Dura: "Allen Kirchen gemeinsam ist Verwurzelung im Judentum"

Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zum "Tag des Judentums"

Wien, 18.01.12 (KAP) Die Bedeutung des Judentums gerade auch für die Einheit der Christen hat der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura betont. "Bei allen Trennungen der Christenheit untereinander ist allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind", so Dura wörtlich in seiner Predigt am Dienstagabend beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zum "Tag des Judentums".

An dem Gottesdienst in der evangelischen Auferstehungskirche im siebten Wiener Gemeindebezirk nahmen neben Dura u.a. Bischof Manfred Scheuer, der orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis und der lutherische Bischof Michael Bünker teil; weiters auch Weihbischof Franz Scharl, der reformierte Superintendent Thomas Hennefeld, der Wiener lutherische Superintendent Hansjörg Lein, Bischof John Okoro von der Altkatholischen Kirche und Pastorin Aileen Hackl von der Anglikanischen Kirche.

Ein Christentum ohne Bezugnahme auf seine jüdische Grundlage sei wie "ein Baum ohne Wurzeln", so Dura weiter. Er ist Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen. Der Bischofsvikar erinnerte an Papst Johannes Paul II., der vor 25 Jahren gesagt habe: "Wer die jüdischen Wurzeln des Glaubens nicht hoch schätzt, kann nicht Christ sein". Jesus Christus sei nicht zu haben ohne den Alten Bund, er sei nicht zu trennen und nicht zu verstehen "ohne die Sendung Israels", so Dura: "Wer Jesus begegnet und als Christ leben möchte, begegnet dem Judentum."

Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar verwies darauf, dass es in der orthodoxen christlichen Tradition wichtige Einflüsse aus der jüdischen Praxis gebe. So sei beispielsweise das liturgische Beten der Orthodoxie zutiefst vom Alten Testament geprägt. Dura: "Mit Recht hat der Heilige Athanasios von Alexandrien verlangt, dass jeder aus der Kirche ausgeschlossen werden sollte, der das Alte Testament vom Neuen Testament trennen möchte."

Am Dienstagvormittag traf eine Delegation des ÖRKÖ mit Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg zusammen.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gpu/jop/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002