• 13.02.2012, 17:00:31
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"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Ein Fass mit Boden"

Griechenland braucht einen echten Neustart, sonst ist Hilfe sinnlos.

Wien (OTS) - Der griechische Philosoph Diogenes lebte einst in
einem Fass. Nicht überliefert ist, ob es ein Fass mit Boden war.
Dass das heutige Griechenland-Fass endlich einen Boden bekommen muss,
ist klar. Der Weg dorthin auch.
In einem ersten Schritt muss Athen seine Sparversprechen
einhalten. Sonst verspielt es das letzte Vertrauen und der
Staatsbankrott wäre eine Frage von Wochen, wenn nicht Tagen. Weil
Griechenland offenbar um jeden Preis in der Eurozone gehalten werden
soll, muss in einem zweiten Schritt so etwas wie die Neugründung des
Staates folgen. Ein Staatswesen, das Züge eines Entwicklungslandes
aufweist, wo Korruption, Steuerhinterziehung und Vetternwirtschaft
den Alltag prägen, kann nicht auf Dauer Mitglied in der Euro-Zone
bleiben.
An diesem Neuanfang - vom Grundbuch bis zur Steuereintreibung -
müsste auch der Erfolg des EU-Hilfsprogrammes für Athen gemessen
werden. Nicht daran, ob die Staatsverschuldung in ein paar Jahren 120
oder 125 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Leider dienen die
derzeitigen "Hilfs"-Pläne nur dazu, dass die Gläubiger außerhalb
Griechenlands weiterhin ihr Geld bekommen. Echte Solidarität sieht
anders aus.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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