- 16.02.2012, 13:21:58
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Stadt Wien reformiert das Ausbildungssystem der Wiener Berufsfeuerwehr
10-Jahres-Plan für die Sanierung und Neuerrichtung von Wachestandorten garantieren langfristige Erhaltung des hohen Sicherheitsniveaus der Stadt
Wien (OTS) - "Als Feuerwehrstadträtin bin ich sehr stolz, die
Verantwortung für eine derart engagierte Truppe wie die Wiener
Berufsfeuerwehr tragen zu dürfen. Mir ist es deshalb ein persönliches
Anliegen, dass diese für alle zukünftigen Anforderungen bestens
gerüstet ist und ihre vielseitigen Aufgaben auch weiterhin
professionell wahrnehmen kann", so Vizebürgermeisterin Renate
Brauner. Die Wiener Berufsfeuerwehr ist bereits jetzt in vielen
Bereichen "Weltspitze". Hier möchte man laut Brauner auch weiterhin
anknüpfen. Dies wird durch Umstrukturierungen geschafft.
Als erste Investition plant die Stadt Wien bis zum Jahr 2015 die
gesamte Aus- und Fortbildung der Wiener Berufsfeuerwehr am Standort
der Hauptfeuerwache Floridsdorf zu konzentrieren. "Dieser Schritt ist
ein Meilenstein für die Ausbildung der Wiener Feuerwehrmänner und
-Frauen. Mit dem bisherigen Modell im Zuge des normalen
Einsatzbetriebs kann die Ausbildung nur noch mit hohem
Ressourcenaufwand durchgeführt werden, das neue duale
Ausbildungssystem hat sich dagegen international bereits bestens
bewährt", so Branddirektor Dipl. Ing. Dr. Gerald Hillinger. Darüber
hinausgehend wurde ein 10-Jahres Plan für die Sanierung und
Neuerrichtung von Wachestandorten erstellt, der in den kommenden
Jahren sukzessive umgesetzt werden soll. Die Reform kommt dabei allen
WienerInnen zugute: "Eine professionelle Ausbildung ist auch in der
Zukunft gesichert und eine moderne Infrastruktur stellt sicher, dass
jeder Punkt in der Stadt bei Alarmierung innerhalb von 7-8 Minuten
erreicht wird", so Hillinger.
Die Pläne der Wiener Berufsfeuerwehr sind für Renate Brauner auch ein
Musterbeispiel für kostenbewusste Reformen in Zeiten der
Wirtschaftskrise: Durch strukturelle Veränderungen wird die
Leistungsfähigkeit der Wiener Feuerwehr weiter erhöht und verbessert.
Darüber hinaus unterstützt die Stadt Wien genau dort durch
Investitionen, wo diese für den Standort Wien Sinn ergeben: "Jeder
Euro, den wir in die Verbesserung der Infrastruktur der Wiener
Berufsfeuerwehr investieren, dient hier letztlich der Verbesserung
der Sicherheit der Wienerinnen und Wiener", so Brauner.
Die Feuerwehrschule im Detail
Die Feuerwehr Wien ist mittlerweile im mitteleuropäischen und
nordamerikanischen Raum eine der letzten Feuerwehren dieser Größe,
welche die gesamte Ausbildung während der Einsatzbereitschaft
durchführt. Für die Umsetzung wurde die Variante einer Adaption der
Hauptfeuerwache Floridsdorf als kostengünstigste und effizienteste
Variante gewählt. Bereits jetzt befinden sich einige
Ausbildungsstätten am Gelände (z.B. das Brandübungshaus). Ausreichend
Raum für die Schule entsteht durch die Auflassung der bisherigen
KFZ-Werkstätte. Die dadurch frei werdenden Räumlichkeiten werden
umgebaut und erweitert. Ein teurer Ankauf eines Grundstücks und die
Errichtung eines neuen Gebäudes werden dadurch vermieden.
Die neue Ausbildung
Das in der Ausbildung tätige Personal (Lehrer und Schüler) bleibt
grundsätzlich im Einsatzdienst, wird allerdings für die geblockten
Lehrveranstaltungen an der Schule temporär vom Einsatzdienst
abgezogen. Dieses duale Ausbildungssystem ("training-on-the-job") mit
Vertiefungseinheiten ist internationaler Standard.
