• 23.02.2012, 15:49:39
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Bill Gates bezeichnet internationale Reaktion bei der Unterstützung armer Landwirte als überholt und ineffizient und umreißt die zur Ernährung 1 Milliarde hungernder Menschen erforderlichen Veränderungen

Rome (ots/PRNewswire) -

Er kündigt fast $ 200 Millionen an zusätzlichen 
Fördermitteln für die
       Landwirtschaft an, damit erhöht sich das Stiftungsvolumen auf 
über $ 2 Milliarden

Bill Gates
[http://www.gatesfoundation.org/leadership/Pages/bill-gates.aspx ],
Co-Chair der Bill & Melinda Gates Foundation, erklärte den Vertretern
der internationalen Landwirtschaft, sie hätten die Erwartungen an die
zeitgerechte Unterstützung kleiner Landwirte in Entwicklungsländern
verfehlt. In einer Rede [http://www.gatesfoundation.org/speeches-com
mentary/Pages/bill-gates-2012-ifad.aspx ] vor dem Internationalen
Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) forderte Gates die
für die Bekämpfung des Hungers und der Armut verantwortlichen
UN-Organisationen auf, sich gemeinsam hinter ein globales Ziel für
nachhaltige Produktivitätsverbesserung zu stellen, mit dem ihre
Bemühungen gesteuert und an dem sie gemessen werden können.

"Wenn Sie an den Ärmsten interessiert sind, sind Sie auch an der
Landwirtschaft interessiert", sagte Gates. "Investitionen in
Landwirtschaft sind die beste Waffe gegen Hunger und Armut, und sie
haben bereits das Leben von Milliarden Menschen verbessert. Die
internationale Landwirtschaftsgemeinschaft muss bei ihrer
Hilfestellung für arme Landwirte innovativer, koordinierter und
zielgerichteter werden. Wenn uns das gelingt, können wir das Leid
vieler Menschen dramatisch reduzieren und ihnen wirtschaftliche
Unabhängigkeit geben".

Gates sagte dem IFAD, dem Welternährungsprogramm (WFP) und der
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), dass der heute
verwendete Ansatz im Kampf gegen Armut und Hunger überholt und
ineffizient sei. Er forderte diese Ernährungsorganisationen auf, sich
einem konkreten, messbaren Ziel zur Steigerung der Produktivität in
der Landwirtschaft zu verpflichten, und ein System öffentlicher Score
Cards zu unterstützen, um die Transparenz sich selbst sowie den
Gebern und den durch sie unterstützten Ländern gegenüber zu
maximieren.

"Es muss das Ziel sein, sich von einzelnen Erfolgsbeispielen in
Richtung nachhaltiger Produktivitätssteigerung für Hunderte Millionen
Menschen auf dem Weg aus der Armut zu bewegen", erklärte Gates.
"Damit Hoffnung besteht, dass wir dieses Ziel erreichen, muss es ein
Ziel sein, dem wir gemeinsam verpflichtet sind. Bei seiner Verfolgung
müssen wir koordiniert handeln. Wir müssen bei unseren Bemühungen
innovativere Wege einschlagen. Und wir müssen bereit sein zu
akzeptieren, dass wir an unseren Ergebnissen beurteilt werden."

Die Anzahl der hungernden Menschen in der Welt hat bereits die
1-Milliarden-Grenze erreicht und die weltweiten Nahrungsmittelpreise,
die im vergangenen Juli anfingen zu fallen, und damit auf eine
gewisse Erleichterung deuteten, beginnen jetzt wieder zu steigen.
Nach vorliegenden Schätzungen wäre es möglich, dass kleine Landwirte
in Südasien und in afrikanischen Ländern südlich der Sahara ihre
Erträge in den kommenden 20 Jahren verdoppeln bzw. nahezu
verdreifachen. Diese nachhaltige Produktivitätssteigerung würde dazu
führen, dass 400 Millionen Menschen die Armutsschwelle überwinden.

