- 24.01.2012, 11:12:08
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Blecha: Gesamtpaket muss mit Sozialpartnern und damit auch mit Pensionistenvertretern verhandelt werden
Pensionisten haben bereits größten Beitrag zur Schuldenreduktion geleistet.
Wien (OTS) - Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha betonte
heute, dass "nach dem Vorliegen des GESAMTEN Maßnahmenpakets der
Bundesregierung alle Sozialpartner und damit natürlich auch die
Seniorenvertretung in Verhandlungen darüber eingebunden werden
müssen.
Blecha: "Vor allem die älteren Menschen sind betroffen -
Pensionsmaßnahmen, Gesundheitsreform, Steuerpolitik, Kaufkraft -
daher: nicht ohne die Pensionisten!" Der Chef der stärksten
Pensionistenvereinigung setzt auf einen "Schulterschluss" mit dem ÖGB
und der Arbeiterkammer: "Wir sind in vielen Punkten auf einer Linie!"
Blecha erinnerte daran, dass es der Pensionistenverband war, der
bereits im vergangenen Frühjahr einen Malus für Unternehmen forderte,
die ihre Angestellten zwangsweise frühpensionieren. "Wir haben viele
Bündnispartner gewinnen können, neben den Arbeitnehmervertretern
haben sich jetzt auch die ÖVP-Senioren unserer Forderung
angeschlossen!", so Blecha.
Blecha trat der "Gehirnwäsche" entgegen, wonach alle Staaten
sparen müssten, weil sie über ihre Verhältnisse gelebt hätten. "Es
mussten die Banken mit Milliarden gerettet werden, die vorher
Milliarden verzockt hatten. Jetzt so zu tun, als ob die Arbeitnehmer
und Pensionisten schuld an den Staatsschulden wären, ist
verantwortungslos! Es darf daher keine unsozialen Maßnahmen geben!
Die Banken- und Finanzkrise muss hauptsächlich von jenen bewältigt
werden, die sie verursacht haben. Eine Finanztransaktionssteuer ist
dabei das mindeste!", so Blecha, der sich klar "für einen
ausgewogenen Mix aus ausgaben- UND einnahmenseitigen Maßnahmen"
aussprach.
"Die Schuldenbremse darf nicht zur Wachstumsbremse werden" sagte
Blecha "denn ohne Wachstum und ohne Investitionen schrumpft die
Wirtschaftsleistung, sinken die Einkommen, steigt die
Arbeitslosigkeit, drohen Sozialabbau und Armut. Das kann nicht das
Ziel von Reformen sein!"
Blecha wies auf den bereits geleisteten Beitrag der
Pensionistinnen und Pensionisten in den letzten Jahren hin: "Es gab
jedes Jahr Deckelungen bei den Pensionsanpassungen, im Vorjahr sogar
eine teilweise Nullrunde, mit massiven Kürzungen für Neupensionisten
und Streichungen von Freibeträgen. Es gibt keine Gruppe, die bereits
einen so großen Beitrag geleistet hat wie die Pensionisten!" stellte
Blecha klar und weist damit die Behauptung zurück, die Pensionisten
lägen dem Staat auf der Tasche.
Zu den kolportierten Pensionsmaßnahmen machte Blecha klar, dass
"es in erster Linie darum geht, älteren Menschen altersgerechte
Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen! Was nützt es wenn ich sage,
dass die Leute später in Pension gehen sollen, wenn sie keinen oder
keinen geeigneten Job haben. Also müssen wir in erster Linie die
Arbeitswelt altersgerecht machen und nicht die Abschläge erhöhen!"
Blecha erwartet nach Vorliegen des gesamten Maßnahmenpakets "einen
intensiven Dialog zwischen Regierung und Sozialpartnern. Daran werden
wir Pensionisten engagiert teilnehmen!", so Blecha abschließend.
Rückfragehinweis:
Pensionistenverband Österreichs, presse@pvoe.at
Andreas Wohlmuth, Tel. 0664/48 36 138
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