Jank: Thermische Sanierung ist Investition in Umwelt und Wirtschaft

Fördermittel vom Bund wirken doppelt: Sanierung von Wohn- und Betriebsgebäuden sind Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz - Wirtschaft profitiert von zusätzlichen Aufträgen

Wien (OTS) - "Die Forcierung der thermischen Sanierung ist ein Paradebeispiel ökologisch bewusster, konjunkturbelebender Wirtschaftspolitik. Trotz Schnürens eines Sparpakets darf man auf solche Aktionen nicht vergessen", zeigt sich Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, anlässlich der heute angekündigten Fortführung der Bundesförderaktion zur thermischen Sanierung erfreut. Bis 2014 werden dabei jedes Jahr 100 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. "Fördergeld, von dem das Bau- und Baunebengewerbe direkt profitiert, das die Klimabilanz Österreichs aufbessert und zudem hohe Wertschöpfung im Inland schafft", so Jank.

Die Fördermillionen vom Bund bieten für viele private und betriebliche Sanierer einen entscheidenden Anreiz, Investitionsmaßnahmen in die Reduktion ihres Energieverbrauchs zu tätigen. Tatsächlich entstehen durch die Förderung von thermischen Sanierungsmaßnahmen volkswirtschaftliche Effekte, die bei einer Fördersumme von 100 Mio. Gesamtinvestitionen in Höhe von bis zu 860 Mio. Euro auslösen. Allein an den Bund fließen dadurch wieder rund 200 Mio. Euro an Einnahmen retour. Außerdem sichern thermische Sanierungen 10.000 Arbeitsplätze in Österreich und der Wert von sanierten Häusern, Wohnungen und Betriebsgebäuden steigt beträchtlich.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Künftig werden pro Jahr 3 Mio. Euro aus dem Fördertopf der thermischen Sanierung für Gemeindeprojekte reserviert. Diese fehlen den Betrieben für die Umsetzung von Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen. Denn bisher wurden Sanierungsmittel für Gemeinden über den Finanzausgleich zwischen Bund, Ländern und Gemeinden geregelt.

Wiener Förderprogramm: Anträge bleiben liegen
Unzufrieden zeigt sich Jank auch mit der Abwicklung der Thermisch-Energetischen-Wohnhaussanierungs-Förderung der Stadt Wien:
"Trotz nachweislicher, gesamtwirtschaftlich positiver Effekte der Sanierungsförderung bleiben viele Anträge in Wien liegen, weil der Fördertopf zu gering gefüllt ist." Jank appelliert daher an die Stadt, ihre Förderung ausreichend zu dotieren, um die eingereichten Projekte rasch umsetzen zu können. Weiters spricht sich die Wirtschaftskammer-Präsidentin dafür aus, ausreichend Direktzuschüsse zu gewähren, da Darlehen für Hauseigentümer und Verwaltung in der Abwicklung zu aufwändig seien. "Der Ausbau der Sanierungsförderung ist eine win-win-Angelegenheit. Die Baubranche wird als wichtige Konjunktur- und Arbeitsmarktstütze gestärkt und die öffentliche Hand profitiert von zusätzlichen Steuern", so Jank.

Der Vergleich macht sicher
Wie sehr sich Sanierungsmaßnahmen bezahlt machen, verdeutlicht ein Beispiel: Eine 110 Quadratmeter große Wohnung aus den 1970er-Jahren mit einer Energiekennzahl von 236 ist vergleichbar mit einem Auto, das 23 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Kein Autofahrer würde eine derartige Energieverschwendung heute noch in Kauf nehmen. Im Vergleich zu den alten Benzinvernichtern auf vier Rädern besteht bei Immobilien aber die Möglichkeit, die Energieeffizienz durch thermische Sanierungsmaßnahmen wesentlich zu steigern. So lässt sich die Energiekennzahl bei der Wohnung aus den 1970er Jahren mittels thermischer Sanierung von 236 auf 68 reduzieren. Die jährlichen Heizkosten verringern sich dadurch von 1840 Euro auf 540 Euro pro Jahr.

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