"Die Vergangenheit hat uns gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen
ausreichend Nahrungsmittel anbauen können. Wenn wir das Leben der
Menschen in Afrika verändern wollen, müssen wir unsere Bemühungen auf
die Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft konzentrieren,
Märkte schaffen und aus der Landwirtschaft ein Geschäft und nicht
eine Entwicklungstätigkeit machen", erklärt Akin Adesina, der
nigerianische Minister für Landwirtschaft und Entwicklung des
ländlichen Raums.

Des Weiteren kündigte Gates fast $ 200 Millionen an Fördergeldern
an. Damit erhöhen sich die von der Stiftung seit Beginn des
Landwirtschaftsprogramms im Jahr 2006 für landwirtschaftliche
Kleinbetriebe zugesagten Mittel auf über $ 2 Milliarden. Die Stiftung
verfolgt bei der Unterstützung von Kleinbauern einen umfassenden
Ansatz, damit im Kampf gegen Hunger und Armut sowohl für die
Wirtschaft als auch die Umwelt nachhaltiger Fortschritt möglich ist.

Mit den Mitteln werden landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte
finanziert, die bereits jetzt sehr positive Ergebnisse für die
Landwirte produzieren, und die darauf ausgerichtet sind, Millionen
von Kleinbauern bei der Überwindung der Armutsschwelle zu helfen. Die
Reinvestition erfolgt in Projekte die bereits:

- die Freigabe von 34 neuen, dürreresistenten Maissorten 
unterstützten
        - Impfstoff für Nutztiere im zweistelligen Millionenbereich 
bereitstellten
        - Mehr als 10.000 Agrarhändler in der Ausstattung und 
Ausbildung von Landwirten
          trainierten

Neue Fördermittel fliessen in die:

- Überwindung von Geschlechtsbarrieren, damit Landwirtinnen
          Produktivitätssteigerungen erzielen können
        - Kontrolle von Kontamination, die 25 Prozent der weltweiten
          Nahrungsmittelpflanzen beeinträchtigt
        - Schaffung innovativer Systeme zur Überwachung der 
Auswirkungen
          landwirtschaftlicher Produktivität auf die Bevölkerung und 
die Umwelt

"Als Melinda und ich vor mehr als einem Jahrzehnt die Stiftung
gründeten, konzentrierten wir uns anfänglich auf die Ungleichheiten
in der Weltgesundheit. Seit wir uns zunehmend mit Armutskrankheiten
beschäftigen, fanden wir heraus, dass viele der ärmsten Menschen der
Welt Kleinbauern sind. Die Schlussfolgerung war offensichtlich. Sie
würden in der Lage sein, ihre Familien aus der Armut herauszuführen,
wenn sie mehr Nahrungsmittel anbauen könnten", erklärte Gates.

Die fünfunddreissigste Sitzung des Gouverneursrates der IFAD unter
dem Motto "Sustainable smallholder agriculture: Feeding the World,
protecting the planet [Nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft:
Die Welt ernähren, die Erde schützen]" bot ein Forum für Regierungen
und an der Landwirtschaftsentwicklung Beteiligte, auf dem die
Möglichkeiten diskutiert wurden, wie man bis 2050 den
Nahrungsmittelanbau um 70 Prozent steigern könnte, um die stetig
wachsende und stärker urbanisierte Bevölkerung zu ernähren.

"Die IFAD arbeitet in abgelegenen Gebieten, in die sich bisher nur
sehr wenige Entwicklungspartner gewagt haben. Hier hilft der Fonds
armen Landwirten nicht nur ihre Erträge zu steigern, sondern auch ihr
Einkommen", erklärt Kanayo F. Nwanze, Präsident der IFAD.
"Entwicklung versagt, wenn sie von oben aufgezwungen wird. Der Ansatz
der IFAD, von unten nach oben zu arbeiten, hilft Landwirten, starke
Organisationen aufzubauen, die ihnen mehr Macht auf dem Markt und
mehr Mitspracherecht bei den Entscheidungen geben, die ihr Leben
beeinflussen, und die es ihnen ermöglichen, besser zu verdienen,
besser zu essen und ihre Kinder auszubilden".

