ÖVP-Staatssekretär Kurz in "Am Punkt": Österreich braucht Zuwanderer

"80.000 Menschen verlassen jedes Jahr das Land"

Wien (OTS) - In der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt" hat Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) eine "Versachlichung" der Ausländerdebatte in Österreich gefordert. Er reagierte damit auf FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der in der Diskussion vor einer "Massenzuwanderung" warnte. Bei jährlich rund 100.000 Zuwanderern könne man nicht gleichzeitig "verschweigen, dass 80.000 Menschen jedes Jahr unser Land verlassen", so Kurz, zudem habe Österreich eine niedrige Geburtenrate. Angesichts einer alternden Gesellschaft hielten junge Zuwanderer das Pensions- und Sozialsystem aufrecht. Vilimsky warf Kurz vor, die ÖVP setze auf Zuwanderung anstatt auf eine Politik, die Familien fördere.

Die Integrationsbeauftragte der Grünen, Alev Korun, sagte in "Am Punkt", dass deutsche Sprachkenntnisse zu sehr als Gradmesser gelungener Integration betrachtet würden. So berichtete sie von einem türkischen Elternpaar in Niederösterreich, das wegen seines niedrigen Bildungsstandes nie richtig Deutsch gelernt habe - und so als "nicht integriert" gelte -, aber alles dafür getan habe, dass seine drei Kinder eine gute Ausbildung genössen und Deutsch lernten. Alle drei Kinder seien jetzt Akademiker. Korun kritisierte auch das österreichische Schulsystem: "Es ist Zukunftsraub, wenn Kinder in die Sonderschule abgeschoben werden, weil ihre Deutschkenntnisse nicht gut sind." Die Förderung dieser Kinder müsse sehr viel stärker ausgebaut werden.

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