Sima: "Volles Rohr" fürs Wiener Wasser - Bilanz und Ausblick

Budget für Wasserrohrnetz-Offensive um zwei Drittel auf 50 Millionen Euro aufgestockt - heuer große Vorzeigeprojekte, etwa am Gürtel.

Wien (OTS) - "Ich freue mich, dass wir 2012 das
Investitionsvolumen in die Wasserrohrnetz-Offensive ausbauen können", so Umweltstadträtin Ulli Sima. Das Programm wurde Anfang 2011 initiiert, nun werden die Mittel für Erneuerung und Ausbau des mehr als 3.000 Kilometer langen Netzes um rund zwei Drittel auf 50 Millionen Euro aufgestockt. "Auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten darf es bei der 100prozentigen Versorgungssicherheit Wiens mit glasklarem Hochquellwasser keine Kompromisse geben", so Sima. "Die Investitionen werden gezielt eingesetzt. Damit garantiert die Stadt Wien, dass auch künftig frisches Trinkwasser aus dem Wasserhahn fließt. Wien ist dabei internationales Vorbild, denn in vielen anderen Städten ist das nicht selbstverständlich."

Auf dem Erneuerungsprogramm stehen heuer unter anderem wichtige Trinkwasserschlagadern, von deren Funktionstüchtigkeit gleich ganze Stadtregionen abhängig sind. "Neben dem Rohrnetz werden etwa auch 330 Kilometer Hochquellenleitungen, 130 Aquädukte und 31 Wasserbehälter laufend in Bestzustand gehalten", ergänzt Wolfgang Zerobin, Chef der MA 31-Wiener Wasserwerke.

Stolze Erstjahresbilanz der Offensive: Neue Rohre an 135 Orten

Allein 2011, im ersten Jahr der ins Leben gerufenen Wasserrohrnetz-Offensive, wurden an rund 135 Stellen in ganz Wien Wasserrohre ausgetauscht und erneuert.

Das größte Projekt dabei war der Wasserrohrtausch in der Triester Straße. In nur fünf Monaten (von Ende Jänner bis Ende Juni) wurde auf 750 Meter Länge eine der wichtigsten Trinkwasser-Schlagadern Wiens erneuert, die 150.000 (!) Wienerinnen und Wiener in mehreren Bezirken versorgt. Durch dieses Rohr, das von der I. Hochquellenleitung gespeist wird, fließen täglich 20 Millionen Liter kristallklares Wasser, das entspricht etwa 140.000 gefüllten Badewannen. Minutiös geplante und koordinierte Verkehrsmaßnahmen, eine breit angelegte Informations-Kampagne an AnrainerInnen und AutofahrerInnen sowie die für so ein Großprojekt extrem zügige Bauweise hielten die Beeinträchtigungen in absolut akzeptablem Rahmen. "Ich bedanke mich an dieser Stelle bei der MA 31 für die rasche Umsetzung", erklärt Sima.

Weitere wichtige, große Projekte im Jahr 2011 waren die neuen Leitungen in Währing (Gentzgasse), Döbling (Rathstraße), Meidling (Eichenstraße) und Alsergrund (Währingerstraße). Dabei wurden Wasserrohre auf einer Länge von 450 bis 550 Meter getauscht. Die Kosten betrugen jeweils zwischen 400.000 und 650.000 Euro. Auch bei diesen Projekten wurde, wie bei der Triester Straße, die Bauzeit stets so kurz wie möglich gehalten, sie betrug je nach Projekt zwischen drei und fünf Monaten.

2012: Gürtel und Grinzinger Allee als Schwerpunkte

Für heuer sind insgesamt 175 Rohrsanierungen geplant. Die drei wichtigsten und zugleich auch größten Projekte sind Austauschprogramme in der Grinzinger Allee, der Enenkelstraße und auf dem Äußeren Währinger Gürtel. In allen drei Fällen wenden die Wiener Wasserwerke, wo es möglich ist, das grabenlose Verfahren an (siehe Säule 4 des Sechs-Säulen-Programms). Dies vermindert Grabungs- und Zeitaufwand und garantiert, die Dauer der Arbeiten so kurz wie möglich zu halten.

Die Projekte im Detail:

1. Am Gürtel werden die Rohre saniert, die Arbeiten werden in Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt reicht von der Kreuzgasse bis zur Döblinger Hauptstraße, die Arbeiten starten im April, dauern bis Ende September und finden in den verkehrssensiblen Bereichen meist nachts und am Wochenende statt. Wo es möglich ist, werden unterirdische Bauverfahren durchgeführt. Dadurch wird nicht nur die Aushubmenge verringert, sondern auch der Verkehr weniger beeinflusst. Investitionssumme: rund 4,4 Millionen Euro.