Die Ausbildung für den Feuerwehrberuf ist wie eine Lehre konzipiert:
Ein Teil wird beim Lehrherrn erlernt (Praxis), ein Teil in der Schule
(Theorie). Für eine Ausbildung sind dabei derzeit 2-6 Wochen
vorgesehen, für die Grundausbildung 20 Wochen. Nach der jeweiligen
Ausbildung wechselt der Auszubildende dann wieder in den
Einsatzdienst. Damit ist gewährleistet, dass auch mit der neuen
Schule immer eine parallele Anwendung des Wissens in der
Einsatzpraxis erfolgen kann. Der Durchlauf eines Auszubildenden durch
die Basisausbildung beträgt mit den jeweils erforderlichen
Praxiszeiträumen im Einsatzdienst ca. 6 Jahre.
Für die Theorieausbildung ist ein Schulgebäude mit 13 Lehrsälen sowie
einem größeren Vortragssaal geplant, der auch für Veranstaltungen
verwendet werden kann. Darüber hinausgehend wird die bestehende
Ausbildungsinfrastruktur in Floridsdorf (Brandhaus, Zimmer- und
Kellerbrandsimulation, Flash-Over-Container) für den kompletten
Übungsbetrieb einer Schule erweitert. Natürlich ergeben sich durch
die Zusammenführung der bisher in einer großen Zahl an den
Feuerwachen vorhandenen Ausbildungseinrichtungen auch finanzielle
Einsparungen.
Insgesamt ist die neue Feuerwehrschule für eine Kapazität von 600
Auszubildenden pro Jahr ausgelegt.
Organisationsänderungen und Personal für die neue Schule
Um die Kosten für die neue Schule zu begrenzen, wird die noch aus den
1920er Jahren stammende Anordnung von Wachen in Wien nach modernen
Gesichtspunkten umgestaltet. Die dadurch frei werdenden
Personalressourcen ermöglichen den professionellen Lehrbetrieb in der
neuen Feuerwehrschule Floridsdorf. Konkret ist geplant, die
Besatzungen der Gruppenwachen "Kahlenbergerdorf", "Brigittenau" und
"Neubau" am Standort Floridsdorf zusammenzuziehen.
Um die aufgelassenen Gebäude einer effizienten Nachnutzung
zuzuführen, laufen derzeit Gespräche darüber, ob die Wachgebäude von
anderen Einsatzorganisationen übernommen werden können. Für die
Gruppenwache "Neubau" wurde dieses Ziel bereits erreicht: Hier ist
die Errichtung der Zentrale der "Helfer Wiens" geplant, der
Dachorganisation aller im "K-Kreis" befindlichen Organisationen. Der
"K-Kreis" ist weltweit ein einzigartiges Symbol für die
Zusammenarbeit der freiwilligen und beruflichen Wiener Hilfs- und
Einsatzorganisationen sowie zahlreicher Magistratsabteilungen in
einer sicheren Millionenstadt. Darüber hinaus hat sich der "K-Kreis"
als die Informationsplattform für die Wiener Bevölkerung zu den
Themen: Sicherheit, Gesundheit und Umwelt etabliert.
Die beiden Feuerwachen "Brigittenau" und "Kahlenbergerdorf" werden
weiterhin als Sicherheitszentren genutzt und bleiben damit Teil des
Sicherheitskonzepts der "Helfer Wiens".
Darüber hinaus werden die am Standort Floridsdorf frei werdenden
MitarbeiterInnen der KFZ-Werkstätte, so weit dies nötig ist,
umgeschult, und fungieren zukünftig als HaustechnikerInnen der neuen
Schule.
Überblick über geplante Sanierungen und Neuerrichtungen bis
2022
2013-2015: Umbau der Hauptfeuerwache Floridsdorf zur neuen
Feuerwehrschule
2016-2018: Neubau der Hauptfeuerwache Leopoldstadt
2019-2020: Neuerrichtung der Zugswache Aspern
2020-2022: Generalsanierung der Zugswache Landstraße
o Pressebild: www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=15351
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.gv.at/rk/
Gerald Hillinger
Branddirektor
Feuerwehr und Katastrophenschutz (MA 68)
Telefon: 01 53199-51250
E-Mail: [email protected]
Heike Hromatka-Reithofer
Mediensprecherin Vbgmin Renate Brauner
Telefon: 01 4000-81219
E-Mail: [email protected]
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