen der Bauernbund vehement ankämpft. Die Kirche argumentiert nun
in dem Verfahren, dass sie auch bei den von ihr bezahlten Kaufpreisen
für Grund und Boden immer noch Erträge mit der Landwirtschaft
verdienen könne. Und wenn das offiziell festgestellt wird, tut sich
die SPÖ in der aktuellen Diskussion noch leichter mit ihrer
Forderung, die Einheitswerte zu erhöhen. Der Bauernbund hätte mit dem
Kardinal dann allerdings weniger Freude.

Rückfragehinweis:
trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402

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