2. "Gerade, weil der Gürtel auch vom Schwerverkehr so stark befahren ist und die Rohre Belastungen durch Erschütterungen ausgesetzt sind, wäre ein weiteres Zuwarten mit dem Austausch absolut unverantwortlich", erklärt Wasserwerks-Chef Wolfgang Zerobin unter Berufung auf die zuverlässigen Analysen aus dem Sechs-Säulen-Programm. Die Sanierung auf dem Äußeren Währinger Gürtel wird, so wie es sich bereits beim Projekt Triester Straße bestens bewährt hat, selbstverständlich von Informationen über Verkehrsmaßnahmen und Baufortschritt begleitet werden.

3. Die Arbeiten an diesem ersten Abschnitt sind der Auftakt des umfassenden Sanierungsprogramms am Gürtel. Ab 2013 sollen weitere Bereiche des Inneren Gürtels saniert werden - zum Beispiel von Alserstraße bis Nußdorferstraße. In weiterer Folge am Äußeren Gürtel in den Bereichen Jörgerstraße bis vor den Westbahnhof sowie vom Lerchenfelder Gürtel bis zur Alserstraße.

4. Damit sind die Sanierungsarbeiten des Gürtels West Ende 2015 abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro.

5. Im Bereich der Hauptstraße Grinzinger Allee werden um rund 4 Millionen Euro Wasserrohre neu verlegt. Diese Wasserleitung ist eine Schlagader für die flächendeckende Trinkwasser-Versorgung Wiens, von der die Bezirke Leopoldstadt, Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt mit rund einer halben Million EinwohnerInnen abhängen. Derzeit arbeitet die Fernwärme Wien in der Grinzinger Allee. Ab Anfang März 2012 bis März 2013 werden dann die Wasserrohre saniert und die Straße wieder instand gesetzt.

6. Aktuell und bis in den Spätsommer 2012 werden Wasserrohre in Ottakring rund um die Enenkelstraße getauscht. 3 Millionen Euro nimmt die Stadt Wien dafür in die Hand. Diese Wasserleitungen stellen eine wichtige Verbindung zwischen der Mündung der II. Hochquellenleitung und dem komplexen Rohrnetz zur Wasserversorgung der nördlichen Teile Wiens dar. Täglich werden so 20 Millionen Liter quellfrisches Trinkwasser in die Wohnungen von rund 90.000 WienerInnen transportiert. An heißen Tagen, wenn besonders viel Wasser verbraucht wird, sind es noch weit mehr. Denn dann dient dieser Rohrstrang auch als Stütze zur zusätzlichen Versorgung des Nordosten Wiens, inklusive Floridsdorf und Brigittenau. Und damit von insgesamt 500.000 EinwohnerInnen - das entspricht etwa der doppelten (!) Einwohnerzahl von ganz Graz.

Aquädukte Baden und Liesing werden saniert

Abgesehen von diesen wichtigen Millionen-Investitionen in das Wiener Wasserrohrnetz, gibt es 2012 auch noch weitere große Sanierungsprojekte im Sinne der Wasserversorgung: So werden etwa die Aquädukte Liesing und Baden saniert. Investitionssumme: 1,4 Millionen Euro für Liesing und sogar 14 (!) Millionen Euro für das Aquädukt Baden.

Sechs-Säulen-Programm sichert auch 2012 modernstes Management

Das Rückgrat der Wiener Wasserrohrnetz-Offensive bildet das innovative und zukunftsorientierte Sechs-Säulen-Programm. Entwickelt von den ExpertInnen der MA 31, stellt es die 100prozentige Versorgung der Millionenmetropole Wien mit quellfrischem Wasser aus den Alpen auch in Zukunft sicher. Basierend auf modernen Managementmethoden, computergestützten Überwachungssystemen und innovativen Bauverfahren ermöglicht es, den Zustand der Rohre noch exakter zu überwachen und mögliche Risikofaktoren abzuschätzen. Notwendige Maßnahmen und Investitionen können besser geplant und wirtschaftlich umgesetzt werden:

o Säule 1 - das moderne Netzinformationssystem (NIS). Es ist die Basis für die Wasserrohrnetz-Offensive. Es verwaltet elektronische Pläne mit Lage, Durchmesser, Material, Druckzone, Baujahr und den technischen Zustand aller verlegten Rohre. Der Zustand und die Nutzungsdauer eines Rohrs hängen allerdings nicht nur vom Material selbst ab, sondern von unterschiedlichsten Einflüssen wie etwa Verkehrsbelastungen. Deren Auswirkungen müssen jedes Mal individuell untersucht und festgestellt werden.

