Stöger: Ernährung der Schülerinnen und Schüler verbessern

Österreichweite Initiative zur Verbesserung der Pausenverpflegung für 456.000 Kinder und Jugendliche

Wien (OTS) - In acht von zehn österreichischen Schulen können sich Schülerinnen und Schüler ihre Jause am Schulbuffet besorgen. Das Angebot dort ist daher nicht unwesentlich. Die richtige Ernährung ist ein Grundpfeiler der Gesundheit und eine ausgewogene Pausenverpflegung, die schmeckt, ist auch zur Aufrechterhaltung der Lernfreude und Leistungsfähigkeit wichtig. "Ich habe daher bereits im Vorjahr eine Leitlinie erarbeiten lassen, die ernährungswissenschaftliche Mindestkriterien für ein gesundheitsförderliches Schulbuffet festlegt", sagt Gesundheitsminister Alois Stöger. Mit dieser Leitlinie liegen erstmals national akkordierte und präzisierte Empfehlungen für das Speisen- und Getränkeangebot an Schulbuffets vor. "Mit der nun startenden österreichweiten Initiative "Unser Schulbuffet" wollen wir der Leitlinie Leben einhauchen, den Buffetbetrieben helfen, ihr Angebot Schritt für Schritt gesünder zu machen und so die Ernährungssituation für 456.000 Schülerinnen und Schüler verbessern", so Stöger. Diese Initiative läuft bis Ende 2013 und reiht sich als weitere Maßnahme in den Nationalen Aktionsplan Ernährung (NAP.e) ein. Mit dem NAP.e werden seit Anfang 2011 in Österreich erstmals ernährungspolitische Maßnahmen und Strategien bundesweit gebündelt, um eine erkennbare Veränderung von Fehl-, Über- und Mangelernährung sowie eine Trendumkehr der steigenden Übergewichts- und Adipositaszahlen bis 2020 zu erreichen.

Angebot an Buffetbetriebe

Im Rahmen der Initiative "Unser Schulbuffet", die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ausgeht, von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführt und aus den Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur finanziert wird, werden Buffetbetrieben umfassende Beratung und Unterstützung bei der Gestaltung eines gesundheitsförderliches Speisen- und Getränkeangebot angeboten. Umstellungsvorschläge sollen für den jeweiligen Betrieb in seiner individuellen Situation passen, also praxisnahe, nachhaltig und wirtschaftlich rentabel sein.

"Oft reichen schon kleine Veränderungen im Angebot und bei der Präsentation, um große gesundheitliche Wirkungen zu erzielen", sagt Dr.in Walpurga Weiß, Projektleiterin im BMG, "aber ohne erhobenen Zeigefinger, das Ziel ist ja, dass die Schülerinnen und Schüler diesen Weg der Veränderung auch mitgehen."

"Unser mobiles Team berät BuffetbetreiberInnen, wie sie ihr Angebot für die Kinder und Jugendlichen Schritt für Schritt verbessern können", erklärt Dr. Manuel Schätzer, Projektleiter in der AGES. Neben der individuellen Beratung vor Ort stehen auch ein erweiterbares Handbuch mit Rezepten aus der Praxis und für die Praxis, unterstützende Marketingmaßnahmen und eine Website als Kommunikationsplattform (www.unserschulbuffet.at) zur Verfügung. Es wurde auch eine Hotline eingerichtet, die Montag bis Freitag von 09:00 bis 15:00 Uhr unter 0810 810 227 (max. Euro 0,1/Minute) erreichbar ist. Im Laufe der kommenden zwei Jahre sind zudem Workshops, Schulungsvideos, weitere Marketingideen sowie eine umfassende Rezeptsammlung geplant.

Pausenverpflegung an österreichischen Schulen

Im Vorfeld wurde von der AGES im September 2011 eine Vollerhebung durchgeführt, mit der erstmals bundesweite Daten über den Pausenverkauf an österreichischen Schulen zur Verfügung stehen. 1.814 Schulen ab der 5. Schulstufe - Hauptschulen, Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS) und Berufsbildende Höhere Schulen (BHS) - wurden kontaktiert, 94 Prozent beteiligten sich an der Umfrage. 84 Prozent der befragten Schulen verfügen über einen Pausenverkauf -Spitzenreiter sind AHS mit 95 Prozent, gefolgt von BHS mit 90 Prozent und Hauptschulen mit 73 Prozent.

In acht von zehn Fällen wird das Schulbuffet von schulexternen Unternehmen betrieben. Das "klassische Schulbuffet" findet man hauptsächlich an höheren Schulen wie AHS und BHS, an Hauptschulen erfolgt die Pausenverpflegung häufig auch über "fliegende Händler", wie etwa (örtliche) Bäckereien, Lebensmittelhändler etc. oder über Schulwarte. 15 Prozent der Schulen verfügen über eine eigene Versorgungsstruktur wie z. B. eine Schulküche, die auch den Pausenverkauf organisiert.

Ernährungsstatus von Schülerinnen und Schülern

In Österreich sind laut den aktuellsten vorliegenden Zahlen (Ernährungsbericht 2008) elf Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen übergewichtig und weitere acht Prozent adipös. Das bedeutet einen Anstieg im Vergleich mit den Zahlen des Ernährungsberichts 2003 von 50 Prozent bei den Sechs- bis Neunjährigen bzw. sogar um 80 Prozent bei den Zehn- bis 15-Jährigen. Kinder und Jugendliche gehören daher zu den Hauptzielgruppen der Maßnahmen im Rahmen des nationalen Aktionsplans Ernährung. Ein wichtiger Maßnahmenschwerpunkt ist dabei die Schulverpflegung.

"Damit österreichweit möglichst viele Schülerinnen und Schüler von der Initiative "Unser Schulbuffet" profitieren, ist eine aktive Mitarbeit der Länder notwendig", betont Gesundheitsminister Stöger. Da die Zuständigkeiten und Verantwortungsverteilung in den Ländern je nach Schulorganisation bzw. Schulform sehr unterschiedlich sind, hat das Gesundheitsministerium alle Verantwortlichen für Gesundheit und Bildung in den Ländern eingeladen, sich aktiv an der Initiative "Unser Schulbuffet" zu beteiligen und am Aufbau eines österreichweiten Netzwerkes zur Verbesserung der Schulverpflegung mitzuwirken.

Nähere Informationen erhalten SchulbuffetbetreiberInnen und alle anderen Interessierten unter www.unserschulbuffet.at und unter Tel:
0810 810 227 (Mo - Fr 9 bis 15 Uhr, max. Euro 0,1/Minute).

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit
Fabian Fußeis, Pressesprecher
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304
fabian.fusseis@bmg.gv.at
http://www.bmg.gv.at

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