• 23.01.2012, 11:15:31
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Sprach- und Bildungsplan für Migrantinnen

Frauenberger und Oxonitsch präsentieren Spezialprogramm in Zusammenarbeit mit den Wiener Büchereien

Wien (OTS) - Die Stadt Wien hat einen neuen Sprach- und
Bildungsplan für Migrantinnen entwickelt. Das von der MA 17
(Integration- und Diversität) entwickelte spezielle Modulprogramm
holt die Frauen, je nach Ausbildungsstatus, dort ab, wo sie stehen
und bietet punktgenaue Kursangebote.

Frauenberger: Geben Migrantinnen mit passgenauem Angebot
Rüstzeug für den Einstieg in den Arbeitsmarkt und damit für ein
selbstbestimmtes Leben

Frauenberger: "Als Frauen- und Integrationsstadträtin ist mein
Ziel, dass alle Frauen in Wien unabhängig von ihrer Herkunft
selbstbestimmt, unabhängig und sicher leben können. Es ist mir
deswegen sowohl frauen- als auch integrationspolitisch ein zentrales
Anliegen, vor allem Migrantinnen, die nicht das Glück einer guten
Schulausbildung in der Jugend hatten, mit passenden Sprachkursen und
einer soliden Grundausbildung dafür das entsprechende Rüstzeug zur
Verfügung zu stellen." Frauenberger verwies auf die erfolgreichen
"Mama lernt Deutsch"-Kurse als ersten großen Schritt in diese
Richtung.

"Wir wissen außerdem: Den einen Deutschkurs für alle gibt es nicht
und Deutsch alleine macht auch noch keine erfolgreiche
Integrationsbiographie", so die Integrationsstadträtin weiter. Damit
sich die Frauen rasch und gut integrieren können und auch den
sozialen Aufstieg schaffen, sei es daher unerlässlich,
Integrationsprogramme auf die unterschiedlichen individuellen
Bedürfnisse und Qualifikationsniveaus auszurichten, betonte die
Stadträtin. "Genau das leistet der neuen Sprach- und Bildungsplan.
Wir begleiten die Frauen quasi auf einer Reise vom Spracherwerb
weiter zur Qualifizierung und damit zu einer
Arbeitsmarkt-perspektive."

Das Programm ist in folgende drei Stufen gegliedert:

o "Alphabetisierungs- und Deutschkurse" für Frauen mit geringen 
  und keinen Deutschkenntnissen. 
o "Mama lernt Deutsch"-Kurse, um Alphabetisierung zu festigen 
  und/oder Grundkompetenzen in Deutsch zu erreichen.  
o "Aufbaukurse Frauencollege", um Deutsch zu vertiefen, inklusive 
  weiterer Unterrichtsfächer als Grundlage für den Einstieg in den 
  Beruf.

In die Kurse inkludiert ist selbstverständlich auch die
Prüfungsvorbereitung zur Erreichung der Sprachniveaus A2 oder B1.
Damit werden auch die gesetzlichen Voraussetzungen für Niederlassung
bzw. Einbürgerung erfüllt. Im heurigen Kursjahr stehen insgesamt rund
160 Kursen und 1:600 Kursplätze zur Verfügung.

Für das Absolvieren jeder dieser Stufen sind in etwa 300 bis 430
Unterrichtseinheiten vorgesehen. So bedarf eine Frau, die als
Analphabetin in das Programm einsteigt, etwa 1.100-1.200
Unterrichtseinheiten bis sie "arbeitsmarkt-fit" wird oder an
weiterbildenden Maßnahmen teilnehmen kann.

Das Angebot zu den Frauen bringen durch vernetztes Arbeiten
von Stadt, Bildungsträgern und Vereinen

Die einzelnen Kurse werden flexibel, zu verschiedenen Tageszeiten
angeboten. Sie finden in Kindergärten, Schulen, Volkshochschulen,
Frauenvereinen oder in Stadtteilzentren statt. Bei Bedarf wird auch
Kinderbetreuung angeboten.