o Säule 2 - Früherkennung durch laufende akustische Überwachung. Gezielte "Lauschangriffe" auf die Rohre gewährleisten, dass Rohrschäden frühzeitig erkannt und behoben werden können. Im Zuge der Wiener Wasserrohrnetz-Offensive werden Geräusch- und Mengenüberwachungssysteme im Stadtgebiet verstärkt eingesetzt.

o Säule 3 - das Pipe Rehabilitation Management. Das PiRem ist ein komplexes Computerprogramm am neuesten Stand der Technik. Es macht anhand eines mathematischen Modells die Einflüsse, die die Alterung beziehungsweise typische Schäden der Rohre beeinflussen, sichtbar. Damit können drohende Rohrdefekte rechtzeitig erkannt werden. Das PiRem ist entscheidend für eine gezielte Planung der Investitionen in das Wiener Wasserrohrnetz.

o Säule 4 - grabenlose Bautechnik (noDig-Verfahren). Der Einsatz der jungen, aber bewährten Technologie des NoDig-Verfahrens stellt einen wichtigen Punkt dar. Diese Bautechnik vermindert den Grabungs- und Zeitaufwand und damit den Einsatz von natürlichen Ressourcen und den Baustellenverkehr.

o Säule 5 - Synergieeffekte durch akkordierte Baumaßnahmen. Diese Säule beruht auf ständiger Kommunikation und laufendem Informationsaustausch mit unterschiedlichen Bauträgern, wie etwa Wien Kanal. Das spart Geld und verkürzt die Baustellendauer.

o Säule 6 - Prioritätenreihung der Hauptverkehrsstraßen. Erschütterungen durch den Verkehr sind ein häufiger Auslöser von frühzeitigen Rohrschäden. Daher werden wichtige Wasserverbindungen unter viel befahrenen Straßen genauestens überprüft.

Die Wiener Wasserwerke arbeiten also höchst effektiv und zielorientiert. Machen Sie sich selbst ein Bild davon mit dem Video auf www.ullisima.at/?p=1703

Umfassende Infrastruktur bei der Wasserversorgung

Qualität will also ständig gepflegt und gesichert sein. Sima: "Nur durch laufende Investitionen in die Infrastruktur des Wasserversorgungssystem kann das gute Niveau gehalten und noch weiter ausgebaut werden." Der Umfang der Wasserversorgungs-Einrichtungen ist beachtlich. So betreuen die Wiener Wasserwerke:

o 330 km Hochquellenleitungen bis Wien
o 3.000 km Rohrnetz in Wien
o 12.000 Hydranten
o 102.000 Hausanschlüsse = 102.000 Wasserzähler
o 230 Trinkbrunnen entlang von Straßen und Gehsteigen
o 58 Monumental- und Denkmalbrunnen
o 130 Aquädukte
o 70 Wasser- und Quellfassungen in den Quellgebieten
o 20 Wasserfassungen in und um Wien (Lobau, Nußdorf, Moosbrunn, Pragerstraße)
o 675 km2 großes Wasserschongebiet im Quellengebiet, davon Eigengrund 326 km2 (fast so groß wie die Fläche von Wien = 415 km2) bewirtschaftet durch die MA49-Forstamt- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien
o 82 km Gebirgsstollen an den beiden Hochquellenleitungen
o 11 E-Kraftwerke in den Quellgebieten und 1 E-Kraftwerk in Wien (Wittgensteinstraße) - Stromproduktion gesamt: 15 Mio. kWh pro Jahr o 19 Düker (Talquerungen, Länge zwischen 90 m und 1.600 m)
o 31 Wasserbehälter (29 Wien, 1 Neusiedl am Steinfeld, 1 Moosbrunn) o Gesamtes Behältervolumen aller Wasserbehälter: 1,6 Mio. m3
o 24 Pumpwerke

Bestnoten in Studie: WienerInnen wissen ihr Wasser zu schätzen

Dass die WienerInnen diese Qualität im Genuss und in der Versorgungssicherheit sehr zu schätzen wissen, beweist eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes SORA: 96 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit den Wiener Wasserwerken zufrieden sind und bewerten sie als verlässlichen und vertrauenswürdigen Dienstleister. Neun von zehn WienerInnen haben auch einen persönlich positiven Eindruck von der Kundenbetreuung.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

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