Für ein Recht auf Repressionsfreiheit!

Demonstrationen gegen den WKR-Ball dürfen nicht kriminalisiert werden

Wien (OTS) - In Zeitungen kündigt die Polizei für die stattfindenden Proteste gegen den WKR-Ball in der kommenden Woche schon ein Großkommando" mit hunderten Beamt_innen an. Laut einer ersten Stellungnahme am Dienstag, sollen die angemeldeten Demonstrationen - anders als in den letzten Jahren - nicht untersagt werden. Ob es dabei bleibt, ist noch offen.

Kübra Atasoy vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien äußert sich dazu: "Es ist notwendig, dass alle Proteste wie angekündigt stattfinden können. Gegen Neofaschismus auf die Straße zu gehen, muss möglich sein, ohne von Polizei eingeschüchtert, eingekesselt und mit Geldstrafen belangt zu werden."

Maria Clar (Vorsitzteam) ergänzt: "In diesem Jahr hat der Zynismus seinen Höhepunkt erreicht, da der Ball der rechten Elite Europas mit den Befreiungsgedenken von Auschwitz zusammenfällt. Für uns ist klar, dass alle stattfindenden Demonstrationen ihre Berechtigung haben. Bei diesem Ereignis Widerstand wird zur Pflicht!"

Zu den Verharmlosungsversuchen, die sich in Pressemitteilungen und anderen Statements wiederfinden, merkt Julia Kraus (Vorsitzteam) an:
"Es ist ein frustrierendes Signal, wenn das Verständnis herrscht, dass friedlich Proteste kontrolliert und eingedämmt werden müssen, während Vertreter_innen menschenverachtender Ideologien, nämlich Neonazis mit Rechtspopulist_innen und Holocaust-Leugner_innen den Ball zum Ausbau rechtsextremer Netzwerke nutzen.

Dass rechte Burschenschafter und Rechtsextreme ungestört und geschützt in der Wiener Hofburg ihr Stelldichein feiern dürfen, und erst nach zwei Jahren entdeckt wurde, dass der WKR-Ball sogar auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe steht, weist auf einen erschreckenden Normalzustand in Österreich hin. Es ist schockierend, wenn eine neofaschistische Versammlung auf angeblich objektive Kriterien überprüft und dann als erhaltenswert deklatiert wird. Bei so einer Kultur ist man doch froh, wenn sie abgetragen wird...

Es wäre eine massive Fehlentscheidung, Protestierende in ihrem Recht auf Versammlungsfreiheit zu beschneiden. Die ÖH Uni Wien unterstützt selbstverständlich die Proteste: Wir appellieren an alle, sich gegen die Verbreitung von völkischem, antisemitischem, rassistischem, sexistischem und homophoben Denken gerade durch deutschnationale Burschenschaften auch an der Universität Wien zur Wehr zu setzen, und am 27. Jänner mit Trillerpfeife und Transparent in Richtung Hofburg zu ziehen!

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