Berlakovich: Einkaufssackerl aus Bio-Plastik weiter forcieren

Pilotprojekt analysierte Akzeptanz und Hürden für Supermarktkunden

Wien (OTS) - Einkaufssackerl aus biologisch abbaubarem Kunststoff haben das Potenzial, herkömmliche Plastiktaschen Schritt für Schritt zu ersetzen. Das hat ein Pilotversuch des Umweltministeriums in mehreren Bundesländern ergeben. "Verpackungen aus abbaubarem Material tragen zur Ressourcenschonung und zur Abfallvermeidung bei. Jedes Plastiksackerl weniger, ist ein weiterer wichtiger Schritt zu noch mehr Umweltschutz.", erklärte Umweltminister Nikolaus Berlakovich.

"Die KundInnen brauchen einerseits die Wahlmöglichkeit zwischen den einzelnen Verpackungsarten, andererseits ausreichende Information.", betonte Berlakovich, der das Projekt im Vorjahr in Auftrag gegeben hat. Ein Verbot der Plastiksackerl ist aufgrund der Europäischen Verpackungsverordnung nicht möglich.

"Österreich wird das Thema auch auf EU-Ebene weiterhin thematisieren. Die zunehmende Anreicherung der Meere durch Plastikgegenstände und Kunststoffteilchen bewirkt, dass auch andere EU-Staaten immer sensibler auf die Verwendung von Kunststoffverpackungen reagieren", sagte Berlakovich.

Pilotversuch ergibt: Zunehmende Akzeptanz von Bio-Kunststoff beim Einkauf

Einen Teil des Pilotprojekts bildete eine Kundenbefragung in 19 Supermarktfilialen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich und der Steiermark, in denen biogene Sackerl für Obst und Gemüse angeboten wurden. 79 % der Befragten bewerteten die Einführung biogener Sackerl positiv. 34 % der Befragten hatten die Sackerl zum Zeitpunkt der Befragung schon bemerkt, 17 % hatten sie bereits in Verwendung.

Die Erhebung zeigt auch, dass biogene Sackerl daheim eher wiederverwendet werden als herkömmliche Plastiksackerl, und zwar zum Sammeln des Bioabfalls oder für die Lagerung von Obst, Gemüse, Brot und Gebäck. Herkömmliche Plastiksackerl werden öfter als ihre biogenen Pendants gleich nach dem Einkauf entsorgt und landen auch häufiger - nämlich zu 75 % - im Restmüll. Biogene Sackerl werden zu 62 % in der Biotonne oder im eigenen Kompost entsorgt.

Die Handelsketten, die in den ausgewählten Filialen biologische Sackerl anbieten, haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht:
Zwischen 4 und 36 % der KundInnen greifen zu Taschen aus biogenem Kunststoff.

Grundsätzlich zeigt sich, dass biogene Sackerl in großstädtischen Supermärkten weniger verwendet werden als in Filialen, die sich in kleineren Gemeinden befinden. Für viele KundInnen ist auch der Preis ein wichtiges Argument. Biogene Sackerl sind in der Produktion kostenintensiver und sind daher auch in den Supermärkten um 5 oder 10 Cent pro Stück verkauft worden, während herkömmliche Plastiksackerl gratis abgegeben werden.

Handel plant erweitertes Angebot an Öko-Verpackungsmaterial

Die meisten Handelsketten gaben an, in den kommenden Jahren Maßnahmen für umweltfreundliche Verpackungsmaterialien entweder neu setzen oder ausbauen zu wollen. Rewe will für die Eigenmarke "Ja! Natürlich" 25 % der Kunststoffverpackungen für Obst und Gemüse bis 2015 durch Zellulose ersetzen. Spar plant Ähnliches für sei-ne Früchte der Produktlinie "Natur pur". Lidl will das Angebot an Papiertragetaschen, Tragetaschen auf Zuckerrohr-Basis, Baumwolltaschen und Kunststoff-Klappboxen ausbauen. Auch M-Preis möchte das Sortiment an Mehrweg-Taschen bzw. biologisch abbaubaren Sackerln erweitern. Zielpunkt und Hofer haben über Maßnahmen in diese Richtung noch nicht endgültig entschieden.

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