LR Ragger: Sparpaket mit "Zeitbombe" für das Pflegesystem

Viel weniger Pension für künftige Rentner und daher noch weniger Eigenbeiträge für Pflege

Klagenfurt (OTS) - Der Kärntner Sozialreferent LR Mag. Christian Ragger macht auf ein Detail der Sparpläne der Regierung aufmerksam, das bisher wenig beachtet wurde, obwohl es die vermutlich gravierendsten Auswirkungen für zukünftige Pensionisten und indirekt für die Pflegekosten der Länder haben wird. Es geht dabei um die für 2014 angekündigte vorgezogene Einführung des Pensionskontos und das Ende der so genannten Parallelrechnung zwischen den Pensionssystemen vor 2005 und bis heute.
"Dies bedeutet, dass nicht mehr eine gewisse Anzahl von Berufsjahren mit gutem Einkommen für die Pensionsbemessung herangezogen wird (derzeit 25), sondern jedes Erwerbsjahr, auch jenen mit geringem Verdienst. In der Konsequenz heißt dies, dass die Pensionen im Vergleich mit heute um 30 % und mehr sinken", erläutert Ragger. Überdies habe die Regierung angedroht, dass die Berufsjahre in den 80-er und 90-er Jahren zusätzlich mit "Abschlägen" bei der Inflationsanpassung versehen werden, sodass noch weniger Rente herauskomme.
"Das hat zwei folgenreiche Resultate: Jeder zukünftige Pensionist bekommt weniger Rente und wenn er einmal pflegebedürftig wird, ist er mehr denn je auf Hilfe durch das Land und die Gemeinden angewiesen. Schon heute haben wir nicht mal zehn Prozent von Pflegeheimbewohnern, welche die Heimkosten mit ihren Ruhebezügen abdecken können. Den überwiegenden Rest müssen Länder und Gemeinden finanzieren, mit schon heute stark steigender Tendenz und die wird sich nach diesem Rentenkürzungsprogramm der Regierung noch beschleunigen", erklärt Ragger.
Seiner Ansicht nach könnten die Länder dem Sparpaket nur zustimmen, wenn alle Zahlen dieser abrupten Einführung des Pensionskontos offen gelegt werden. Für die Länder bedeute dies nämlich eine finanzielle "Zeitbombe", weil sich aufgrund sinkender Pensionen der Zuschussbedarf für die Pflegeheime sowie für die mobile Pflege e enorm erhöhen werde. Allein Kärnten müsse heuer bereits 180 Millionen dafür aufwenden.
"Ich wundere mich auch über die SPÖ, die 2004 gegen die damalige Pensionsreform Sturm gelaufen ist. Diese Reform, welche z.B. einen jahrelangen sanften Übergang zum Pensionskonto vorsah, ist ja im Vergleich zu der jetzt angedrohten Pille mit schwersten Nebenwirkungen eine homöopathische Therapie", sagte Ragger abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Büro LR Mag. Ragger, 0664-80536-22706

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FLK0001