Grüne Wien/Pilz zu Kontrollamtsbericht zu Hebammen im AKH: Ärztliche Direktion hat Handlungsbedarf erkannt

Wien (OTS) - Der Bericht zur Versorgung rund um Schwangerschaft, Geburt und Neugeborene im Wiener Krankenanstaltenverbund, der von den Grünen Wien im September 2010 in Auftrag gegeben worden war, bestätigt, dass die seit Jahren schwelende Führungsproblematik der AKH-Hebammen dringend gelöst werden musste. "Mit der Einrichtung einer eigenen Abteilung für Hebammen in der ärztlichen Direktion und der Bestellung einer Oberhebamme im November 2011 hat das AKH mittlerweile dafür gesorgt, dass sich die angespannte Arbeitssituation im Kreißsaal normalisieren konnte. Als Folge dieser Maßnahme sind die Krankenstände, die in den vergangenen Jahren - so die Feststellung des Kontrollamts - weit über dem Durchschnitt lagen, bereits rückläufig. Kritisch merkt das Kontrollamt an, dass die Dokumentation der Arbeitszeiten im AKH nach wie vor handschriftlich erfolgt, während sich die städtischen Spitäler bereits eines "EDV-Dienstplanpakets" bedienen würden. Die Prüfer stellen ausdrücklich unmittelbaren Handlungsbedarf fest, da die handschriftliche Dokumentation ein hohes Fehlerrisiko bedeutet. "Es ist also sehr zu empfehlen, das EDV System AKIM möglichst rasch auch in der Geburtshilfe und Neonatologie zur Anwendung zu bringen," empfiehlt Pilz.

"Moderne standardisierte Dokumentation ist im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe grundsätzlich unverzichtbar," so Pilz weiter. Das Kontrollamt hat nämlich festgestellt, dass das geburtshilfliche Dokumentationssystem PIA, das für das gesamte österreichische Geburtenregister Daten zuliefert, im KAV nicht ausreichend umgesetzt und gewartet wird. So war es in der Vergangenheit möglich, dass unbemerkt Veränderungen in laufenden Patientinnenakten vorgenommen und auch bereits abgeschlossene Patientinnenakten rückwirkend abgeändert werden konnten. "Es ist positiv festzustellen, dass der Krankenanstaltenverbund sofort reagiert und das Berechtigungskonzept dahingehend geändert hat, dass nunmehr rückwirkende Änderungen ausgeschlossen sind, " so Pilz zum Bereich Geburtshilfe.

Ein weiterer Bericht beschäftigt sich mit dem Einsatz von Leiharbeitskräften im KAV. Die Prüfer merken kritisch an, dass Kriterien und Daten für einen betriebswirtschaftlichen Vergleich über die Kosten für Eigenpersonal und Zukauf von Fremdpersonal weitgehend fehlen. "Der KAV sollte dringend überlegen, ob es nicht auf Grund von Qualitätsüberlegungen zu bevorzugen wäre, auch im patientInnenfernen Bereich die Leistungen durch Eigenpersonal vornehmen zu lassen," empfiehlt die grüne Gesundheitssprecherin.

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