Darabos: Pilotprojekte entscheidender Schritt zur Professionalisierung des Bundesheeres

Startschuss für Projekte mit dem Ziel: Stärkung der Truppe, Aufwertung der Miliz und Reduktion der Systemerhalter

Wien (OTS/SK) - Verteidigungsminister Norbert Darabos stellte
heute, Donnerstag, gemeinsam mit Generalstabschef Edmund Entacher und Generalleutnant Günter Höfler in der Rossauer Kaserne den weiteren Fahrplan der Pilotprojekte zur stärkeren Professionalisierung des Bundesheeres vor. Durch die Aufstellung eines Musterverbandes mit ausschließlich Berufs- und Zeitsoldaten, durch die Stärkung und Aufwertung der Miliz und durch die Reduktion von Systemerhaltern bei den Grundwehrdienern soll das Österreichische Bundesheer an die Bedrohungen und Herausforderungen der heutigen Zeit herangeführt werden. "Mit der Umsetzung der Pilotprojekte bringen wir wieder Bewegung in die festgefahrene Diskussion. Die Pilotprojekte sind ein entscheidender Schritt in Richtung eines modernen, flexiblen Profi-Heers", sagte Darabos. ****

"Neue sicherheitspolitische Herausforderungen verlangen nach neuen, flexiblen Antworten", betonte der Verteidigungsminister. 20 von 27 EU-Staaten haben sich an die veränderten Bedingungen bereits angepasst und ihr Heer auf ein Berufsheer umgestellt. "Ich bin mir sicher, dass ein Profi-Heer auch für Österreich die beste Lösung ist", unterstrich Darabos. Die Zukunft des Bundesheeres liege in einer "flexiblen und hochmotivierten Profi-Truppe". Mit den Pilotprojekten soll gezeigt werden, dass das Bundesheer ohne Grundwehrdienst funktioniert und zur Professionalisierung der Truppe beiträgt.

Drei Pilotprojekte sollen das demonstrieren:

1. Freiwilligenmiliz: Aufstellung von Pionierkompanien in Salzburg und Niederösterreich. Die jeweils ca. 115 Soldaten, die sich freiwillig melden, erhalten eine Jahresprämie von ca. 5.000 Euro. Dafür erklären sie sich bereit, pro Jahr rund zwei Wochen für Übungen bzw. erforderliche Einsätze zur Verfügung zu stehen. Ein Auslandseinsatz ist für die Pionierkompanien nicht vorgesehen. Neben militärischen Einsätzen haben sie jedoch die Aufgabe, bei Katastrophen die zivilen Einsatzkräfte effektiv zu unterstützen.

2. Reduktion von Systemerhalter-Aufgaben: An folgenden Standorten sollen in Zukunft insgesamt ca. 350 Funktionssoldaten (Kraftfahrer, Köche, Gehilfen, Wachen) eingespart werden. BMLVS, Standort Rossau, AG Franz-Josefs-Kai, Wien, Führungsunterstützungsschule in der Starhemberg-Kaserne in Wien, Kommandogebäude General Körner in Wien, Truppenübungsplatz Seetaler Alpe in der Steiermark, Khevenhüller-Kaserne in Klagenfurt. Die Auswahl der Liegenschaften erfolgte aufgrund der geografischen Streuung und gewährleistet einen Mix aus Zentralstelle, Schule, Truppe und Übungsplätzen.

3. Musterverband: Bis Juli 2012 soll das Jägerbataillon 25 in Klagenfurt neu strukturiert werden, um die Bedürfnisse eines professionellen Verbands besser erfüllen zu können. Mit der Rekrutierung wird umgehend begonnen. Bis Anfang 2014 wird das Bataillon über eine erste Einsatzbereitschaft für Inlandsaufgaben, ab Juli 2014 über die volle Einsatzbereitschaft verfügen. Zu diesem Zeitpunkt wird das Bataillon neben den bereits heute bestehenden 150 Berufssoldaten über ca. 350 weitere Berufs- und Zeitsoldaten verfügen.

Die Kosten für die Projekte würden sich im ersten Jahr auf ca. 1,8 bis 2 Mio. Euro belaufen, erläuterte General Entacher. Diese Kosten seien im laufenden Budget, das sich auf 2 Mrd. Euro beläuft, untergebracht. Entacher bezeichnete diese Investitionen als "lohnenswert". Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten werde man in jedem Fall für das Bundesheer nutzen können. Generalleutnant Höfler bestätigte: "Alles, was die Einsatzbereitschaft und die Motivation der Soldaten erhöht, wird von der Truppe begrüßt."

Investitionen in die Truppe seien Investitionen in die Qualität und damit in die Zukunft des Bundesheeres, betonte Darabos. "Das darf auch etwas kosten", so der Minister, der daran erinnerte, dass die Pilotprojekte sowohl auf dem Regierungsabkommen als auch auf den Empfehlungen der Reformkommission basieren. "Die Zukunft des Österreichischen Bundesheeres beginnt 2012", so Darabos. (Schluss) sc/pl

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