FP-Frigo: Gravierende Mängel bei Turnusarzt- und Facharztausbildung im KAV

Investition in die Ausbildung der Turnus- und Fachärzte ist Investition in die Gesundheitsversorgung der Zukunft

Wien (OTS/fpd) - Auf den EU-weit drohendem Fachärztemangel wird im KAV nicht reagiert - zwar wurde das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie zum "Mangelfach" durch Bundesminister Stöger, doch der KAV hat derzeit lächerliche fünf Ausbildungsstellen, kritisiert heute der Gesundheitssprecher der FPÖ-Wien, LAbg. Univ.Prof. Dr. Peter Frigo bezugnehmend auf die Ergebnisse der Kontrollamtsprüfung.

"Die Unterversorgung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist gerade in Wien evident: Ein niedergelassener Kinderpsychiater für ganz Wien ist wohl ein schlechter Scherz. Hier wird mit der Gesundheit der jüngsten Wienerinnen und Wiener gespielt. Es sind sofort wirksame Maßnahmen, wie eine Verdreifachung der Ausbildungsstellen und eine Verbesserung der Attraktivität im niedergelassen Bereich zu ergreifen", fordert Frigo.

Laut Kontrollamtsbericht müssen besonders Turnusärzte viel Zeit für sogenannte Routinetätigkeiten aufwenden, wie z.B. Blutabnahmen, Injektionen sowie eine immer grösser werdende administrative Tätigkeit. Diese könnte auch zum Teil von anderen Berufsgruppen, wie von Pflegern und Sekretären erledigt werden, um mehr Zeit für die Patienten und die Ausbildung zu haben.

"Ich habe schon vor vielen Jahren in meiner Eigenschaft als Turnusarztvertreter im KAV diese Zustände kritisiert. Es ist unglaublich dass die Turnusausbildung bei der Gemeinde Wien immer noch zu einem großen Prozentsatz aus Routinetätigkeiten, wie Spritzen und Blutabnehmen besteht - eine moderne Tutorenausbildung mit einem Ausbildungsverantwortlichen pro Abteilung bleibt dafür aber eine scheinbar unerfüllbare Vision", bemängelt Frigo weiter.

In einem Modellversuch wurde ein Ausbildungsbeauftragter für jeweils ein KAV-Spital mit 20 Wochenstunden beschäftigt. Das heißt, dass es bei der hohen Anzahl an Turnus- und Fachärzten maximal einen Verwalter gibt. Zusätzlich gibt es keine den Turnusärzten zustehenden Fortbildungstage, wie z.B. eine Kongressteilnahme, stellt Frigo fest.

"Eine Entbürokratisierung der Ärzteausbildung sowie eine Entlastung bei den Routinetätigkeiten ist endlich umzusetzen. Weiters ist ein Ausbildungsverantwortlicher für maximal 10 Turnusärzte von Nöten. Eine Investition in die Ausbildung der Turnus- und Fachärzte ist schließlich eine Investition in die Gesundheitsversorgung der Zukunft, sagt Frigo abschließend. (Schluss) hn

Rückfragen & Kontakt:

FPÖ-Wien, Pressestelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0001