Drei Abteilungen in NÖ für herausragende Turnusärzteausbildung ausgezeichnet

NÖ Ärztekammer prämiert Innere Medizin in Waidhofen/Ybbs, Urologie in Baden und Orthopädie in Wr. Neustadt für ihr besonderes Engagement bei der Turnusärzteausbildung

Wien (OTS) - Häufig gilt die NÖ Ärztekammer als scharfer Kritiker des Spitalswesens, doch zuletzt gab es gleich drei Auszeichnungen für Spitalsabteilungen von der Ärztekammer: für die Abteilung Innere Medizin im Landesklinikum Mostviertel Waidhofen/Ybbs, die Urologie im Landesklinikum Thermenregion Baden sowie die Orthopädie und orthopädische Chirurgie im Landesklinikum Wr. Neustadt. Der Grund dafür waren sehr gute Beurteilungen von Turnusärzten für die erhaltene Ausbildung.

Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner gratulierte allen drei Abteilungsvorständen und hob besonders einen Aspekt hervor: "Die Größe und Struktur der ausgezeichneten Häuser und Abteilungen sind sehr unterschiedlich. Dies zeigt, dass die Ausbildungsqualität sehr vom persönlichen Engagement der handelnden Personen und damit aber leider auch vom Zufall abhängt. Dies muss künftig geändert wird. Qualität soll in jedem Haus und an jeder Abteilung gleichermaßen gewährleistet sein."

Turnusärztezimmer, standardisierte Evaluierungsgespräche, hausinterne Fortbildungen und strukturierte Handbücher erzielen beste Wirkung

Ideen für eine bessere und effizientere Ausbildung hatten die drei Abteilungsvorstände allesamt und gaben ihre Tipps auch gerne weiter. So ist Prim. Dr. Martin Gattermeier, Leiter der Abteilung für Innere Medizin in Waidhofen, überzeugt, dass die standardisierten Mitarbeitergespräche zu Beginn sowie am Ende der Ausbildung auf seiner Abteilung mitverantwortlich sind, dass Turnusärzte die Zeit so positiv erleben. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben ihm gezeigt, dass Turnusärzte in alle medizinischen Handlungen eingebunden werden und bei Besprechungen aktiv teilnehmen wollen. "Besonders positiv wird das Turnusärztezimmer aufgenommen, wo unsere Turnusärzte selbständig unter der Aufsicht eines Oberarztes Patienten betreuen", so Prim. Dr. Gattermeier abschließend.

Einer ganz anderen Situation sieht sich der Leiter der Urologie in Baden, Prim. Doz. Dr. Claus Riedl, gegenüber: "Kein Arzt muss im Laufe seines Turnus auf unserer Abteilung arbeiten und wenn, dann bleibt er nur etwa drei Monate. Wir brauchen daher einen genauen Plan, wie wir in diesem kurzen Zeitraum den Turnusärzten möglichst viel Wissen vermitteln können. Positiv werden beispielsweise die wöchentlichen Mittagsbesprechungen aufgenommen, bei denen wichtige urologische Themen in rund 20 Minuten vorgestellt und diskutiert werden. Dazu kommen Handbücher mit Tages- und Wochenabläufen sowie Evaluierungsgespräche am Ende der Turnuszeit, um die Ausbildung auf unserer Abteilung weiter zu verbessern."

Als Dritter im Bunde nahm Prim. Prof. Dr. Peter Bösch von der Orthopädie in Wr. Neustadt das Zertifikat entgegen. Seine Abteilung zählte bereits letztes Jahr zu den Ausgezeichneten. "Unsere Turnusärzte schätzen einerseits die strukturierten Handbücher, die sie während der Zeit auf unserer Abteilung begleiten, aber auch die zweimal wöchentlich stattfindenden Fortbildungen, die wir gleich in der Früh noch vor Dienstbeginn abhalten. Dazu kommt das sehr gute Verhältnis und die gute Zusammenarbeit mit den Pflegekräften." Obwohl die Abteilung für Orthopädie und orthopädische Chirurgie die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal entgegennehmen durfte, wird es genau bei dieser Abteilung zu Veränderungen kommen. Präsident Dr. Reisner bedauert die Entscheidung des Landes: "Es ist sehr schade, dass eine Abteilung, die so gut funktioniert und von den Turnusärzten wiederholt beste Noten erhält, es in Zukunft nicht mehr geben wird. Ab 2015 werden alle orthopädischen Fälle im LK Neunkirchen versorgt."

Positives vor den Vorhang bitten

Kurienobmann und Vizepräsident Dr. Ronald Gallob meinte zum Grundgedanken der Verleihung des Zertifikates: "Es ist uns ein großes Anliegen, positive Beispiele hervorzuheben und niemanden öffentlich an den Pranger zu stellen. Dazu zählt, dass wir alle Abteilungsvorstände über die Beurteilung ihrer eigenen Abteilung informieren - sowohl über die guten wie auch die schlechten Ergebnisse. Dies ist unser Weg, die Ausbildung kontinuierlich zu verbessern."

Evaluierung künftig bundesweit

Als Vorsitzender der Landessektion Turnusärzte hofft Dr. Stefan Halper auf ein Übergreifen der positiven Entwicklung auf weitere Abteilungen anderer Landeskliniken: "Auch wenn dies die letzte Auszeichnung dieser Art war, hoffe ich sehr, dass wir den Anstoß geben konnten, so viele Abteilungen wie möglich zu motivieren, in ihrem Bereich auch künftig Akzente zu setzen und die Qualität der Ausbildung zu heben. Ab nun wird die Österreichische Ärztekammer österreichweit die Ausbildung der angehenden Ärzte evaluieren. Durch diese bundesweite Bewertung wird es möglich sein, künftig auch länderspezifische Unterschiede aufzuzeigen."

Die Zukunft liegt in der Ausbildung

"Die Zukunft der Qualität unserer Medizin liegt in der Ausbildungsqualität für unsere Ärztinnen und Ärzte. Ich habe große Hochachtung vor denjenigen, die trotz belastender Routinetätigkeit überdurchschnittliches Engagement bei der Vermittlung medizinischen Wissens zum Wohle von uns allen zeigen", meinte Präsident Dr. Reisner abschließend.

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