• 19.01.2012, 10:14:37
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AKNÖ & FH Wiener Neustadt: Studium und Beruf unter einen Hut bringen

Zeitmangel und fehlende Unterstützung seitens der ArbeitgeberInnen sind häufige Probleme

Wien (OTS) - Womit haben berufstätige FH-Studierende am meisten zu
kämpfen? Gemeinsam mit der FH Wiener Neustadt nahm die AKNÖ dieses
Thema unter die Lupe. Die aktuelle Studie zeigt ganz klar, dass die
zeitliche Belastung für Studierende das größte Problem darstellt.
Dazu kommt die mitunter mangelnde Unterstützung seitens der
ArbeitgeberInnen. Das führt bisweilen sogar dazu, dass einige
"heimlich" studieren. "Die Rahmenbedingungen bei der Kombination von
Studium und Berufstätigkeit müssen weiter verbessert werden", fordert
AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser.

Im Studienjahr 2009/2010 haben knapp 1.700 FH-Studierende ihr Studium
in Niederösterreich berufsbegleitend absolviert. Rund 60 Stunden pro
Woche wenden die Studierenden für Studium und Beruf auf. Auch am
Arbeitsplatz gibt es dadurch teilweise Probleme, sei es bei
terminlichen Überschneidungen, Leistungsabfall oder Schwierigkeiten
im Umgang mit ArbeitgeberInnen oder KollegInnen. 12 % der befragten
Personen gaben sogar an, ihre ArbeitgeberInnen nicht über das
berufsbegleitende Studium informiert zu haben. Erklärt werden kann
dieser Umstand durch die Angst vor negativen Konsequenzen am
Arbeitsplatz, von denen mehr als 13 % berichten. "In der heutigen
Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sich fortzubilden. Daher muss
von Seiten der ArbeitgeberInnen mehr Flexibilität und Unterstützung
verlangt werden, damit die ArbeitnehmerInnen bessere Bedingungen
vorfinden", stellt AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth fest.

Ztl: Fachhochschulen spielen eine substanzielle Rolle für die
Durchlässigkeit des Bildungssystems und die Regionalisierung der
Bildung

Über 70 % der Studierenden hätten ohne die speziell an ihre
Lebenssituation angepasste Organisationsform wohl nie ein
berufsbegleitendes Studium ergriffen. Besonders wichtig ist dieses
Angebot für Studierende ohne klassische Reifeprüfung: Etwa 50 % von
ihnen absolvieren einen berufsbegleitenden Studiengang.
Fachhochschulen leisten somit einen wichtigen Beitrag, um die
Durchlässigkeit des Bildungssystems zu erhöhen und auch für
Berufstätige die Möglichkeit eines Studiums zu eröffnen. Auch der
regionale Charakter der Fachhochschulen spielt eine wichtige Rolle:
Gerade berufsbegleitend Studierende wählen ihren Studienort oft nach
der Nähe aus, um längere Anfahrtszeiten zu vermeiden.

Erstmalig in Niederösterreich und im Auftrag der Arbeiterkammer
Niederösterreich hat das Institut für Quantitative Studien der
Fachhochschule Wiener Neustadt die Studie "Situationsanalyse
berufsbegleitend FH-Studierender in Niederösterreich" verfasst. Ziel
war es, die Situation derjenigen Studierenden zu erheben, die
parallel zu ihrer Erwerbstätigkeit einem Studium nachgehen sowie
mögliche Vereinbarkeitsschwierigkeiten von Studium, Beruf und
Privatleben zu analysieren. "Die Studie ist eine wichtige Grundlage,
um sich weiter intensiv mit der Thematik zu beschäftigen", fasst
Institutsleiter Dr. Christian Anzur vom Institut für quantitative
Studien der Fachhochschule Wiener Neustadt zusammen. Im kommenden
Frühjahr ist eine gemeinsame Veranstaltung der Arbeiterkammer
Niederösterreich und der Fachhochschule Wiener Neustadt zu diesem
Thema geplant.

Rückfragehinweis:
Mag. Georg Pilz, Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich, 01/58883-1863

Dr. Christian Anzur, Fachhochschule Wiener Neustadt, 02622/89084-385

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