- 20.01.2012, 10:05:29
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Einladung zur Pressekonferenz: Präoperative Diagnostik nach Bundesqualitätsleitlinie (BQLL)
Ein neuer Diagnostikpfad zum Sicherheitsgewinn für PatientInnen und ÄrztInnen
Wien (OTS) - Viele PatientInnen haben es selbst erlebt: Vor
Operationen werden Routineuntersuchungen von Blutlabor über
Lungenröntgen bis zu EKG angefertigt. Leider werden zu oft zu viele
Befunde unstrukturiert und vor allem doppelt durchgeführt. Das
wiederholt sich in Österreich bis zu 800.000 mal pro Jahr: Die
PatientInnen werden vom Radiologen zum Internisten, vom Hausarzt zum
Lungenfacharzt im Kreis geschickt und müssen unnötige Untersuchungen
über sich ergehen lassen. Negativer Nebeneffekt: fraglicher Nutzen
für den Einzelnen und unnötige Kosten für das Gesundheitssystem.
Für Prim. Univ.-Doz. Dr. Sibylle Kozek-Langenecker MBA,
Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie,
Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) geht der eigentliche Sinn der
präoperativen Befundung oft verloren, denn "es geht um das Erkennen
von Patienten-spezifischen Risiken und darum, diese erkannten Risiken
während der Operation zu vermeiden. Die 0815-Untersuchungen sind
nicht immer dazu geeignet und wir wiegen uns mit dieser Gewohnheit
der präoperativen Routinen zu oft in falscher Sicherheit", so
Kozek-Langenecker.
Daher braucht es einen neuen Pfad an geeigneter präoperativer
Diagnostik: Die Bundesqualitätsleitlinie. Dieser medizinische
Diagnostikpfad wurde von verschiedenen medizinischen
Fachgesellschaften unter der Moderation der ÖGARI entwickelt. "Im
Unterschied zur herkömmlichen Diagnostik werden maßgeschneidert
anhand der Begleiterkrankungen und Symptome der PatientInnen nicht
nur statische Momentaufnahmen zur Risikobeurteilung herangezogen,
sondern insbesondere die Beurteilung der funktionellen
Leistungsfähigkeit" erklärt Kozek-Langenecker. Das bringt mehr
Sicherheit für die PatientInnen.
Univ. Prof. Dr. Andreas Sönnichsen von der Paracelsus
Medizinischen Privatuniversität PMU hat die diesbezüglichen
wissenschaftlichen Publikationen evaluiert: "Die einzelnen
Empfehlungen in der Quellleitlinie basieren auf Erkenntnissen aus der
besten aktuell verfügbaren Forschung, aus den ärztlichen Erfahrungen
und aus internationalen Empfehlungen", so Sönnichsen. Diese Methodik
wird international von der Fachwelt als höchstes Qualitätskriterium
anerkannt - dennoch gibt es Stimmen in der Österreichischen
Ärztekammer, die gerade dieses transparente und ganzheitliche
Verfahren kritisieren, weil sie eine Einengung der ärztlichen
Entscheidungsfreiheit und Rationierung von Kassenleistungen
befürchten. "Wir schaffen Behandlungssicherheit für jene ÄrztInnen,
die in der Ordination oder im Spital ihre PatientInnen für
Operationen vorbereiten", ergänztSönnichsen. "Ein dafür entwickeltes
Computerprogramm PROP zeigtÄrztInnen die empfohlenen Untersuchungen
an." Dieses Programm soll den ÄrztInnen vom
Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung gestellt werden.
Der neue Diagnostikpfad wurde bereits im Rahmen des
"Reformpoolprojektes präoperative Befunde" im Bundesland Salzburg mit
äußerst positiven Erfahrungen in die Praxis umgesetzt: "Das Projekt
läuft nunmehr seit dem Jahr 2008 und es wurden insgesamt fast 50.000
PatientInnen nach den vorgegebenen Kriterien erfolgreich präoperativ
abgeklärt und auch die Patientenzufriedenheit war sehr hoch",
berichtet der Projektleiter OA Dr. Gerhard Fritsch, von der
Universitätsklinik für Anästhesie in Salzburg. In Salzburg wurde
durch den Wegfall von Doppelbefunden und überflüssigen Untersuchungen
eine enorme Kosteneinsparung nachgewiesen. "Qualitätssteigerung plus
Kostenreduktion: ein besseres Ergebnis gibt es wohl nicht" meint Dr.
Fritsch.
Für den Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger ist es wichtig, dass
die Qualität der Diagnostik durch diese Leitlinie angehoben werden
kann und die Patientensicherheit durch die Einbeziehung von aktuellen
Wissen, das in die Leitlinie eingeflossen ist,steigt. "Wenn
unangenehme, belastende und unnötige Untersuchungen vermieden werden
können und die Operation besser planbar wird, dann steigert das auch
den Patientenkomfort. Die finanziellen Ressourcen werden daher dort
eingesetzt, wo es für die PatientInnen den größten Nutzen gibt und
Verschwendung vermieden wird" so Bachinger.
In der Diskussion um die Einführung der nationalen
Qualitätsleitlinie werden im Rahmen der Pressekonferenz Hintergründe
und Fragen erörtert, um den präoperativen Diagnostikpfad bundesweit
bekannt zu machen und die Operationen durch strukturierte
Vorbereitungen weiter zu verbessern.
Pressekonferenz: Präoperative Diagnostik nach
Bundesqualitätsleitlinie BQLL)
Ihre Gesprächspartner:
- Prim. Univ.-Doz. Dr. Sibylle Kozek-Langenecker MBA, Präsidentin
Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und
Intensivmedizin (ÖGARI), Mitglied der Konsensusgruppe der BQLL
Präoperative Diagnostik
- OA Dr. Gerhard Fritsch, Universitätsklinik für Anästhesie,
perioperative Medizin und allgemeine Intensivmedizin Paracelsus
Medizinischen Privatuniversität Salzburg, Leiter der ÖGARI
Arbeitsgruppe "präoperatives Patientenmanagement"
- Univ.-Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Vorstand des Instituts für
Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin der Paracelsus
Medizinischen Privatuniversität Salzburg
- Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs
Datum: 24.1.2012, um 10:00 Uhr
Ort: Presseclub Concordia im Medienzentrum des Parlaments
(Eingang unter der Parlamentsrampe)
Doktor-Karl-Renner-Ring 3, 1010 WienRückfragehinweis:
Frau Andrea Granegger-Körner
+ 43/1/409 62 00, [email protected]
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