Sprach- und Bildungsplan für Migrantinnen

Frauenberger und Oxonitsch präsentieren Spezialprogramm in Zusammenarbeit mit den Wiener Büchereien

Wien (OTS) - Die Stadt Wien hat einen neuen Sprach- und
Bildungsplan für Migrantinnen entwickelt. Das von der MA 17 (Integration- und Diversität) entwickelte spezielle Modulprogramm holt die Frauen, je nach Ausbildungsstatus, dort ab, wo sie stehen und bietet punktgenaue Kursangebote.

Frauenberger: Geben Migrantinnen mit passgenauem Angebot Rüstzeug für den Einstieg in den Arbeitsmarkt und damit für ein selbstbestimmtes Leben

Frauenberger: "Als Frauen- und Integrationsstadträtin ist mein Ziel, dass alle Frauen in Wien unabhängig von ihrer Herkunft selbstbestimmt, unabhängig und sicher leben können. Es ist mir deswegen sowohl frauen- als auch integrationspolitisch ein zentrales Anliegen, vor allem Migrantinnen, die nicht das Glück einer guten Schulausbildung in der Jugend hatten, mit passenden Sprachkursen und einer soliden Grundausbildung dafür das entsprechende Rüstzeug zur Verfügung zu stellen." Frauenberger verwies auf die erfolgreichen "Mama lernt Deutsch"-Kurse als ersten großen Schritt in diese Richtung.

"Wir wissen außerdem: Den einen Deutschkurs für alle gibt es nicht und Deutsch alleine macht auch noch keine erfolgreiche Integrationsbiographie", so die Integrationsstadträtin weiter. Damit sich die Frauen rasch und gut integrieren können und auch den sozialen Aufstieg schaffen, sei es daher unerlässlich, Integrationsprogramme auf die unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse und Qualifikationsniveaus auszurichten, betonte die Stadträtin. "Genau das leistet der neuen Sprach- und Bildungsplan. Wir begleiten die Frauen quasi auf einer Reise vom Spracherwerb weiter zur Qualifizierung und damit zu einer Arbeitsmarkt-perspektive."

Das Programm ist in folgende drei Stufen gegliedert:

o "Alphabetisierungs- und Deutschkurse" für Frauen mit geringen und keinen Deutschkenntnissen. o "Mama lernt Deutsch"-Kurse, um Alphabetisierung zu festigen und/oder Grundkompetenzen in Deutsch zu erreichen. o "Aufbaukurse Frauencollege", um Deutsch zu vertiefen, inklusive weiterer Unterrichtsfächer als Grundlage für den Einstieg in den Beruf.

In die Kurse inkludiert ist selbstverständlich auch die Prüfungsvorbereitung zur Erreichung der Sprachniveaus A2 oder B1. Damit werden auch die gesetzlichen Voraussetzungen für Niederlassung bzw. Einbürgerung erfüllt. Im heurigen Kursjahr stehen insgesamt rund 160 Kursen und 1:600 Kursplätze zur Verfügung.

Für das Absolvieren jeder dieser Stufen sind in etwa 300 bis 430 Unterrichtseinheiten vorgesehen. So bedarf eine Frau, die als Analphabetin in das Programm einsteigt, etwa 1.100-1.200 Unterrichtseinheiten bis sie "arbeitsmarkt-fit" wird oder an weiterbildenden Maßnahmen teilnehmen kann.

Das Angebot zu den Frauen bringen durch vernetztes Arbeiten von Stadt, Bildungsträgern und Vereinen

Die einzelnen Kurse werden flexibel, zu verschiedenen Tageszeiten angeboten. Sie finden in Kindergärten, Schulen, Volkshochschulen, Frauenvereinen oder in Stadtteilzentren statt. Bei Bedarf wird auch Kinderbetreuung angeboten.

