Initiative Denkmalschutz: Wiener Gürtel - Gründerzeitensemble mit "überdurchschnittlicher Bedeutung" in Döbling vor Zerstörung

Wien (OTS) - Das Gründerzeithaus am Döblinger Gürtel 1 steht als "Tor zu Döbling" am Eingang in die Döblinger Haupstraße an einem städtebaulich wichtigem Punkt. Nun soll es einem Hotel-Neubau weichen. Die Initiative Denkmalschutz fordert den Erhalt des Hauses. Der Verlust in diesem sensiblen Bereich wäre für den Wiener Gürtel überaus groß. Ähnlich sieht es der bekannte Wiener Architekturhistoriker em. Univ. Prof. Dr. Walter Krause, Spezialist für Historismus und Gründerzeit. Das Haus mit seiner Umgebung und der Otto Wagner-Stadtbahn "bildet ein historisches Ensemble, dem in der Gesamtheit zweifellos überdurchschnittliche Bedeutung zuzumessen ist." Der Abriss würde somit "das Gesamtensemble sehr beeinträchtigen." Auch Dr. Madeleine Petrovic, Autorin des Buches "Der Wiener Gürtel. Wiederentdeckung einer Prachtstraße" weist auf die besondere Bedeutung des Gürtels für Wien hin, der als "Boulevard der Arbeiterklasse" sowie als Prachtstraße und proletarisches Pendant zur bürgerlichen Ringstraße geplant war." Zum geplanten Abbruch meint sie: "Die Bemühungen um Ensembleschutz und Denkmalschutz sind keine Absage an moderne Architektur. Es geht darum das richtige Projekt am richtigen Ort zu entwickeln. Ein Ensemble wie dieses zu zerstören und zu glauben, das hätte mit Modernität zu tun, wäre dumm und unklug."

Initiative Denkmalschutz: Dringend mehr Schutzzonen am Gürtel!

Der äußere Gürtel im Abschnitt nach dem WIFI Gebäude (Währinger Gürtel 107 bis 139) bis zur Höhe Heiligenstädter Straße (Döblinger Gürtel 1-23) bildet auf einer Länge von über 1000 Meter bis zum heutigen Tag ein geschlossenes Ensemble rund um die Entstehungszeit des Gürtels (ab ca. 1880, südl.; bis 1926 nördl.). Kein Haus in diesem Abschnitt steht in einer von der Stadt Wien ausgewiesenen Schutzzone. Bereits vor über 15 Jahren hat die Stadt Wien (MA 19) dieses Gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit als schutzzonenwürdig befunden (exkl. Währinger Park und Friedhof, vgl. "Schutzzonenmodell Wien" aus 1996), doch bis heute wurde keine Schutzzone ausgewiesen. Walter Krause dazu: "Die Einrichtung einer Schutzzone wäre meiner Meinung nach schon längst geboten gewesen, um Veränderungen etc. nur in sinnvoller und überlegter, nicht in turbokapitalistischer Weise zu ermöglichen." Die Initiative Denkmalschutz abschließend: "Es bedarf dringend großzügiger Schutzzonenerweiterungen im gesamten Gürtelbereich. Es gibt noch viele andere erhaltenswerte Abschnitte, die es zu schützen gilt. Viel Zeit bleibt jedoch nicht mehr."

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