Österreichischer Erwerbsimkerbund: Zusammenhang zwischen Maisbeizmitteln und Bienenschäden wissenschaftlich bewiesen

Graz (OTS) - Im Rahmen der Fachtagung des Österreichischen Erwerbsimkerbundes in Graz wurden am Wochenende Forschungsergebnisse des Projektes "APENET" aus Italien präsentiert. "APENET" hat sich weltweit am intensivsten mit der Problematik der Bienenschäden durch Maisbeizmittel beschäftigt. Beginnend mit zahlreichen Bienenschäden in 2008 wurden durch eine Fülle von Versuchsaufstellungen die für Bienenvölker fatalen Folgen der Verwendung dieser Pestizide ganz klar wissenschaftlich belegt.

Kleinste Dosen der Nervengifte beeinträchtigen Funktion der Bienenvölker und lösen Krankheiten aus

Neben der ohnedies unumstrittenen akut tödlichen Kontaktwirkung, zeigen die Ergebnisse, dass kleinste Dosen dieser Nervengifte die Einzelbiene in grundsätzlichen Lebensfunktionen arg beeinträchtigen. Betroffene Bienen können ihren höchst wichtigen und komplexen Aufgaben zum Funktionieren des Bienenvolkes nicht mehr nachkommen und die biologische Funktion der Völker wird dadurch schwerst beeinträchtigt. Darüber hinaus konnte durch die Versuche aufgezeigt werden, dass die Exposition mit geringsten Dosen von Neonicotinoiden offensichtlich das Immunsystem der Bienenvölker stark beeinträchtigt und damit aktiv den Ausbruch von Krankheiten bei den Bienen begünstigt und auslöst.

Rohdaten von Melissa lassen ähnliche Schlüsse zu

Die ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung präsentierten Rohdaten des österreichischen Projektes "Melissa" (2009-2011) lassen im Lichte der italienischen Ergebnisse eine gleich lautende Bewertung der österreichischen Ergebnisse zu.

Wirksamkeit der technischen Ausrüstung von Sämaschinen zur Vermeidung von Bienenschäden in Frage gestellt

Durch die Ergebnisse aus Italien ist übrigens die Wirksamkeit der zur Vermeidung von Bienenschäden verwendeten abdriftmindernden Ausstattung von Sämaschinen in Frage gestellt. Bei genauen Messungen zeigte sich, dass es durch die "Verbesserung" an den Sämaschinen sogar zu einer Verdoppelung der für die Bienen relevanten Wirkstoffmengen kam.

Auf Grund der Ergebnisse von APENET wurde die Anwendung dieser Pestizide in Italien ab 2009 ausgesetzt, was übrigens zum einem 100%igen, bis heute anhaltenden, Rückgang der Bienenschäden in den Maisbaugebieten geführt hat. In Österreich ist die Verwendung dieser Beizen nach wie vor erlaubt.

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