Wesentlicher Teil des Konzeptes des Sprach- und Bildungsplans: Das
Angebot wird zu den Frauen gebracht! Über die Zusammenarbeit mit
Vereinen, über Projekte wie "Deutsch im Park" sowie über die
Elternbildungsseminare von "Interface Wien" werden die Frauen
motiviert, in das Programm einzusteigen. Durch Beratung vor Ort wird
gewährleistet, dass die Frauen den für sie passenden Kurs wählen.

Die Wiener Büchereien als Orte des Lernens im Frauencollege

Teil 3 des Modulprogramms, das Frauencollege, findet in enger
Zusammenarbeit mit den Wiener Büchereien statt. In diesem Kursteil
des Vereins "Interface Wien" werden neben Deutsch auch noch andere
wesentliche Basisqualifikationen, wie Mathematik oder EDV,
vermittelt. Im Kursjahr 2011/12 finden die Frauencollege-Kurse in der
Wiener Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz und in der Bücherei
Simmering statt. Ab Herbst 2012 ist eine Kooperation mit weiteren
sechs Büchereien geplant.

"Das Frauencollege hat in den Büchereien Wien einen logischen und
geradezu idealen Veranstaltungsort mit zahlreichen Synergieeffekten
gefunden: die Kursinhalte werden unter anderem mit Hilfe von
Materialien aus den Beständen der Büchereien Wien erarbeitet, die
Kinder der Teilnehmerinnen werden während der Schulungen in den
Räumlichkeiten der Büchereien betreut. Auf diese Weise lernen sowohl
Mütter als auch deren Kinder die Angebote der Büchereien Wien kennen
und können davon profitieren," so Frauenberger und Bildungsstadtrat
Christian Oxonitsch unisono.

Oxonitsch unterstrich generell die Funktion der Büchereien Wien
als ideale Bildungsorte. "Sie bieten Interessierten nicht nur einen
unkomplizierten Zugang zu Bildung, Information und Kultur, sondern
sind auch Orte zum Lernen", so der Bildungsstadtrat. Der Bestand von
rund 1,5 Millionen Medien sowie kostenlose PC Arbeitsplätze mit
Internetzugang stehen allen Menschen zur Verfügung. BibliothekarInnen
vor Ort bieten gezielte Beratung und sind kompetente
AnsprechpartnerInnen für sämtliche Fragen zum Thema Lesen,
Leseförderung und Spracherwerb.

Büchereien Wien sprechen viele Sprachen - bewährte
Zusammenarbeit mit der Integrationsabteilung

Zwischen den Büchereien Wien und der Integrationsabteilung der
Stadt Wien (MA 17) gibt es eine bereits bewährte und erfolgreiche
Zusammenarbeit. Die Hauptbücherei als "Sprachenzentrum" wartet mit
über 20.000 fremdsprachigen Medien in 33 verschiedenen Sprachen auf.
Einen besonderen Stellenwert nehmen die Sprachlernmaterialien für
Deutschlernende ein. So erhalten auch die Teilnehmerinnen der "Mama
lernt Deutsch"-Kurse Einführungen in die Angebote und eine ermäßigte
Jahreskarte für die Büchereien Wien. Mit Konversationsrunden und
Spezialführungen für Gruppen bieten die Büchereien zusätzlich leicht
zugängliche Programme für BesucherInnen mit nicht-deutscher
Muttersprache.

In den Büchereien Wien gibt es übrigens rund 50.000 fremdsprachige
Bücher, Filme und Zeitschriften. In Bezirken mit einem besonders
hohen Anteil an BürgerInnen mit Migrationshintergrund wurden
interkulturelle Schwerpunkt-Zweigstellen mit aktuelle Medienbeständen
in Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch (jeweils mehr als 500
Medien) sowie in ein bis zwei weiteren Sprachen etabliert. In zehn
weiteren Zweigstellen findet man kleinere Bestände in diesen
wichtigsten MigrantInnen-Sprachen. (Schluss) gph

Rückfragehinweis:

Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
   Mediensprecherin Gabriele Philipp
   Tel.: +43 1 4000 81295 
   mailto:[email protected]
   
   Edith Rudy
   Mediensprecherin Stadtrat Christian Oxonitsch
   Tel.: +43 676 8118 81440
   mailto:[email protected]
   www.wien.gv.at/rk/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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