AKNÖ & FH Wiener Neustadt: Studium und Beruf unter einen Hut bringen

Zeitmangel und fehlende Unterstützung seitens der ArbeitgeberInnen sind häufige Probleme

Wien (OTS) - Womit haben berufstätige FH-Studierende am meisten zu kämpfen? Gemeinsam mit der FH Wiener Neustadt nahm die AKNÖ dieses Thema unter die Lupe. Die aktuelle Studie zeigt ganz klar, dass die zeitliche Belastung für Studierende das größte Problem darstellt. Dazu kommt die mitunter mangelnde Unterstützung seitens der ArbeitgeberInnen. Das führt bisweilen sogar dazu, dass einige "heimlich" studieren. "Die Rahmenbedingungen bei der Kombination von Studium und Berufstätigkeit müssen weiter verbessert werden", fordert AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser.

Im Studienjahr 2009/2010 haben knapp 1.700 FH-Studierende ihr Studium in Niederösterreich berufsbegleitend absolviert. Rund 60 Stunden pro Woche wenden die Studierenden für Studium und Beruf auf. Auch am Arbeitsplatz gibt es dadurch teilweise Probleme, sei es bei terminlichen Überschneidungen, Leistungsabfall oder Schwierigkeiten im Umgang mit ArbeitgeberInnen oder KollegInnen. 12 % der befragten Personen gaben sogar an, ihre ArbeitgeberInnen nicht über das berufsbegleitende Studium informiert zu haben. Erklärt werden kann dieser Umstand durch die Angst vor negativen Konsequenzen am Arbeitsplatz, von denen mehr als 13 % berichten. "In der heutigen Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sich fortzubilden. Daher muss von Seiten der ArbeitgeberInnen mehr Flexibilität und Unterstützung verlangt werden, damit die ArbeitnehmerInnen bessere Bedingungen vorfinden", stellt AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth fest.

Ztl: Fachhochschulen spielen eine substanzielle Rolle für die Durchlässigkeit des Bildungssystems und die Regionalisierung der Bildung

Über 70 % der Studierenden hätten ohne die speziell an ihre Lebenssituation angepasste Organisationsform wohl nie ein berufsbegleitendes Studium ergriffen. Besonders wichtig ist dieses Angebot für Studierende ohne klassische Reifeprüfung: Etwa 50 % von ihnen absolvieren einen berufsbegleitenden Studiengang. Fachhochschulen leisten somit einen wichtigen Beitrag, um die Durchlässigkeit des Bildungssystems zu erhöhen und auch für Berufstätige die Möglichkeit eines Studiums zu eröffnen. Auch der regionale Charakter der Fachhochschulen spielt eine wichtige Rolle:
Gerade berufsbegleitend Studierende wählen ihren Studienort oft nach der Nähe aus, um längere Anfahrtszeiten zu vermeiden.

Erstmalig in Niederösterreich und im Auftrag der Arbeiterkammer Niederösterreich hat das Institut für Quantitative Studien der Fachhochschule Wiener Neustadt die Studie "Situationsanalyse berufsbegleitend FH-Studierender in Niederösterreich" verfasst. Ziel war es, die Situation derjenigen Studierenden zu erheben, die parallel zu ihrer Erwerbstätigkeit einem Studium nachgehen sowie mögliche Vereinbarkeitsschwierigkeiten von Studium, Beruf und Privatleben zu analysieren. "Die Studie ist eine wichtige Grundlage, um sich weiter intensiv mit der Thematik zu beschäftigen", fasst Institutsleiter Dr. Christian Anzur vom Institut für quantitative Studien der Fachhochschule Wiener Neustadt zusammen. Im kommenden Frühjahr ist eine gemeinsame Veranstaltung der Arbeiterkammer Niederösterreich und der Fachhochschule Wiener Neustadt zu diesem Thema geplant.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Christian Anzur, Fachhochschule Wiener Neustadt, 02622/89084-385

Mag. Georg Pilz, Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich, 01/58883-1863

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