• 25.01.2012, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Burn-out und die Rolle des Chefs - von Thomas Pressberger

Führungskräfte spielen bei Burn-out eine große Rolle

Wien (OTS) - Was Burn-out nicht ist: Burn-out ist keine Gaudi.
Burn-out von 9 bis 16 Uhr - komischerweise nur in der Arbeit, danach
wieder alles easy -, das gibt es zum Beispiel nicht. Burn-out ist
auch nicht mit Depression gleichzusetzen, auch nicht mit Tachinieren.
Auch Burn-out-Experten - eine Spezies, die in letzter Zeit immer
häufiger auftritt - sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.
Wie hieß es in der Guttenberg-Affäre rund um seinen EU-Beraterjob in
Sachen Internetfreiheit so schön: "Wenn ich mich mitten auf die
Straße stelle und von einem Auto angefahren werde, heißt das nicht,
dass ich Automechaniker bin." Burn-out-Experte ist man auch nicht
dadurch, indem man einmal davon betroffen war. Was Burn-out ist: Eine
ernsthafte Erkrankung - auch wenn dies noch nicht als Krankheit
klassifiziert ist -, über die die Öffentlichkeit schlecht informiert
ist. Auch ist kaum bekannt, wohin man sich im Ernstfall wenden kann.
Der neu gegründete Verein "Burn Aut" - bei dessen Namen es sich nicht
um einen Rechtschreibfehler handelt - versucht Know-how zu
kanalisieren, den Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten und für
Prävention zu sorgen.

In der Praxis kann dem aber bereits vorher begegnet werden. Wie sich
herausgestellt hat, ist nicht die Arbeitsquantität, sondern die
Arbeitsqualität eine der Hauptursachen für Burn-out. Das bedeutet,
dass die Führungskräfte bei der Entstehung der Krankheit eine
entscheidende Rolle spielen. Augenscheinlich wird das, wenn in einem
Team mehrere Mitarbeiter betroffen sind. Die Frage, wie viele
Führungskräfte ihren Job gut machen und tatsächlich führen können -
klare Vorgaben machen, richtig Feedback geben oder jemals an einem
Mitarbeiterführungsseminar teilgenommen haben -, sei an dieser Stelle
dahingestellt. Laut Experten soll es sich jedenfalls nicht um die
überwiegende Mehrheit handeln (Zynismus gilt übrigens als eines der
ersten Symptome für Burn-out).

Was aber alle Arbeitgeber und Führungskräfte machen können, ist, sich
zu informieren, wie sie betroffenen Mitarbeitern helfen können. Oder
noch besser dafür sorgen, dass es gar nicht so weit kommt. Und das
heißt, Seminare besuchen und sich Know-how über Burn-out anzueignen.
Denn man kann ja ruhig ein schlechter Chef sein, solange man dabei
nicht gleich seine Mitarbeiter verheizt - denn nicht selten reißen
diese ihre schlechten Vorgesetzten im Arbeitsalltag heraus. Vor allem
aber wird die Schlagkraft des Unternehmens erhöht. In jedem Fall
haben beide etwas davon.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]

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