Die heute angekündigten Förderungen betreffen unter anderem:

Alliance for a Green Revolution in Africa - Program for Africa's
Seed System (PASS) [Programm für Saatsysteme in Afrika]: Phase 2

Mit der Förderung in Höhe von $ 56 Millionen wird die
Verfügbarkeit von und der Zugang zu widerstandfähigeren und
ertragsstärkeren Saatgutsorten wichtiger Nahrungsmittelpflanzen in
den afrikanischen Ländern südlich der Sahara verbessert, um die
Produktivität zu steigern und die Existenzgrundlage von Kleinbauern
zu sichern. Das Endziel von PASS ist es, ein nachhaltiges und
erfolgreiches, nationales System zur Produktentwicklung und
-verteilung für Kleinbauern zu schaffen. Weitere Informationen
erhalten Sie von Sylvia Mwichuli, [email protected], Tel.:
+254-20-3750-627, Mobiltelefon: +254-736-880-620. Die
Pressemitteilung finden Sie auf:
http://www.agra-alliance.org/content/news/detail/1359

CARE - Pathway to Secure Livelihoods [Pfad zu sicherem
Lebensunterhalt]

Die Stiftung investiert $ 15 Millionen, um die Produktivität und
die Befähigung von Landwirtinnen in gleichberechtigteren,
landwirtschaftlichen Systemen auf breiter Basis in afrikanischen
Ländern südlich der Sahara und in Südasien zu steigern. In dem in
sechs Ländern laufenden Fünfjahresprogramm wird ein leistungsstarkes
Modell des "gestaffelten Lebensunterhalts" implementiert und
getestet. Das Modell setzt die Macht von gemeinschaftsbasierten Spar-
und Produzentengruppen zur Steigerung der landwirtschaftlichen
Produktivität armer Landwirtinnen ein und stellt den langfristigen
Zugang zu und die Kontrolle über wichtige landwirtschaftliche
Ressourcen sicher. Weitere Informationen erhalten Sie von Nicole
Harris, [email protected], Tel.: +1-404-979-9503. Die Pressemitteilung
finden Sie auf: http://www.care.org/newsroom/articles/2012/02/CARE-Pa
thways-Program-Announced-20120223.asp

Conservation International - Integriertes Überwachungssystem für
Ökosystemdienste in afrikanischen Agrarlandschaften

Die Stiftung finanziert ein Dreijahresprojekt mit $ 10 Millionen,
in dem neue, integrierte, wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeitet
werden, die Entscheidungsträgern, Organisationen, Wissenschaftlern
und Landwirten in Afrika helfen sollen, ihre Entscheidungsfindung
hinsichtlich der Agrarpolitik und landwirtschaftlichen Praktiken zu
verbessern, um nachhaltiges, landwirtschaftliches Wachstum zu
unterstützen und natürliche Ressourcen zu schonen sowie Armut zu
verringern. Weitere Informationen erhalten Sie von Sandy Andelman,
Executive Director, African Monitoring System (AMS), Vice President
Conservation International, [email protected], Tel.:
+1-703-341-2690 oder Kim McCabe, Senior Director, News & Media,
Conservation International, [email protected], Tel.:
+1-703-341-2546. Die Pressemitteilung finden Sie auf:
http://www.conservation.org/africanmonitoringsystem

Global Alliance for Livestock Veterinary Medicines (GALVmed) -
Protecting Livestock, Saving Human Life [Nutztiere schützen,
menschliches Leben retten]: Phase 2

Für das vom UK Department for International Development (DFID)
[Ministerium für Internationale Entwicklung] mitgegründete Projekt
zur Verbesserung der Gesundheit von Nutztieren stellt die Stiftung
über einen Zeitraum von fünf Jahren $ 41 Millionen zur Unterstützung
der Entwicklung und Bereitstellung von wichtigen
Veterinärimpfstoffen, -arzneimitteln und -diagnostik für arme
Landwirte in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in
Südasien bereit. Die Förderung konzentriert sich auf Krankheiten, an
denen vorwiegend Rinder, Schafe, Ziegen und Hühner leiden. Weitere
Informationen erhalten Sie von Charlotte Black, Fleishman-Hillard,
[email protected], Tel.: +44(0)20-7395-7124,
Mobiltelefon: +44(0)7814666627.

