NEWS veröffentlicht Mensdorff- und Immobilien-Bericht der Telekom

Abgesprochene Vergaben, Geschenkannahme und Korruption bei Telekom-Immobilien

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe zwei Schlüsseldokumente im Telekom-Skandal: Den Bericht des Wirtschaftsprüfers Deloitte zur Firma M.P.A. des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly und die Erhebungsergebnisse der Telekom zu den Malversationen in ihrem Immobilienbereich.

Mensdorffs ungarische Firma M.P.A. hatte von der Telekom zwischen September 2008 und Jänner 2009 insgesamt 1,1 Millionen Euro erhalten, die letztlich auf seinem Konto bei der Raiffeisenkasse im südburgenländischen Strem landeten. Auffällig ist, dass Ermittler des Bundeskriminalamtes schon im März 2009 ein Auskunftsersuchen an die Telekom stellten, um zu klären, welchen Hintergrund die Zahlungen hatten. Die Telekom versicherte damals, es handle sich um das "Infratech/Alpha"-Projekt der Telekom. Laut den Aussagen des Kronzeugen Schieszler besteht zwischenzeitig jedoch der Verdacht, dass die Zahlungen in Wahrheit im Zusammenhang mit dem Polizeifunkprojekt Tetron stehen.

Die Ermittlungsergebnisse zu den Malversationen im Immobilienbereich der Telekom muten wiederum besonders brisant an:
Dem früheren Telekom-Immo-Manager Erich Zanoni wird der wettbewerbsbeschränkenden Absprache bei Vergabeverfahren, der Geschenkannahme und der Untreue verdächtigt. Die Telekom selbst spricht in ihrer Sachverhaltsdarstellung von "Untreue", "Betrug", "Verschleuderung von TA-Vermögen" und Korruption. Im Kern geht es um die Sanierung von Telekom-Gebäuden, mangelhafte Bauaufsicht, unterpreisige Liegenschaftsverkäufe und Ähnliches mehr.

Aufgrund der eidesstättigen Aussage einer Angestellten einer involvierten Firma besteht der Verdacht, dass Baufirmen auch unentgeltlich beim Bau der Privatvilla des Telekom-Managers arbeiteten. Eine andere Telekom-Mitarbeiterin wurde von einem Lieferanten ein PKW finanziert, eine Mietwohnung erhielt sie gegen Ersatz der Betriebskosten. Ein früherer Mitarbeiter der Telekom-Immo arbeitete wiederum als Konsulent eines Lieferanten, der nahezu ausschließlich von offenbar abgesprochenen Telekom-Aufträgen profitierte.

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