GLOBAL 2000 zu Treibhausgasbilanz: Mehr ist weniger!

Umweltschützer fordern ein Klimapaket der Regierung - Sinnvolle Investitionen bringen effektive Reduktionen

Wien (OTS) - Heute präsentierte Umweltminister Nikolaus Belakovich die Treibhausgasbilanz Österreichs 2010. Johannes Wahlmüller, Klimaexperte bei GLOBAL 2000, stellt fest: "Dass die Treibhausgasemissionen wieder gestiegen sind, zeigt, dass Österreich nicht auf Zielkurs ist - es muss mehr für den Klimaschutz getan werden. Die genannten 30 Millionen Tonnen CO2 Zielverfehlung werden Österreich teuer zu stehen kommen, es drohen Kosten von bis zu einer Milliarde Euro in Zeiten, in denen die Regierung Milliarden einsparen muss."

Die größten Sorgenkinder sind Industrie und Verkehr. Besonders im Verkehr sieht GLOBAL 2000 Einsparpotential: "Es wird immer noch auf das falsche Pferd gesetzt, indem der Autobahnbau vorangetrieben wird", sagt Wahlmüller: "Die nur 19 Kilometer lange Lobauautobahn wird bis zu drei Milliarden Euro kosten und ist verkehrspolitisch obendrein unsinnig."

Allerdings zeigt die heute präsentierte Bilanz auch auf, dass - an richtiger Stelle - Investitionen nötig sind: "Durch reines Sparen werden wir die Ziele nicht erreichen, auch Klimaschutz kostet Geld", betont Wahlmüller. Insbesondere sollen Investitionsanreize für Gebäudesanierungen nicht dem Schuldenhammer zum Opfer fallen: "Im Gegenteil, diese Anreize müssen sogar gestärkt werden. In diesem Bereich liegt großes Potential leider brach - von einer Sanierungsrate von drei Prozent, wie in der Klimastrategie vorgesehen - ist man immer noch weit entfernt. In diesen Bereich sinnvoll zu investieren, würde nicht nur Klimaschutz, sondern auch Arbeitsplätze und einen Modernisierungsschub in diesem Land bedeuten", erklärt der Klimaexperte von GLOBAL 2000.

Doch am dringendsten notwendig ist eine Reform des Klimaschutzgesetzes, wie von GLOBAL 2000 bereits seit Jahren gefordert. Das derzeitige Gesetz ist viel zu schwach. Johannes Wahlmüller erklärt abschließend: "Es braucht langfristige Ziele, eine Zuteilung von Kompetenzen und einen Sanktionsmechanismus, der sicherstellt, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden. Das Klimaschutzgesetz ist derzeit leider zahnlos und zu spät gekommen -das ist sicherlich mitschuld an der verpatzten Klimabilanz Österreichs."

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