KORREKTUR ZUR OTS0124: AK-Debatte: Integration braucht Chancen in Bildung und Beruf

Frauenberger, Schmied, Hundstorfer, Kurz und Tumpel zu Chancen und Problemen von MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt SPERRFRIST FREI AB 14.00 UHR!!

Wien (OTS) - KORRIGIERTE AUSSENDUNG: "MigrantIn ist nicht gleich MigrantIn": Unter diesem Titel wurde heute (Dienstag) eine umfangreiche Studie der AK zu Fähigkeiten, Chancen und Problemen von MigrantInnen aus 11 Herkunftsregionen vorgestellt. Am Podium diskutierten die Wiener Stadträtin für Integration, Sandra Frauenberger, Bildungsministerin Claudia Schmied, Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer, Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz und Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel über Herausforderungen und Lösungen bei der Integration von MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt.

Die Wiener Stadträtin für Integration, Sandra Frauenberger sagte:
"Gleiche Chancen für alle beim Zugang zu Bildung und Arbeit zu schaffen, ist einer der wesentlichen Eckpunkte des Wiener Integrationskonzeptes. Wenn die Sprache der Schlüssel zur Integration ist, so ist ein rascher und den Qualifikationen entsprechender Jobeinstieg der Schlüssel zum sozialen Aufstieg. In Wien setzen wir daher in Kooperation mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff), von der beruflichen Erstinformation für NeuzuwanderInnen über gezielte berufliche Weiterbildung für bessere Jobchancen bis hin zur Beratung bei der Anerkennung von mitgebrachten Ausbildungen, genau hier den Hebel an. Als besonders wichtige Zielgruppe bezeichnete Frauenberger Frauen und Jugendliche, die nach der Schulpflicht nach Österreich kommen. Die Wiener Integrationsstadträtin verwies dabei auf den kürzlich präsentierten neuen Wiener Sprach- und Bildungsplan für Migrantinnen, um sie am Arbeitsmarkt "fit" zu machen. "

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz sagte: "Mein Zugang lautet Integration durch Leistung. Das heißt, dass wir darauf schauen, was jemand in Österreich leistet und nicht auf Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Dazu muss man aber auch die Rahmenbedingungen bieten. Gerade für Migrantinnen muss hier noch einiges getan werden." Kurz weiter: "Oft sind gerade Migrantinnen ohne Arbeit, das heißt meistens auch weniger integriert. Österreich braucht aber die weiblichen Fachkräfte - wenn man zum Beispiel an interkulturelle Mitarbeiterinnen in Kindergärten denkt oder auch an den Pflegebereich."

Bildungsministerin Claudia Schmied sagte: "Bei MigrantInnen gilt der gleiche Grundsatz wie für das gesamte Bildungssystem: Wir müssen es ermöglichen, dass sich die Talente jedes und jeder Einzelnen mit entsprechendem Arbeitseinsatz entfalten können. Die Instrumente, die nach dem Jahr der Bildungsoffensive etwa durch die Einführung der Neuen Mittelschule oder die Reform der Oberstufe bereit stehen, sind vielfältig und treffsicher: Individualisierung durch eine neue Lehr-und Lernkultur, gezielte Förderung der Stärken und fundierte Basis in den Grundkompetenzen. Für Menschen mit Migrationshintergrund ist Deutsch eine unverzichtbare Grundkompetenz. Auch ist der Abbau von Integrations-Hürden in den Köpfen wichtig - ob bei MigrantInnen oder bei allen anderen Menschen, die in Österreich leben."

Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer erklärte: "Österreich ist eine alternde Gesellschaft; bereits ab 2015 wird es einen Mangel an jungen Arbeitskräften geben - ohne Migration würde Zahl der 20- bis 24-Jährigen bis 2025 (im Vergleich zu 2005) um mehr als 114.000 sinken. Daher ist Zuwanderung Teil der Antwort, um der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken. Unser Land braucht aber nicht nur Zuwanderung, man muss auch spezielle Maßnahmen für jene Migrantinnen und Migranten setzen - unabhängig davon ob in der ersten, der zweiten oder dritten Generation - die bereits in Österreich sind. Denn diese verfügen häufig über einen niedrigen oder gar keinen Bildungsabschluss und sind oft in Bereichen beschäftigt, die besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Hier setzen wir neue Impulse."

Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel sagte: "Wir wissen, dass diejenigen, die zu uns kommen, viel leisten können. Aber dieses Potenzial wird nicht immer gut genutzt. Wir haben noch Mängel im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt. Und wenn wir einen besseren sozialen Zusammenhalt wollen, müssen wir faire Chancen für alle vom Kindergarten, der Schule, Ausbildung und Weiterbildung und am Arbeitsmarkt schaffen. Wir brauchen eine grundsätzliche Neuordnung bei der Anerkennung der Berufsausbildungen aus dem Ausland, des Nostrifikationssystems, etwa neue Wege, um informelle Qualifikationen erfassen zu können. Und wir brauchen gezielte Maßnahmen um vor allem die besonderen Probleme, mit denen sich Frauen konfrontiert sehen, zu beheben."

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