- 24.01.2012, 11:54:46
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Volkshilfe mahnt: Kein Sparen auf dem Rücken der Armen
Volkshilfe fordert Investitionen in die Bildung, eine aktive Arbeitsmarktpolitik und den Ausbau von Steuern auf Vermögen und Grundbesitz

Wien (OTS) - "Die Anzahl der Armutsbetroffenen hat in unserem Land
einen neuen Höchststand erreicht. Mit großer Sorge verfolgen wir
deshalb die Sparpaket-Diskussionen, die Kürzungen im Bereich der
sozialen Dienstleistungen bringen könnten. Die Budgetsanierung darf
nicht auf Kosten der Ärmsten gehen", sagt Mag. (FH) Erich Fenninger,
Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, im Rahmen der
heutigen Pressekonferenz.
"Armut in Österreich wird gemacht, sie ist 'Made in Austria'. Das
kritisieren wir auch in unserer aktuellen Kampagne: Die Kluft
zwischen Arm und Reich wächst konsequent weiter. Das Phänomen
'Working Poor' greift um sich. Durch Einsparungen an falscher Stelle
dürfen wir diese soziale Ungleichheit nicht weiter verschärfen", sagt
Fenninger und betont weiter: "Wir müssen gegensteuern: durch den
Ausbau von Steuern auf Vermögen und Grundbesitz, durch Investitionen
in die Bildung und durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik."
Reiche werden reicher, Arme ärmer: Zahlen zur wachsenden sozialen
Ungleichheit
In Österreich leiden 511.000 Menschen unter drückender Armut. Das
heißt, dass 6,2% der Gesamtbevölkerung manifest arm sind. 313.000
Menschen können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, 596.000
Personen sind mit Zahlungen im Rückstand (Quelle: EU-SILC 2011). "Die
Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander", sagt
Fenninger und verweist auch auf eine aktuelle Studie der OECD: In
Österreich ist das Haushaltseinkommen des ärmsten österreichischen
Bevölkerungszehntels um nur 0,6 Prozent pro Jahr gestiegen, während
das Einkommen des Durchschnitts um 1,3 Prozent zunahm.
Armutsfallen in Österreich: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung
Mag.a Sieglinde Trannacher ist Leiterin der Projekte
"Delogierungsprävention" und des "BeWo - Betreut Wohnen" im Hilda
Schärf Haus der Volkshilfe Kärnten. "In der täglichen Beratungspraxis
zeigt sich deutlich, dass insbesondere die Übergänge von einem
Lebensabschnitt in den nächsten für zunehmend mehr Menschen in
Österreich ein enormes Armutsrisiko bedeuten: Junge Erwachsene haben
Schwierigkeiten, ein existenzsicherndes Einkommen zu lukrieren, der
Übergang vom Erwerbsleben (oder der altersbedingten
Erwerbsarbeitslosigkeit) in die Pension ist vielfach verbaut", sagt
Sozialombudsfrau Sieglinde Trannacher. "Dazu kommen alltägliche
Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennungen oder Behinderung,
die von vielen nicht mehr selbstständig zu bewältigen sind", so
Trannacher.
Spendenkampagne "Armut made in Austria"
Vor Weihnachten hat die Volkshilfe ihre neue Spendenkampagne
"Armut made in Austria" gestartet. Ziel ist es, auf Armut in den
unterschiedlichen Ausprägungen aufmerksam zu machen und Spenden für
Menschen in Not in Österreich zu sammeln. Mehr Informationen unter
www.armutmadeinaustria.at
Spendenkonto: Volkshilfe, PSK 90.175.000 BLZ 60.000, Spenden sind
steuerlich absetzbar.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Erwin Berger, MAS
Tel.: 0676 83 402 215
E-Mail: [email protected]
Download der Presseunterlagen: http://www.volkshilfe.at/1070,172,,2.html
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