- 20.02.2012, 12:26:56
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VBBI: Die erschreckenden Ergebnisse der Studie der Uni Linz sind ein weiterer Beleg für die Reformnotwendigkeit des Bildungssystems
Flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen und Bildungsverantwortung in Bundeshand statt Länder-Provinzialismus und Parteipolitik in der Schule
Wien (OTS) - Wie die erschreckenden Ergebnisse der Studie der Uni
Linz und der Arbeiterkammer, die heute im Ö1 Morgenjournal
vorgestellt wurden, belegen, sind Reformen unumgänglich. 75.000
Jugendliche in Österreich, die keine Schule besuchen, nicht in
Fortbildung sind und keiner Arbeit nachgehen, sind ein erschreckender
Befund für das österreichische Bildungssystem.
Univ. Prof. Bernd Schilcher, Mitinitiator der
Bildungsvolksbegehren, zeigt sich erfreut, dass sich Staatssekretär
Kurz dem entscheidenden Thema Bildung annimmt: "Es ist wichtig, dass
die Probleme im österreichischen Bildungswesen von der Regierung
erkannt werden", so Schilcher, ergänzt aber: "Ich glaube allerdings
nicht, dass eine Erhöhung der Strafandrohung fürs Schuleschwänzen den
großen Durchbruch bringt." Vielmehr sind die Frühförderung und der
Ausbau der Ganztagsschulen, wie vom Bildungsvolksbegehren gefordert,
ein Gebot der Stunde. "Wir fordern daher eindringlich das Angebot der
Elementarpädagogik zu vervielfachen ein flächendeckendes Angebot an
Ganztagsschulen", so Schilcher, denn "wie der Studienautor Johann
Bacher treffend analysiert, führt die noch immer übliche
Halbtagsschule zu einer Bildungsvererbung im negativen Sinn."
Das Ansinnen von LH Pröll, der in einem Interview im DerStandard
letzte Woche eine Verländerung des Bildungssystems gefordert hat, ist
jedoch dagegen grundsätzlich abzulehnen. Denn genau diese bereits
teilweise existente Länderverantwortung hat die bestehende Schieflage
im Bildungssystem bewirkt.
Dabei geht es nämlich ausschließlich um parteipolitisch motivierte
Personalpolitik im Schulbereich, bei der der eigentliche Unterricht -
und damit die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes - unter die
Räder kommt.
Schilcher dazu: "Das Bildungsvolksbegehren hat mit seinen zwölf
Forderungen und dem beachtlichen Ergebnis von nahezu 400.000
Unterschriften die Richtung, in die es gehen soll, vorgegeben. Ich
kann mir daher nicht vorstellen, dass Bildungsdirektionen unter der
Herrschaft der Landeshauptleute der Weisheit letzter Schluss sind."
Die kursierenden Gerüchte über einen Abtauschs der Zuständigkeit
des Bildungssystems mit der des Gesundheitssystems (Gesundheit zum
Bund, Bildung an die Länder) sind daher als gefährliche Drohung
aufzufassen. Derartige Überlegungen sind darüber hinaus auch
Versuche, den laufenden parlamentarischen Prozess zu stören oder gar
zu unterlaufen.
Denn tatsächlich ist der österreichische Nationalrat jetzt am
Wort. Nicht nur im eigens eingesetzten Ausschuss zum
Bildungsvolksbegehren, in dem in den nächsten Wochen ausführlich
diskutiert werden kann, sondern auch im Unterausschuss des
Unterrichtsausschuss werden die entsprechenden Weichen
gestellt und Entscheidungen getroffen. Der dort liegende, fertige
Antrag zu den Bildungsdirektionen ist daher raschest in das Plenum
des Nationalrats zur Abstimmung zu bringen.
Rückfragehinweis:
Volksbegehren Bildungsinitiative Mag. Georg Koenne, Pressereferent T: 01/3100740-24 F: 01/3100740-40 E: [email protected] W: www.nichtsitzenbleiben.at
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