WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Langweilig wird der Börsechefin sicher nicht - von Hans-Jörg Bruckberger

Buy Austrian. Aktien sind etwas Gutes. Das gilt es zu verkünden

Wien (OTS) - Endlich! Die Chefsuche der Wiener Börse hat ein Ende. Jetzt kann man die Ärmel hochkrempeln und in die dringend notwendige Offensive gehen. Zu tun gibt es genug - denn so wie zuletzt kann es auf Dauer nicht weitergehen. Immer mehr Anleger wie auch Investmentbanken kehren Wien den Rücken, die Umsätze sind dramatisch zurückgegangen, die Kurse auch (der ATX zählte 2011 gar zu den schlechtesten Leitindizes der Welt).

Zugegeben: Gegen Rezession oder Schuldenkrise, insbesondere bei einigen unserer wichtigsten Handelspartner, kann man nichts machen. Sehr wohl aber gegen jene miese Stimmungsmache, die der Börse Wien den Rest gibt. Etwa aus der Politik mit den ständigen Schimpftiraden gegen die ach so bösen Spekulanten an der populistischen Basis und der unsäglichen Wertpapiersteuer als Gipfel der Börsefeindlichkeit. Dagegen hat die Börse - mit Verlaub - zuletzt zu wenig angekämpft. Generell wurde nicht genug getan. Prompt befindet sich der heimische Kapitalmarkt in einem regelrechten Abwärtsstrudel bzw. Teufelskreis. Nach Größen wie Chevreux oder UniCredit zieht jetzt auch die Deutsche Bank Teile ihres Geschäfts aus Wien ab. Die Handelsstatistik spricht schon jetzt Bände: Die Deutschen sind seit Jahren Marktführer, haben als solcher im Vorjahr 6,3 Milliarden Euro an Umsatzvolumen generiert, 2005 waren es mehr als 15 Milliarden.

Die Börse alleine ist dagegen machtlos, kann aber versuchen, Stimmung zu machen. Unter Anlegern wie auch Unternehmen, denen man die Vorzüge des "Going Public" schmackhaft machen muss. Etwa durch eine Marketing- und Charmeoffensive mit verstärkter Medienpräsenz, gepaart mit geschicktem Lobbying im Hintergrund. Die zu transportierende Botschaft ist klar: Ein funktionierender und florierender Kapitalmarkt ist das Rückenmark einer intakten Volkswirtschaft. Die wenigsten Akteure sind Zocker. Unternehmen brauchen Eigenkapital, um Wachstum zu finanzieren, was dann wieder Jobs schafft. Und die Mehrheit der Anleger sind einfach Aktionäre, die längerfristig investieren und damit die heimische Wirtschaft unterstützen und nebenbei auch noch dazu beitragen, die Vorsorgelücke zu schließen.

Frau Kuras ist jedenfalls geradezu eine Idealbesetzung. Zumal sie hoch kompetent und in der Finanzbranche gut vernetzt ist. Jetzt muss sie im Unternehmen Börse für frischen Wind sorgen. Wir drücken ihr dazu ganz fest die Daumen - und sind als führendes Wirtschaftsmedium zu jeglichem Support bereit.

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