Wesentlicher Teil des Konzeptes des Sprach- und Bildungsplans: Das Angebot wird zu den Frauen gebracht! Über die Zusammenarbeit mit Vereinen, über Projekte wie "Deutsch im Park" sowie über die Elternbildungsseminare von "Interface Wien" werden die Frauen motiviert, in das Programm einzusteigen. Durch Beratung vor Ort wird gewährleistet, dass die Frauen den für sie passenden Kurs wählen.

Die Wiener Büchereien als Orte des Lernens im Frauencollege

Teil 3 des Modulprogramms, das Frauencollege, findet in enger Zusammenarbeit mit den Wiener Büchereien statt. In diesem Kursteil des Vereins "Interface Wien" werden neben Deutsch auch noch andere wesentliche Basisqualifikationen, wie Mathematik oder EDV, vermittelt. Im Kursjahr 2011/12 finden die Frauencollege-Kurse in der Wiener Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz und in der Bücherei Simmering statt. Ab Herbst 2012 ist eine Kooperation mit weiteren sechs Büchereien geplant.

"Das Frauencollege hat in den Büchereien Wien einen logischen und geradezu idealen Veranstaltungsort mit zahlreichen Synergieeffekten gefunden: die Kursinhalte werden unter anderem mit Hilfe von Materialien aus den Beständen der Büchereien Wien erarbeitet, die Kinder der Teilnehmerinnen werden während der Schulungen in den Räumlichkeiten der Büchereien betreut. Auf diese Weise lernen sowohl Mütter als auch deren Kinder die Angebote der Büchereien Wien kennen und können davon profitieren," so Frauenberger und Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch unisono.

Oxonitsch unterstrich generell die Funktion der Büchereien Wien als ideale Bildungsorte. "Sie bieten Interessierten nicht nur einen unkomplizierten Zugang zu Bildung, Information und Kultur, sondern sind auch Orte zum Lernen", so der Bildungsstadtrat. Der Bestand von rund 1,5 Millionen Medien sowie kostenlose PC Arbeitsplätze mit Internetzugang stehen allen Menschen zur Verfügung. BibliothekarInnen vor Ort bieten gezielte Beratung und sind kompetente AnsprechpartnerInnen für sämtliche Fragen zum Thema Lesen, Leseförderung und Spracherwerb.

Büchereien Wien sprechen viele Sprachen - bewährte Zusammenarbeit mit der Integrationsabteilung

Zwischen den Büchereien Wien und der Integrationsabteilung der Stadt Wien (MA 17) gibt es eine bereits bewährte und erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Hauptbücherei als "Sprachenzentrum" wartet mit über 20.000 fremdsprachigen Medien in 33 verschiedenen Sprachen auf. Einen besonderen Stellenwert nehmen die Sprachlernmaterialien für Deutschlernende ein. So erhalten auch die Teilnehmerinnen der "Mama lernt Deutsch"-Kurse Einführungen in die Angebote und eine ermäßigte Jahreskarte für die Büchereien Wien. Mit Konversationsrunden und Spezialführungen für Gruppen bieten die Büchereien zusätzlich leicht zugängliche Programme für BesucherInnen mit nicht-deutscher Muttersprache.

In den Büchereien Wien gibt es übrigens rund 50.000 fremdsprachige Bücher, Filme und Zeitschriften. In Bezirken mit einem besonders hohen Anteil an BürgerInnen mit Migrationshintergrund wurden interkulturelle Schwerpunkt-Zweigstellen mit aktuelle Medienbeständen in Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch (jeweils mehr als 500 Medien) sowie in ein bis zwei weiteren Sprachen etabliert. In zehn weiteren Zweigstellen findet man kleinere Bestände in diesen wichtigsten MigrantInnen-Sprachen. (Schluss) gph

Rückfragen & Kontakt:

Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
Mediensprecherin Gabriele Philipp
Tel.: +43 1 4000 81295
gabriele.philipp@wien.gv.at

Edith Rudy
Mediensprecherin Stadtrat Christian Oxonitsch
Tel.: +43 676 8118 81440
edith.rudy@wien.gv.at
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