Bagatellunfälle im ÖAMTC-Test: Beschädigte Fahrerassistenzsysteme verursachen immense Kosten (+ Foto)

Reparaturkosten variieren deutlich je nach Fahrzeughersteller

Wien (OTS) - Eine kleine Unachtsamkeit reicht oft und es kommt zu einem Auffahrunfall oder einem Parkrempler. Eine Bagatelle, denken sich viele - doch dann kommt in der Werkstatt das böse Erwachen:
"Insbesondere bei sogenannten Bagatellunfällen können die Reparaturkosten bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen extrem hoch ausfallen", erklärt ÖAMTC-Techniker Robert Czarnecki. Warum das so ist, zeigt sich in einem aktuellen ÖAMTC-Crashtest.

Für den Crashtest wurde mit Fahrzeugen, die mit Adaptive Cruise Control (ACC) ausgestattet sind, ein Auffahrunfall bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h simuliert. "ACC ist ein Assistenzsystem, das bei aktivierter Tempomat-Funktion automatisch den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug regelt, in einigen Ausführungen sogar bis zum Stillstand", erläutert der ÖAMTC-Techniker. Im Crashtest wurde gezeigt, dass gerade radarbasierte Fahrerassistenzsysteme, wie z. B. ACC oder der sogenannte Notbremsassistent, in den meisten Autos so platziert sind, dass es schon bei einem Aufprall von nur 10 km/h zu immensen Reparaturkosten kommt. So bewirkte beispielsweise die 10km/h-Kollision eines Toyota Avensis mit einem Audi Q7, dass neben äußeren Schäden auch am ACC-Radarsensor Kunststoff-Befestigungen gebrochen sind. Darüber hinaus waren der Kondensator der Klimaanlage, der Schlossträger und weitere Kleinteile beschädigt. Das führte insgesamt zu einem Schaden von mehr als 5.000 Euro. "Mehr als 60 Prozent der Instandsetzungskosten entfielen auf den ACC-Sensor", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Grund für den großen Schaden ist, dass die Stoßstangen der beiden Fahrzeuge unterschiedliche Höhen aufweisen. Können sich die Stoßstangen der Fahrzeuge bei einem Aufprall nicht aneinander abstützen, wird die Energie des Aufpralls in nicht dafür vorgesehene Bauteile geleitet und es kommt zu einem enormen Sachschaden. "Deshalb ist es notwendig, dass die Sensoren so angebracht werden, dass sie bei einem Bagatellunfall nicht beschädigt werden", fordert der ÖAMTC-Experte. "Ist das aus baulichen oder technischen Gründen nicht umsetzbar, müssen die Fahrzeughersteller Möglichkeiten finden, um die Sensoren besser zu schützen."

Große Unterschiede bei Ersatzteilpreisen

Mittels Preiserhebung untersuchte der ÖAMTC außerdem, inwieweit sich die Reparaturkosten je nach Fahrzeugmodell unterscheiden. Es zeigten sich überraschend große Preissprünge: Bei der Mercedes E- und S-Klasse kommt der Ersatzteilpreis für den ACC-Sensor auf knapp 450 Euro. Für Ford Focus und Peugeot 3008 liegen die Kosten bei ungefähr 500 Euro, was jedoch in keiner Relation zu Honda, Jaguar oder Toyota steht. Dort betragen die Ersatzteilpreise 3.000 Euro und mehr. "Die überhöhten Ersatzteilpreise verlangsamen die Marktdurchdringung der Systeme. Es darf nicht passieren, dass die hohen Instandsetzungskosten den Sicherheitsvorteil von Fahrerassistenzsystemen zunichte machen", resümiert der ÖAMTC-Techniker.

Ein abschließender Tipp: Beim Kauf eines Gebrauchtwagens unbedingt darauf achten, dass vorhandene Fahrerassistenzsysteme funktionieren. "Sonst kann ein vermeintliches Schnäppchen aufgrund der hohen Reparaturkosten schnell teuer werden", so der ÖAMTC-Experte.

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