International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics -
Tropical Legumes [Tropisches Gemüse] II (TL2): Phase 2

Die Stiftung stellt über drei Jahre $ 21 Millionen für die
Entwicklung verbesserter Gemüsesorten bereit, die gegen Dürre,
Krankheiten und Insektenbefall resistent sind, um darüber
Ernteausfälle bei Kleinbauern in Indien, Bangladesch und 13
afrikanischen Ländern zu reduzieren. Das Tropical Legumes II (TL2)
Projekt baut auf dem bisherigen Fortschritt mit Fokus auf die
Identifizierung neuer Arten von Erdnüssen, Augenbohnen, Gartenbohnen,
Kichererbsen, Straucherbsen und Sojabohnen auf. Weitere Informationen
erhalten Sie von Tsedeke Abate, [email protected] oder CCL Gowda,
[email protected]. Die Pressemitteilung finden Sie auf: http://www.ic
risat.org/newsroom/news-releases/icrisat-pr-2012-media5.htm

International Maize and Wheat Improvement Center (CIMMYT) -
Dürreresistenter Mais für Afrika: Phase 3

Die vierjährige Förderung mit insgesamt $ 33 Millionen unterstützt
die Entwicklung von dürreresistenten Maissorten, die das Risiko von
Ernteausfällen vermindern und die Lebensbedingungen von bis zu sieben
Millionen bäuerlichen Familien in den afrikanischen Ländern südlich
der Sahara verbessern. In dieser Phase baut das Projekt auf den
bereits erzielten Fortschritten auf und erweitert, beschleunigt und
verbessert die Zuchtprogramme und Saatsysteme. Weitere Informationen
erhalten Sie von Anne Wamalwa, [email protected] oder Chris Cutter,
[email protected]. Die Pressemitteilung finden Sie auf:
http://bit.ly/yoEVYw

Meridian Institute - Partnership for Aflatoxin Control in Africa
[Partnerschaft für die Aflatoxinkontrolle in Afrika] (PACA)

Mit der fünfjährigen Förderung in Höhe von $ 20 Millionen hofft
die Stiftung einen aflatoxinhaltigen, tödlichen Schimmelpilz auf
Ernten in acht afrikanischen Ländern zu kontrollieren. Man strebt die
Entwicklung einer in Afrika ansässigen, unter der Leitung mehrerer
afrikanischer Länder stehenden Partnerschaft zur Umsetzung von
Projekten für die Aflatoxinkontrolle an und versucht das Bewusstsein
für die gesundheitlichen und finanziellen Auswirkungen dieses
krebserregenden Giftes zu steigern. Weitere Informationen erhalten
Sie von Barbara L. Stinson, [email protected], Tel. +1-303-670-5161.
Die Pressemitteilung finden Sie auf:
http://www.merid.org/aflatoxinpartnership/Press_Release.aspx.

Über die Bill & Melinda Gates Foundation

Geleitet von der festen Überzeugung, dass jedes Leben gleichwertig
ist, engagiert sich die Bill & Melinda Gates Foundation dafür, allen
Menschen ein gesundes und produktives Leben zu ermöglichen. In
Entwicklungsländern liegt unser Schwerpunkt darauf, die Gesundheit
der Menschen mit Impfstoffen und anderen lebensrettenden Hilfsmitteln
zu verbessern und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich von Hunger und
extremer Armut zu befreien. In den USA möchte die Stiftung die
Bildung nennenswert verbessern, damit alle jungen Menschen die Chance
erhalten, ihr volles Potenzial zu entwickeln. Die Stiftung hat ihren
Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Sie wird geführt
von Jeff Raikes als CEO und William H. Gates Sr. im Ko-Vorsitz, unter
der Leitung von Bill und Melinda Gates sowie Warren Buffett. Weitere
Informationen finden Sie auf http://www.gatesfoundation.org. Sie
können sich an der Diskussion auch auf Facebook, Twitter und unserem
Blog http://www.impatientoptimists.org beteiligen.

Rückfragehinweis:
Bill & Melinda Gates Foundation, +1-206-709-3400,
[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PRN

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