ÖAMTC: 2011 wurden über 56.800 Fahrzeuge in Österreich zurückgerufen

Mechanische Mängel müssen am häufigsten behoben werden

Wien (OTS) - "Im Jahr 2011 wurden in Österreich insgesamt 92 Rückrufaktionen durchgeführt", berichtet ÖAMTC-Techniker Robert Czarnecki. "Verglichen mit 2010 bedeutet das ein Plus von knapp sieben Prozent." Trotz dieses leichten Anstiegs entspricht die Zahl dem jährlichen Durchschnitt, verzeichnet doch der Clubexperte seit Beginn der ÖAMTC-Rückruf-Auswertungen im Jahr 2005 jährlich zwischen 80 und 100 Rückrufaktionen. Zurückgerufen wurden im Vorjahr nicht nur Pkw, sondern auch Motorräder und Zubehörprodukte aus dem automotiven Bereich, wie z.B. Dachboxen.

"Auch wenn die elektronische Ausstattung der Fahrzeuge immer mehr und komplexer wird, ist und bleibt die Mechanik Fehlerursache Nummer Eins", erklärt der ÖAMTC-Experte. 79 Prozent aller Mängel sind mechanischen Ursprungs und reichen von der fehlerhaften Verlegung eines Kabelstrangs, über beschädigte Dichtungen im Bereich von Kraftstoff-Leitungen oder Steckverbindungen bis hin zu nicht ordnungsgemäß funktionierenden Handbremsmechanismen. Den ÖAMTC-Aufzeichnungen zur Folge ist die Elektronik in zwölf Prozent und die Elektrik in neun Prozent der Fälle Ursache für den Rückruf.

Rückrufaktionen unbedingt ernst nehmen

"Eine Rückrufaktion sollte seitens der betroffenen Fahrzeughalter keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden", appelliert der ÖAMTC-Techniker. "Schließlich handelt es sich dabei um einen sicherheitsrelevanten Mangel am eigenen Fahrzeug, der so schnell wie möglich behoben werden sollte." Kfz-Rückrufaktionen sind eine vergleichsweise einfache und sichere Methode um ein gefährliches Produkt aus dem Verkehr zu ziehen. Im Regelfall kann nämlich jedes betroffene Fahrzeug direkt einer Person zugeordnet werden. "Leider gibt es aber immer noch einige Automobilimporteure, die bei der Verständigung der Fahrzeughalter lieber auf die hauseigenen Kundendatenbanken zurückgreifen als auf die kostenpflichtigen Daten des Versicherungsverbandes Österreichs", ärgert sicht der ÖAMTC-Experte. "So kann aber eine zeitgerechte Verständigung von Zweit- und Drittbesitzern nicht mehr sichergestellt werden."

Es ist durchaus möglich, dass im Rahmen einer Rückrufaktion auch Kosten auf den Fahrzeughalter zukommen können. "In der Gesetzesgrundlage für Rückrufaktionen, dem Produktsicherheitsgesetz, wird der verantwortliche Hersteller nämlich nicht zur vollständigen Kostenübernahme verpflichtet", erklärt der ÖAMTC-Experte. Prinzipiell handhaben es Fahrzeughersteller jedoch so, dass bei jungen Fahrzeugen die entstandenen Kosten gänzlich übernommen werden. Bei älteren Fahrzeugen ist es jedoch möglich, dass auch der Fahrzeughalter einen Teil der Kosten übernehmen muss. "Aber auch in diesem Fall sollte die Hersteller-Aufforderung zur Behebung des sicherheitsrelevanten Mangels unbedingt ernst genommen werden", empfiehlt Czarnecki abschließend.

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